Eternal Damnation
Künstler: Winter's Verge
Label: SPV Records
Veröffentlichung: 2008
Bewertung: 1/5
Unglaublich! Ich hätte nicht gedacht, dass ich 2008 das frische Debüt einer Band in die Finger kriege, das ein identischer Klon milliardenfach durchgenudelter Power-Metal-Riffs ist. Die Zyprioten Winter’s Verge hinken mit ihrem Angebot nämlich mindestens zehn Jahre hinterher, denn die besten Sachen im Power Metal stammen genau aus der zweiten Hälfte der Neunziger des letzten Jahrhunderts. Damals war nämlich mit den Revival-Bands HamerFall, Rhapsody of Fire, Stratovarius, Edguy endgültig alles gesagt. Bands wie Winters‘ Verge gibt es heute auf Planet Erde genug, um einen ganzen präkambrischen Ozean zu füllen.
Pomp und Bombast auf Schritt und Tritt, verpackt in üppige, klassisch geschnittene Arrangements, die auf der Wahl der melodischen Linien von Gesang, Backing-Vocals und orchestralen Passagen beruhen. Vielleicht muss man ihnen das Klonen nachsehen, weil die Jungs Zyprioten sind, und womöglich kommen die aktuellen Metal-News auf diese abgelegene Insel eben mit zehn Jahren Verspätung. Genug Sarkasmus. Was ist, das ist. Technisch hält das Album alle Qualitätsmerkmale locker ein. Aber das ist künstlich, in diesem Fall viel zu künstlich. Und das, obwohl das Album von R.D. Liapikis (Mystic Prophecy) hervorragend produziert wurde.
Die Keyboards klingen in Sound und Soli dagegen giftig finnisch (Fans von Sonata Arctica, Children Of Bodom und Stratovarius, aufgepasst!!!), dazu kommt die Untermalung sämtlicher Riffs mit der Double-Bass-Pedale, die im unaufhaltsamen Geprügel nur den höchsten Gang kennt. Auch der Gesang ist in nichts besonders, vor allem in den mittleren Lagen verbirgt er die Grautöne einer ausdruckslosen Darbietung nicht, was ihn keinen Millimeter über den nackten Durchschnitt hebt.
Das Album, das diesmal in meinem CD-Player rotiert, ist wirklich nur für die eingefleischtesten Power-Metal-Maniacs gedacht, die einfach alles aufkaufen, was in diesem Genre in den Regalen steht.
Habe ich vielleicht vergessen, noch etwas hinzuzufügen?
Besetzung
George Charalambous – Gesang
Harrys Pari – Gitarre
Stefanos Psillides – Keyboards
Miguel Trapezaris – Bass
Andreas Charalambous – Schlagzeug
Produktion
R.D. Liapakis
Tracklist
1. Eternal Damnation (04.47)
2. My Winter Sun (04.54)
3. Get Me Out (03.56)
4. Hold My Hand (05.10)
5. A Secret Once Forgotten (05.27)
6. Goodbye (05.42)
7. Spring Of Life (04.10)
8. Can You Hear Me (05.19)
9. For I Have Sinned (03.03)
10. To You Sail Tonight (06.36)
11. Suicide Note (04.49)
Spielzeit: 53.53