Into The Black

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Künstler: Kotzen, Richie
Label: Frontiers Records
Erscheinung: 2006

Dieser Typ ist ein außergewöhnlicher Musiker, Komponist, Mensch, der einfach gesagt den idealen Rock’n’Roll-Touch im Blut hat, eine Art magischen Rocker-Zauberstab in der Hand. Auf diesem Album wirkt alles so simpel und im selben Atemzug so echt. Richie liefert ein unglaublich sinnliches Album, das den Hörer mit kurzen, knackigen Tricks fest in den Sessel nagelt!

Richie ist der Kerl, der alles spielen kann, was dein Herz begehrt. Ideal als Studio-„Session“-Gitarrist, geboren zum Legionär. Ex-Gitarrist von Poison, der dort einen Tritt in den Hintern kassiert hat, weil er dem Poison-Drummer Rikki Rockett die Verlobte Deanna Eve ausgespannt hat, und der Mann, der die Lücke, die Paul Gilbert nach seinem Abgang bei Mr. Big hinterlassen hat, meisterhaft gefüllt hat. Der Bursche ist außerdem bekannt für allerlei schräge Jam-Projekte, vor allem aber für eine ganze Reihe raffinierter Soloalben.

Mal ist er wütend und enttäuscht, im nächsten Moment füllt er den Raum mit sinnlicher Wärme, Sehnsucht und Zärtlichkeit. Ein schlichtes, modernes Hard-Rock-Album, das aus den Wurzeln von Blues und Rock’n’Roll sowie von Hendrix schöpft, aber in eine moderne Produktion mit lebensfrohem „Groove“ gekleidet ist. Die Gitarre klingt metallisch, praktisch halbakustisch, die Soli haben etwas Lebendiges, du spürst und hörst die rasselnden „Licks“ entlang der Saiten und Pull-offs mit vollen Eiern. Richie kann es einfach mit den Fingern! Der Gesang ist gefühlvoll und voll aufgedreht, mit der richtigen Prise bluesy Soul-Feeling und ordentlich Mumm! Dieser Ansatz und die Klangfarbe von Richies Stimme sorgen für einen außergewöhnlichen Kontrast, der den einfachen Aufbau der Songs abwechslungsreich aufwertet. Kotzen ist durchgehend ansteckend zugänglich und melodisch, trotzdem bringen die Wurzeln des schwarzen Blues eine ordentliche Portion Düsternis hinein, und wahrscheinlich ist das hier sogar das dunkelste Album in Richies Karriere.

Richie geizt schlau mit den Tönen und spielt mit dieser begrenzten Anzahl ein verstecktes Pokerblatt voller Asse aus! Der Junge zügelt brav sein Ego und erliegt an keiner einzigen Stelle dieses Albums zufälligen Solo-Eskapaden, die die Grundform der Songs zerstückelt hätten.Das ist wahre Kunst. Einfach bleiben, trotz des ganzen Wissens, das du besitzt. Wir reden hier von einem schlicht klingenden, lockeren Album. Auch klanglich sind das keineswegs massive Led Zeppelin (der „When The Leeve Breaks“-Beat im Song Fear). Es ist ein deutlich raffinierterer, aber immer noch lebendiger Sound mit rohem Bluesy-Hauch. Das Album setzt den Weg fort, an dem Richies Band Forty Deuce stehen geblieben ist, und führt von dort aus wieder in typischer Kotzen-Solomanier weiter. Ein wunderschönes, atmosphärisches Soul-Hard-Rock-Album! Locker, aber unglaublich wirkungsvoll!

Besetzung

Richie Kotzen – alles

Produktion

Richie Kotzen

Tracklist

1. You Can’t Save Me
2. Misunderstood
3. Fear
4. The Shadow
5. Doin‘ What The Devil Says To Do
6. Till You Put Me Down
7. Sacred Ground
8. Your Lies
9. Living In Bliss
10. My Angel

Spielzeit: 44.41

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