Gitarrenklinik mit Kiko Loureiro

0 7

Autor: Rok Klemše

Ort: Orto bar, Ljubljana
Konzertdatum: 12.03.2007
Besucherzahl: 200
Eintrittspreis: /

Gerade mal drei Tage nach dem Auftritt des australischen Gitarrenzauberers und „Fingerpicking“-Meisters Tommy Emmanuel in der Cvetličarna Mediapark hat uns schon der nächste Gitarrenvirtuose beehrt. Nach dem Ende der Tour mit seiner Stammband Angra kam Gitarrist Kiko Loureiro im Rahmen des Orto-Gis Festivals in die Orto bar, wo er einer Menge angehender Gitarristen (darunter auch fast die halbe Rockline-Crew) sein Können präsentierte und ein paar seiner Geheimnisse lüftete.

Nach dem obligatorischen Bier in den unteren Räumen des Orto haben wir gegen neun endlich unsere Ärsche hochgekriegt und sind in den zweiten Stock gestiegen … und blieben in der Tür mit offenem Mund stehen. Der kleine Saal im oberen Stock der Orto bar war nämlich bis in den letzten Winkel vollgepackt, und die Hoffnung, dass wir uns weiter nach vorne durchschlagen könnten, war schnell dahin. Auf der Bühne stand aber schon ein Gitarrist, dessen klangvoller Name die Orto bar bestens gefüllt hatte. Kiko Loureiro, sonst Gitarrist der brasilianischen Progressive-Metaller Angra, haute schon den ersten Song von seinem ersten Album No Gravity raus, und der Saal leuchtete förmlich vor lauter glänzenden Augen der Besucher, die wirklich jedem einzelnen von Kikos Fingern genau folgten.

Da das kein Konzert, sondern eine Gitarrenklinik war, folgte auf den ersten gespielten Song eine Salve von Fragen, die Kiko gerne beantwortete – dabei zeigte er sich total zugänglich und kein bisschen abgehoben. Kiko stand uns Rede und Antwort zu seiner Spieltechnik und zu verschiedenen Gitarrentechniken, vom „Tapping“ (sogar 8-Finger!) aufwärts. Einer der Besucher löcherte Kiko ganz besonders mit Fragen. Schließlich hat man nicht jeden Tag die Gelegenheit, einen so großen Gitarristen um Rat zu fragen, und die Menge nutzte diese Chance auch. Kiko ist aber nicht nur ein hervorragender Gitarrist, sondern auch ein echter Humorist. So kamen wir gemeinsam zu dem Schluss, dass die meisten guten Gitarristen John oder Steve heißen, und bissige Witze auf Kosten von Dream Theater durften natürlich auch nicht fehlen.

Kiko spielte noch ein paar seiner Songs – Enfermo vom ersten Album, dazu Feijão de Corda und Havana vom zweiten – und gesellte sich zum Schluss zu den Gewinnern des letztjährigen Wettbewerbs Bendijada 2006, der Band Doogy Stones, und zu Jernej Trobentar (Leeloojamais). Gemeinsam erinnerten sie sich noch an Jazzlegende Miles Davis und spielten ein paar Stücke aus seinem breiten Repertoire.

Ganz zum Schluss nahm sich Kiko gutmütig noch ein paar Minuten Zeit, um Platten zu signieren und Fotos mit den Fans zu machen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei der Musikschule Muzika Viva bedanken, dass sie so einen großen Namen wie Kiko Loureiro zu uns geholt hat. Den Abend beschlossen Naleen, die unsere Crew aber nicht mehr mitbekommen hat, weil wir schon zum Plausch mit Kiko los mussten.

Bildergalerie

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies, um Online-Dienste, Werbesysteme und Funktionen bereitzustellen, die ohne Cookies nicht angeboten werden könnten. Mit dem Besuch und der Nutzung der Website stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren Mehr erfahren

Datenschutz & Cookies