Freelight

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Künstler: Final Frontier
Label: Escape Music
Veröffentlichung: 2006

Das Ding ist kein Spaß! Perfekt und wärmstens empfohlen für Puristen und Verehrer des AOR-Rocks – des reinrassigen „Eighties AOR Rock“. Final Frontier – die Kanadier kehren mit ihrem mittlerweile vierten Album zurück. Ursprünglich sollte „Freelight“ bei Frontiers Records erscheinen, doch ausgerechnet Frontiers Records fand eine kuriose Ausrede: Man sei für die Veröffentlichungstermine zum Jahresende 2006 komplett ausgebucht, mit dem Argument, es gebe „interessantere“ Releases als die Platte „Freelight“. Das ist natürlich nur die Sicht des Labels. Dem genannten Label kann es nur sauer aufstoßen, die Band ziehen gelassen zu haben, denn Final Froniter sind so zu einer eigentlich hervorragenden Alternative gesprungen – zu Escape Records, einem Label, das die Tradition der AOR-Sounds ebenfalls äußerst konsequent unterstützt.

Final Frontier bleiben auch mit „Freelight“ fest im Sattel. In der Musik spürt man den starken Einfluss von Bands wie Journey oder Styx. Zu Journey zieht es sie vor allem wegen der exzellenten Vocals von Rob Moratti, der grundsätzlich in den höheren Lagen unterwegs ist, kraftvoll, bestimmt und beim Erreichen der allerhöchsten Passagen bei gleichbleibend souveräner Haltung schlicht atemberaubend. Auch die Melodielinien in den Strophen, die Rob benutzt, erinnern sehr gern an Steve Perry (ex-Journey).

Im selben Atemzug ist „Freelight“ in der melodischen Ausgereiftheit noch einen Tick kompakter als der ebenfalls richtig starke Vorgänger „High Tension Wire“ (hohe Qualitätsstandards sind bei der Band eigentlich Dauerzustand, die Jungs sind eben melodische Perfektionisten). Der atmosphärische und perfektionistische Höhepunkt des Albums ist der Midtempo-Song Foolish Pride!

Wie gesagt, das Album atmet das Erbe der Achtziger, und trotzdem sind die kristallklare Produktion, die über das ganze Album ausbalancierten Instrumente, der explosive, ultramelodische Gesang samt idealer Mischung aus Backing Vocals, die an die berühmte Journey-Perfektion erinnern, Argumente, die ein klares Gefühl vermitteln, dass die Jungs im Einklang miteinander atmen und leben, mit einem unverwechselbaren Puls. Die Songs sind qualitativ ausgeglichen, Riffs und Motive abwechslungsreich (sprich: das Album wogt dynamisch auf hohem Niveau), und die melodisch-instrumentale Unterstützung für Moratti belegt eben jenes gegenseitige Ergänzen der Musiker, das man auch die erstklassige Arbeitschemie der Band nennen kann. Die Soli sind ein echter, reinrassig klassisch-melodischer Balsam für die Ohren, filigran und fließend in die Kompaktheit der Grundform der Songs eingebaut.

Die Band bestätigt ihre Klasse in zwei zündenden Balladen, Someone’s Watching You und Nothing Is Easy For You, mit einem Hauch von klassischen Survivor. Schon der gleich zu Beginn aufgedrehte Titelsong bestätigt den positiv gestimmten Geist der Band („auraler“ Vers wie „let your freelight shine, over your head“), der das gesamte musikalische Bild der Band sofort und auf schönste Weise charakterisiert! Mit dem Song Freelight öffnet sich das Album auf einem extrem hohen dynamischen Niveau, das praktisch bis zur ersten Ballade (Albummitte) nicht nachlässt.

Es sind die Journey-Eigenheiten, die sich im Stil von Final Frontier bemerkbar machen; vor allem Rob Moratti und sein Gesangsansatz haben einen großen Anteil am Gesamtbild des musikalischen Ausdrucks von Final Frontier, und ich meine, dass genau der entscheidend dafür ist, ob man sich für die Band erwärmt oder nicht. Das bestätigt eigentlich, dass Final Frontier sich (ungewollt) auf einen sehr engen Hörerkreis konzentrieren. Das strahlt auch Mut aus, der eigenen Vision zu folgen, ohne Trend-Tricks einzubauen, was heute die Modeerscheinung ähnlicher melodisch orientierter Hardrock-Bands ist, mit denen Final Frontier womöglich die Massen hätten bedienen wollen. Entscheidend ist, dass sie zuerst sich selbst zufriedengestellt haben. Ein echtes Album für alle AOR-Puristen, ideal zum abendlichen Abschalten und zum Hören im Auto, besonders auf langen Strecken.

Besetzung

Rob Moratti – Gesang, Backing Vocals
Mladen – Gitarre (Solo, Rhythmus), Bass, Keyboards
Lawrence Falconer – Gitarre (Solo)

GASTMUSIKER:
Kevin Howley – Schlagzeug

Produktion

Final Frontier

Tracklist

1. Freelight
2. Dynamo
3. Foolish Pride
4. Only The Lonely
5. I Hope You Don’t Mind
6. Someone’s Watching You
7. All The Way
8. Nothing Is Easy
9. Lion’s Den
10. The Witches Mask
11. Half Way Home (Bonustrack)
12. Delia (Bonustrack)

Spielzeit: 56.14

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