Iron Savior : Live At the Final Frontier (DVD/2CD)
Label: AFM Records
Erscheinungsdatum: 29.05.2015
Produktion: Piet Sielck
Albumlänge: 84.39 min
Genre: Heavy Metal / Power Metal
Iron Savior gehören zu jenen Bands, die man getrost zur Riege der deutschen Power-Metal-Gruppen der sogenannten »ersten Generation« zählen darf. Obwohl sie verhältnismäßig spät gegründet wurden — nämlich 1996, in einer der bedeutendsten Wiegen des europäischen Power Metals, der Stadt Hamburg —, ist ihr Anführer, Sänger, Gitarrist, Produzent und Hauptkomponist Piet Sielck ein Mann, der jener Musikergeneration angehört, die Bands wie Helloween, Blind Guardian, Gamma Ray und so weiter ins Leben gerufen hat.
Mit all diesen pflegt Sielck natürlich seit Jahren enge Freundschaften und arbeitet in verschiedenen Konstellationen musikalisch zusammen. Bekannt sind etwa die gegenseitigen Mitgliederwechsel zwischen Gamma Ray, Blind Guardian und Iron Savior. Allerdings hatten Letztere nie das Glück, sich auf der Szene so stark durchzusetzen wie die beiden anderen im vorherigen Satz erwähnten Bands. Dazu beigetragen hat wohl auch die Tatsache, dass Sielck den Großteil seiner Karriere Produktionsaufgaben sowie der Leitung seines eigenen Labels gewidmet hat und nicht genug Energie darauf verwendet hat, den Namen Iron Savior auf der internationalen — oder zumindest europäischen — Bühne fest zu verankern.
Wie auch immer. Unter echten Power-Metallern sind Iron Savior eine fest etablierte Qualitätsgröße. In ihrer Karriere haben sie bis 2015 acht Studioalben, drei EPs und zwei Singles veröffentlicht — und endlich war es Zeit für das erste echte Konzertdokument. Es gibt kaum etwas Schöneres, als wenn sich zur Aufnahme eines neuen Albums die Gelegenheit ergibt, ein Konzert direkt in der Heimatstadt Hamburg zu spielen. Das geschah im dortigen Klub Knust am 10.01.2015 — einem von gerade mal fünf Konzertauftritten Iron Saviors in diesem Jahr.
Das Dokument ist knapp anderthalb Stunden lang und bietet ein Karussell der bekanntesten Songs aus der Karriere von Iron Savior — mit der einzigen Ausnahme, dass das Album »Megatropolis (2007)« komplett außen vor bleibt. Dazu muss man allerdings anmerken, dass Sielck mit diesem Album, was Live-Auftritte angeht, sicher ganz eigene Pläne hegt: In diesem Jahr haben Iron Savior das besagte Album nämlich nochmals im Studio neu eingespielt und neu veröffentlicht, weil Sielck mit der Produktion des Originals nicht zufrieden war. An diesem Konzertdokument gibt es jedenfalls nichts zu meckern. Die Produktion hat all seine Lebendigkeit und Organik eingefangen! Sie verkörpert die außergewöhnliche Klub-Chemie, die die Band an jenem Abend gemeinsam mit dem hingebungsvollen deutschen Publikum entwickelt hat. Das Material ist hervorragend gespielt. Sielck singt mit unglaublicher Kraft. Mühelos kämpft er sich durch alle Lagen mit seinem durchdringenden, höchst autoritären, zuweilen maskulinen und gleichzeitig auch äußerst aggressiven (rauen) Gesang, der durchgehend einen leidenschaftlich vorgetragenen Melodiefluss liefert. Zum Abschluss spielt die Band dann den etwas überraschenden Judas Priest-Song Breaking the Law. Eine schöne Hommage an ihre Vorbilder — vielleicht aber ein Schritt zu viel, denn echte Fans hätten lieber noch eine weitere Iron Savior-Klassik gehört. Dennoch hat die Band mit diesem Zug im großen Finale das Klubpublikum vollends aufgeheizt und dem Klub sprichwörtlich das Dach weggesprengt.
Die Band präsentierte bei diesem Konzert auch das noch aktuelle Studioalbum »Rise of the Hero« (2014), dem bei der Umsetzung des Konzertrepertoires besondere Aufmerksamkeit zuteilwurde. Das ist völlig berechtigt, denn es handelt sich um ein hervorragendes Dokument, auf das die Band besonders stolz sein kann — und das sie live auch genau mit diesem Einsatz präsentiert. Komplett hingebungsvoll und mit voller Kraft! »Live at the Final Frontier« ist ein erstklassiges Konzertdokument, über das sich Fans dieser leider allzu oft übersehenen, aber großartigen deutschen Power-Metal-Band begeistern und mehr als zufrieden sein werden. Iron Savior beweisen mit diesem Konzertdokument, dass sie trotz ihrer seltenen Live-Auftritte auf der Bühne eine außergewöhnliche Festung sind, die noch immer nach Blut dürstet und ihr Material live fantastisch darbietet.
Autor: Aleš Podbrežnik
Wertung: 9.0 / 10
Titelliste:
DVD
1. Ascendence (Intro)
2. Last Hero
3. Starlight
4. The Savior
5. Revenge Of The Bride
6. Break The Curse
7. Burning Heart
8. Mind Over Matter
9. Hall Of The Heroes
10. R U Ready
11. Condition Red
12. I’ve Been To Hell
13. Heavy Metal Never Dies
14. Coming Home
15. Iron Watcher (Medley)
16. Atlantis Falling
17. Breaking The Law (Judas Priest Cover)
+ (zusätzliches Backstage-/Konzertmaterial)
CD 1
1. Ascendence (Intro)
2. Last Hero
3. Starlight
4. The Savior
5. Revenge Of The Bride
6. Break The Curse
7. Burning Heart
8. Mind Over Matter
CD 2
1. Hall Of The Heroes
2. R U Ready
3. Condition Red
4. I’ve Been To Hell
6. Coming Home
7. Iron Watcher (Medley)
8. Atlantis Falling
9. Breaking The Law (Judas Priest Cover)
Besetzung:
Piet Sielck – Gesang, Gitarre
Joachim „Piesel“ Küstner – Gitarre, Hintergrundgesang
Jan-Sören Eckert – Bassgitarre, Hintergrundgesang
Thomas Nack – Schlagzeug