Doors
Interpret: Doors, The
Label: Atlantic Records
Veröffentlichung: 1967
Bewertung: 4/5
Das Album, das schlicht den Namen der Band The Doors trägt, erschien 1967 und gehörte neben Sgt. Pepper’s Lonely Heart Club Band der legendären The Beatles zu den besten künstlerischen Werken des Jahres. Dazu gilt es als eines der besten Alben der Band überhaupt, kreativ wie kommerziell, denn es hat eine riesige Hörerschaft angezogen.
Den größten Einfluss auf die Entstehung des ersten Doors-Albums hatte ganz klar Sänger Jim Morrison. Er zeigt sich hier nicht nur als Rocksänger, sondern auch als Poet, denn den Großteil der Texte hat genau er beigesteuert. Es war das erste erfolgreiche Album, das die Seele des Rock mit Jazz, Latin-Rhythmen, schlichtem Pop und reinem Blues verband. Man könnte sagen: für jeden ist was dabei! Genau diese stilistische Vielfalt macht die Doors so anders und so unverwechselbar, aber auf dem Debüt ist sie noch viel offensichtlicher, weil die Band damals nur so vor Energie und Ehrgeiz strotzte.
Das Herzstück des Albums ist der Popsong „Light my Fire“, an dem man die Doors auch heute noch fast überall erkennt. Musik und Text greifen phänomenal ineinander und treiben so die Spannung hoch, bis am Ende der „echte visuelle Orgasmus in Form von Klang“ kommt, ausgelöst durch den Schluss: „C’mon, c’mon, c’mon!“. Spannend ist vor allem, dass der Text des kommerziell erfolgreichsten und bekanntesten Songs von The Doors nicht von Jim Morrison stammt, sondern von Gitarrist Robie Krieger. Im Original war der Song länger, er enthielt nämlich einen langen Solo-Part, aber auf Drängen der Radiosender musste er offenbar gekürzt werden. Ein weiterer typischer, aber härterer Song ist auf jeden Fall „Break on Through (to the other side)“, mit dem das Album eigentlich beginnt. Der Orgelsound unter den Fingern von Ray Manzarek, Morrisons kerniger Gesang und der typische Text zeigen uns den wahren, sogenannten typischen „Doors sound“, an dem man sie überall erkennt. Große Bedeutung hat auf dem Album der epische Song „The End“, der sowohl für seinen mystischen Inhalt bekannt ist (er malt uns nämlich eine Szene ödipaler Liebe aus) als auch dafür, dass er der längste Song des ganzen Albums ist, denn er dauert gut über elf Minuten. Der Song beginnt mit sanften Gitarrenklängen und Tamburinschlägen, bis sich plötzlich Morrisons düstere, predigerhafte Stimme meldet und uns eine Geschichte vom Tod zu erzählen beginnt. Die Schlagzeug-Einlagen von John Densmore geben Morrison den ganzen Song über lyrische Freiheit, und genau deshalb hat Jim den Text meistens ganz nach Lust und Laune angepasst. Im Gegensatz zu all dieser Düsternis betont „Soul Kitchen“, wie wichtig es ist, bestimmte Dinge vergessen zu können, wenn wir in dieser grausamen Welt emotional unversehrt bleiben wollen („learn to forget“), und dann ist da noch das provokante „Twenty Century Fox“, das schon im Namen Kritik an einer der größten bekannten Filmproduktionen des letzten Jahrhunderts versteckt. Die wunderschöne Ballade „The Crystal Ship“ ist im Grunde ein Liebeslied, gewürzt mit Untertönen von Leidenschaft und Begierde, und zeichnet das Bild von Morrisons Ikone auf tausenden Postern und Plakaten, die die Wände seiner Fans zieren. Außerdem finden wir auf dem Album zwei Coverversionen, nämlich „Alabama Song“, der sich auf die alte deutsche Oper von Kurt Weill und Bartolt Brecht bezieht – The Rise and Fall of the City of Mahagonny von 1920 – und den Song „Back door Man“ von zwei der größten Bluesmusiker des zwanzigsten Jahrhunderts, Willie Dixon und Chester Burnett, auch bekannt als Howlin‘ Wolf. Gegen Ende gibt es auch etwas leichtere Songs, wie zum Beispiel „I Look at You“, das hypnotische „End of The Night“ und „Take It As It Comes“, die zwar keinen tieferen Inhalt haben (vielleicht sind den Jungs die Ideen ausgegangen), aber trotzdem das Gesamtbild des Albums abrunden.
Das Album gehört auf jeden Fall zu den Rockklassikern, und ich würde es wirklich jedem empfehlen, besonders aber denen, die die Musik von The Doors noch nicht kennen. Für die damalige Zeit war es etwas völlig Neues, und mit seinem melancholischen Sound und den geheimnisvollen Texten verschaffte es den Doors nicht nur Ruhm im Augenblick, sondern auch einen festen Platz in der Geschichte der Rockmusik.
Besetzung
Jim Morrison: Gesang
Ray Manzarek: Keyboards
Robby Krieger: Gitarre
John Densmore: Schlagzeug
Produktion
Paul A. Rothchild
Tracklist
1.Break on through(to the other side)
2.Soul Kitchen
3.Crystal Ship
4.A twentieth century fox
5.Alabama song (Whiskey bar)
6.Light my fire
7.Back door man
8.I looked at you
9.End of the night
10.Take it as it comes
11.The end
Spielzeit: 43.05