Hunters And Prey

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Künstler: Angra
Label: SPV Records
Veröffentlichung: 2002

Die Rückkehr der Totgeschriebenen im letzten Jahr hat gezeigt, wer die treibende Kraft der brasilianischen Musiker war. Zum Glück sind in der Gitarrenpaarung Louriero/Bitencourt noch die einzigen beiden Originalmitglieder der ursprünglichen Besetzung übrig. Warum zum Glück? Weil die Band geblieben ist, was sie schon immer war. Dieses besagte Herz der Band war auch auf der neuen EP „Hunters And Prey“ natürlich wieder der Hauptakteur beim Schreiben aller Orchesterarrangements und der vier komplett neuen Songs. „Hunters And Prey“ ist eine Art Verlängerung des Albums „Rebirth“ und allen alten und neuen Angra-Hardcore-Fans wie auf den Leib geschneidert.

Nicht nur, dass die Gitarren wieder glasklar gespielt sind, sie behalten obendrein auch all die Lebendigkeit, die durch eine dynamische Rhythmusarbeit noch zusätzlich verstärkt wird, in die wieder genial weitere Elemente südamerikanischer Folk-Rhythmen eingewoben sind. Eine Art „Unterrhythmen“, wenn ich einen leicht missglückten Ausdruck verwenden darf, kurz: eine bekannte Konstante der Band. Über die klassischen „angra“-Orchesterarrangements, die der Band ihren unverkennbaren Stempel sowie zusätzliche musikalische Weite und Atmosphäre verleihen, will ich gar nicht erst große Worte verlieren. Das sind keine kühlen, glattpolierten Nordlichter. Das ist echte südamerikanische Wut, die genau dieses heiße kastilische Temperament heraufbeschwört.

Die ersten vier Songs bilden von ihrem Aufbau her einen schönen Kontrast zueinander. Den Anfang macht „Live To Learn“, angetrieben von ausgeprägtem Power-Riffing, gleich danach nehmen sie mit „Bleeding Heart“ das Tempo raus, gefolgt vom Titelsong dieser EP, der klassischen Angra, die progressive Elemente stimmig mit Power-Riffing verbindet. Klang der so verspielt und ausgelassen, als wärst du mitten in „Räuber und Gendarm“ gelandet, ist „Eyes Of Christ“ ein Midtempo-Song, eine Komposition voller Melancholie mit einem außergewöhnlichen Refrain.

Auf der Scheibe gelandet sind auch „Rebirth“ und „Heroes Of Sand“ vom letzten Album, beide in akustischen Versionen. Schade, dass sich Edu beim Gesang im Refrain von „Heroes Of Sand“ der Akustik angepasst hat, denn gerade im Refrain dieses Songs bremste der Gesang im niedrigeren Gang, wo er viel mehr Schärfe und Temperament hätte herausholen können, was der akustischen Version sonst super gestanden hätte. Dafür steht Edu in der großartigen Coverversion von „Mama“ (Genesis) im Mittelpunkt und bringt dabei besonders die Farbigkeit seiner Stimme zur Geltung. Am Ende der EP ist noch eine Version des Titelsongs auf Portugiesisch drangehängt. Als Tüpfelchen aufs i haben die Jungs obendrein noch das Video „Rebirth“ draufgepackt. Mehr als nur „angenehme“ Musik, und das zu einem angenehmen Preis!

Besetzung

Edu Falaschi – Gesang
Kiko Loureiro – Gitarre
Rafael Bittencourt – Gitarre
Felipe Andreoli – Bass
Aquiles Priester – Schlagzeug

Produktion

Dennis Ward

Tracklist

1. Live And Learn (4:10)
2. Bleeding Heart (4:02)
3. Hunters And Play (6:28)
4. Eyes Of Christ (4:12)
5. Reverse (acoustic edit version)(3:33)
6. Heroes Of Sand (acoustic version)(3:46)
7. Mama (5:17)
8. Hunters And Play (Hunters And Prey Portuguese version)(6:28)
9. Rebirth (extra video track)

Spielzeit: 38:17

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