Escape Into The Sun

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Künstler: O'Hora, Tony
Label: Frontiers Records
Veröffentlichung: 2006
Bewertung: 4/5

Tony O’Hora ist der Typ, der bei Praying Mantis auf den Platten „Forever In Time“ (2000) und „Nowhere To Hide“ (1998) gesungen hat. Eigentlich ist er Lehrer an einem Musikkolleg, doch nach seinem jüngsten Abgang bei The Sweet hat er endlich die Zeit gefunden, ein fantastisches Soloalbum aufzunehmen. Sämtliche Instrumente hat darauf das musikalische Genie Magnus Karlsson (Last Tribe) furios eingespielt. Tonys großartige Stimme gehört zu denen, die bis heute irgendwie unglücklich übersehen wurden.

Karlsson hat letztes Jahr bereits als Songwriter und Gitarrist am Debüt von Starbreaker mitgewirkt und außerdem einen großen Teil zum starken Russel Allen & Jorn Lande-Album „The Battle“ beigesteuert. Vielleicht klingt „Escape Into The Sun“ einen Tick weniger hart, dafür kommt das Album mit einer außergewöhnlichen, kristallklaren Produktion daher, klar wie der hellste Tag. Die Gitarren bauen einen riesigen Sound, haben Schärfe und füllen das Klangbild entschlossen aus, wie es sich für einen melodischen Hard’n’Heavy-Ansatz gehört. Karlsson steht für einen echt skandinavischen, haarspalterisch ausgefeilten Ansatz. Die Produktion stammt aus den späten Achtzigern, mit betonter Tiefe auf den Drums, die der Rhythmusgruppe die nötige Portion erotische Intensität verpasst, dazu maximal aufgedrehte Gitarren mit offenen Riffs und brillante Gitarrensoli à la „golden era Europe“. Das alles hält Tonys unverwechselbare, leicht raue Stimme zusammen, die ein außergewöhnliches Gespür für Melodie auszeichnet. Die wird fantastisch von „Back“-Gesangsharmonien edelster AOR-Herkunft umarmt. Magnus und Tony sind die ganze Zeit wie in einer Art Trance auf derselben Wellenlänge und in makelloser, stimmiger Kommunikation. Deshalb sind alle Songs wirklich groß. Obendrein hat Magnus meisterhaft Synthesizer in den musikalischen Ausdruck eingewoben, die über die Gitarre gespielt sind, und „Escape Into The Sun“ hat eine hochvibrierende Stimmung, bei der beim Hören dieser Platte garantiert die Gänsehaut nicht ausbleibt. Die Nummern haben einen melancholischen Beigeschmack. Auch wenn es sich um ein AOR-Metal-Album handelt, sind die Songs scharf, aber wie gesagt, mit meisterhaft geformten Melodien. Keine Sorge, das Album ist kein Geheule für „One Night Stand“-Bräute. Stilistisch liegt es auch nah an den heutigen Praying Mantis, zeichnet sich durch enorme Wucht und große Melodien aus, die dich sofort „auf Anhieb“ bei den Ohren packen und nicht mehr loslassen. Die Songs sind gleichwertig, Highlights lassen sich schwer rausgreifen, ich würde sagen, jeder Song ist für sich ein echter Höhepunkt seiner Sorte. Und so hat das Album folglich auch nicht den kleinsten Patzer.

Bei der schon erwähnten Klasse des Produkts und seiner Makellosigkeit ist es faszinierend, wie zwei Menschen so stimmig zueinanderfinden. Tonys Spitzenstimme trifft auf die musikalische Versiertheit des Multiinstrumentalisten Magnus Karlsson. „Escape Into The Sun“ ist wirklich eine echte AOR-Metal-Delikatesse. Grenzenlose Melodik, musikalische Perfektion in der Stimmigkeit der Motive, beeindruckende Refrains, getragen von hoher Atmosphäre und in einen Hauch Dramatik gehüllt. Ein Album, das sich jeder Fan von Variationen zum Thema AOR-Metal und AOR-Rock nur wünschen kann.

Besetzung

Tony O’Hora – sämtliche Vocals
Magnus Karlsson – alle Instrumente

Produktion

Magnus Karlsson

Tracklist

1. Broken Soul
2. Escape Into The Sun
3. No More Innocence
4. High Enough
5. My Final Prayer
6. Dreamless Nights
7. More Than We Know
8. Close To Me
9. Evil Love
10. Black Wings
11. Start All Over
12. Never Alone

Spielzeit: 54:52

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