Die 15 besten Themen-Metal-Bands

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Musik ist nicht nur ein ernstes Geschäft – manchmal ist ihre Aufgabe schlicht und einfach Spaß. Für den größten Spaß sorgen oft am ehesten die verschiedensten bizarren Verkleideten mit erfundenen Geschichten, übertriebenen Kostümen und seltsamen, ungewöhnlichen Themen. Schau dir nur an, wohin Ghost es geschafft hat. Aber auch unter diesen Bands verbergen sich echte Juwelen. Wir haben versucht, die Offensichtlichsten (Ghost, Batushka, …) zu umgehen und weniger bekannte, übersehene vorzustellen – und zwei, die bald auch auf unseren Bühnen zu sehen sein werden. Wer sind also die besten Themen-Metal-Bands? (Falls wir jemanden vergessen haben, erinnert uns in den Kommentaren daran.)

Okilly Dokilly

Die amerikanische Metal/HC-Punk-Band Okilly Dokilly hat zweifellos eines der sympathisch bescheuertsten Konzepte der letzten Zeit. Den Namen und das Aussehen haben sie sich nämlich nach dem größten animierten Popkulturphänomen des 20. Jahrhunderts geliehen – The Simpsons, bzw. einer der zentralen Figuren der Serie, dem religiösen Eiferer Ned Flanders. Head Ned, Bled Ned, Red Ned, Thread Ned und Stead Ned treten nämlich in Wollpullovern auf, tragen runde Brillen, sind natürlich auch mit dem obligatorischen Schnurrbart ausgestattet, und drei Viertel der Texte bestehen aus Flanders-Zitaten. Okilly Dokilly veröffentlichten ihr Debüt Howdilly Doodilly im November 2016 und machten mit dem Musikvideo zu White Wine Spritzer auf sich aufmerksam (eine Anspielung auf den bekannten Phil Anselmo-Vorfall). Im März dieses Jahres erschien der Nachfolger Howdilly Twodilly, und diesen Samstag, den 30.11.2019, können wir die »Flandersismen« live beim Winterdays of Metal 2019 erleben. »Hi diddly ho neighborinos!«

Gwar

Die kultigen amerikanischen HC/Punk/Metal-Jungs von Gwar trugen Monsterkostüme, lange bevor die finnischen Lordi das beim Eurovision Song Contest vorgeführt haben. Die grotesken Kostüme, in die die Bandmitglieder gehüllt sind, stellen barbarische interstellare Krieger dar, eine Art Weltraumpiraten, und ihre Mythologie spinnt und entfaltet sich von ihrem Studiodebüt Hell-o! (1988) bis zum aktuellen Album The Blood of Gods (2017). Gwar waren ursprünglich nur die Vorband der Hauptband der damaligen Bandmitglieder Death Piggy, was sich aber schnell änderte, da das Publikum größtenteils nur wegen Gwaaarrrgghhlllgh (wie sie damals hießen) kam und ging, bevor Death Piggy die Bühne betraten. Die Kostüme waren ursprünglich nur als Witz gedacht, da Dave Brockie jemanden kannte, der sie für Filme herstellte, aber die Idee kam so gut an, dass Gwar als Weltraumpiraten bis heute geblieben sind. 2014 starb leider das Gründungsmitglied Dave Brockie (bei Gwar: Oderus Urungus) an einer Überdosis Heroin, seitdem agieren Gwar ohne ihre ursprünglichen Mitglieder. Gwar sind bekannt für ihre kontroversen Live-Auftritte, die viel Besprengen des Publikums mit allerlei Körperflüssigkeiten der Mitglieder Blothar, BalSac, the Jaws of Death, Jizmak Da Gusha, Beefcake the Mighty und Pustulus Maximus beinhalten, sowie für abgedrehten Humor und politische Satire. Wie das live aussieht, könnt ihr am 12.12.2019 selbst erleben, wenn Gwar mit Voivod in der Kino Šiška auftreten!

Spinal Tap

Einer der besten »Mockumentaries« aller Zeiten ist zweifellos das geniale This Is Spinal Tap von Regisseur Rob Reiner. Darin begleitet er als Martin Di Bergi die fiktive englische Band Spinal Tap, deren Kern das Trio David St. Hubbins (Veteran-Schauspieler Michael McKean), Nigel Tufnel (Christopher Guest) und Derek Smalls (Harry Shearer, vor allem bekannt als Synchronsprecher zahlreicher Figuren in The Simpsons, u.a. als Mr. Burns, Ned Flanders und Dr. Hibbert) bildet – während einer katastrophalen Amerika-Tournee zur Präsentation des Albums Smell the Glove. Der Film begleitet die zahlreichen Missgeschicke der Band, darunter explodierende Schlagzeuger und zu kleine Bühnenrequisiten für Stonehenge – und das Anschauen ist wirklich Pflicht. Spinal Tap haben in ihren Filmrollen tatsächlich auch einige echte Alben veröffentlicht, das letzte Back From the Dead im Jahr 2009. Im selben Jahr traten sie auch in der Webley Arena in London auf, im Rahmen ihrer »One Night Only World Tour«.

Ghoul

Die kalifornische Death/Thrash-Metal-Band Ghoul, bestehend aus Mitgliedern von Bands wie Exhumed und Impaled, kommt zwar aus Oakland, behauptet aber, eigentlich aus der Stadt Creepsylvania in Rumänien zu stammen. Die Band, die mit Kartoffelsäcken vermummt auftritt, besteht aus Digestor, Cremator, Fermenter und Dissector, und in ihren Texten singen sie von den Abenteuern und Missgeschicken in einem kleinen rumänischen Städtchen, wo Horror, Tod und Rap aufeinandertreffen. In den Texten begegnet das besagte Quartett abgedrehten Figuren wie Kogar the Destructor, Bernard Fussbottom, The Mutant Mutilator, Mr. Fang und Killbot. Letzterer besiegt Ghoul auf dem Album Splatterthrash und verwandelt Creepsylvania mithilfe eines religiösen Kults in einen fundamentalistisch-christlichen Staat, woraufhin Ghoul beginnen, ihre Rache zu planen.

Macabre

Das amerikanische Trio gilt als Band, die mit ihrem frühen Schaffen sowohl musikalisch, aber vor allem lyrisch den damals aufkommenden Death Metal beeinflusst hat. Macabre spielen ihr eigenes Genre, den sogenannten Murder Metal – eine Mischung aus Grind sowie Thrash- und Death Metal und sogar Kinderreimen und Abzählversen –, benannt nach der Thematik, über die Macabre singen. Corporate Death, Nefarious und Dennis the Menace sind nämlich besessen von Serienmördern; einen der bekanntesten, John Wayne Gacy, sollen sie angeblich sogar persönlich kennengelernt haben. In ihren Texten haben sie auf ihre eigene Art mit krankem Humor Namen wie Ted Bundy, Edmund Kemper, Zodiac, Jack the Ripper, Albert Fish und Richard Ramirez gehuldigt, ihr Lieblingsserienmörder ist aber Jeffrey Dahmer, dem sie das 2000 veröffentlichte Konzeptalbum Dahmer gewidmet haben.

Brujeria

Chihuahuas, Tortillas, Burritos und Chimichangas sind mexikanische Stereotype – und die bringt das mexikanische Death/Grind-Narko-Satanisten-Kollektiv Brujeria in etwas düsterer Form daher. Drogen, Sex, Satanismus und Rassismus gegen Weiße sind die Stereotype, von denen die Hexenrituale der Band handeln, die bis heute maskiert und unter erfundenen Namen auftritt (weil sie angeblich Drogenbosse und Schmuggler sind). Die Band wurde von Mitgliedern von Bands wie Fear Factory und Faith No More gegründet, das einzige Originalmitglied ist aber die zentrale Figur Juan Brujo. Brujeria sind auch alte Bekannte auf slowenischen Bühnen, da sie schon mehrfach bei uns aufgetreten sind, und mit der vor zwei Jahren erschienenen EP Viva Presidente Trump! sowie dem Album Pocho Azltan haben sie ihre Wut vor allem gegen Trump und die rechte Einwanderungspolitik gerichtet.

Grindfeld

Nach Okilly Dokilly noch eine weitere »TV«-Band auf der Liste. Grindfeld wurde vom Trio Jared Klein (Rivers of Nihil), Joel Moore (Wretched) und Monte Barnard (Alterbeast, ex-Fallujah) gegründet, und ihr Konzept ist eine Hommage an die beste Sitcom aller Zeiten, Seinfeld. Das Death/Grind-Trio hat bis heute als einzige Platte die 2018 erschienene EP 5 Songs About Nothing veröffentlicht, auf der sich auch der obligatorische Evergreen befindet, inspiriert von der Kultepisode The Soup Nazi.

Hoth

Das amerikanische Duo Hoth, bestehend aus David Dees und Eric Peters, hat sich mit dem letztes Jahr erschienenen Album Astral Necromancy ziemlich von seinem ursprünglichen Konzept entfernt, verdient sich den Platz auf der Liste aber dennoch vor allem dank seines erstklassigen Vorgängers Oathbreaker. Hoth haben sich nach dem Eisplaneten aus The Empire Strikes Back benannt, sogar das Band-Logo imitiert die Silhouette eines TIE Fighters, und Oathbreaker ist ein erstklassiges Konzeptalbum über den Aufstieg (und/oder Fall) von Darth Vader. Auf ihm spielen Hoth melodischen Death/Black Metal im Stil der besten Momente von Dissection, und mit der Star-Wars-Thematik haben sie auch auf ihrem Debüt Infinite Darkness gespielt. Die Band hat bis heute leider nur eine Handvoll Konzerte in den USA gespielt, aber auch dabei ihrem Konzept treu geblieben – live treten sie nämlich im Stil der Sith mit schwarzen Kapuzen vermummt auf.

Cannabis Corpse

Der Name der Band spricht für sich. Das Nebenprojekt von Land Phil (Municipal Waste) ist eine Parodie auf Cannibal Corpse, offensichtlich inspiriert von der grünen Pflanze. Trotz seines humoristischen Charakters – sie machen sich vor allem über Metal-Klischees lustig – spielt die Band sehr qualitativ hochwertigen Old-School-Death-Metal mit starken Riffs und brutalem Gesang. Cannabis Corpse vereinen in ihren Album- und Songtiteln geschickt Namen kultiger Metal-Werke mit »Kiffer-Terminologie« – Cannibal Corpse (Blunted at Birth, Tube of the Resinated und The Weeding), Entombed (Left Hand Pass), Gorguts (From Wisdom to Baked) und das dieses Jahr erschienene Album Nug So Vile (Cryptopsy).

Botanist

Botanist ist ein amerikanisches Black-Metal-Kollektiv, das vor zehn Jahren von Otrebor gegründet wurde. Im Gegensatz zu klassischen Black-Metal-Bands verwenden Botanist keine Gitarren, sondern verzerrte Hackbretter, und zu den größten Einflüssen zählen The Ruins of Beverast, Ulver, Immortal, Martyr, Helloween sowie die Komponisten Bach und Vivaldi. The Botanist ist eigentlich die Figur, durch die sich Otrebor ausdrückt, und durch die Texte präsentiert er eine romantische Sicht auf eine Welt, die nach dem Aussterben der Menschheit von Pflanzen übernommen wurde. Otrebor verwendet dafür die Fachbezeichnungen von Pflanzen und Insekten, wozu ihn Carcass inspiriert haben.

Galactic Empire

Noch eine weitere Star-Wars-Band auf der Liste: Galactic Empire covern die legendäre Musik von John Williams als Heavy Metal. Die Band besteht aus Boba Sett (Schlagzeug), Bass Commander (Bass), Dark Vader (Gitarre), Kyle Ren (Gitarre) und Red Guard (Gitarre). Dass sie dabei in perfekten Repliken von Darth Vader, Stormtroopern und anderen Charakteren gekleidet sind, ist nur noch das Tüpfelchen auf dem i.

Dethklok

Die amerikanische melodische Death-Metal-Band entstand als Materialisierung der fiktiven Band Dethklok aus der Animationsserie Metalocalypse. Darin verfolgen wir die abgedrehten Abenteuer der Band, bestehend aus Nathan Explosion (Gesang; die Figur wurde von George »Corpsegrinder« Fisher inspiriert), Skwisgaar Skwigelf (Gitarre; inspiriert von Alexi Laiho), Toki Wartooth (Gitarre; inspiriert von Fredrik Thordendal), Pickles (Schlagzeug; inspiriert von Devin Townsend) und William Murderface (Bass; inspiriert von Geezer Butler). Serienschöpfer Brendon Small hat Dethklok auch auf die Bühne gebracht, und neben ihm agieren darin noch Drum-Legende Gene Hoglan und Gitarrist Bryan Beller. Dethklok haben in zehn Jahren ihres Bestehens vier Alben aufgenommen und 2016 aufgehört, dieses Jahr scheinen sie aber wieder auferstanden zu sein.

F.K.Ü.

Den schwedischen Thrash-Metallern F.K.Ü. (Abkürzung für Freddy Kruger’s Ünderwear) ist nur eines wichtig – Horrorfilme. Ihre Texte sind nämlich gespickt mit Referenzen auf Kulthorrorfilme der Achtziger. In ihren Texten begegnen uns so Hommagen an Filme wie Evil Dead, Friday the 13th, The Beyond, Halloween, Maniac Cop und natürlich A Nightmare on Elm Street, nach dessen Hauptschurken die Band ihren Namen trägt.

Powerglove

Die amerikanische Power-Metal-Band hat sich schon den Namen nach dem legendären Nintendo-Zubehör aus dem Jahr 1989 gegeben, dem Power Glove, der innerhalb eines Jahres kläglich gescheitert ist, aber Kultstatus erreicht hat. Powerglove spielen Metal-Versionen klassischer Videospiel-Themen. Spielefans werden so leicht die Musik aus Spielen wie Mega Man, Mortal Kombat, Castlevania, Sonic the Hedgehog und anderen wiedererkennen. Auf dem zweiten Album Saturday Morning Apocalypse sind Powerglove auf Themen aus TV-Serien, Filmen und Zeichentrickfilmen umgestiegen, darunter aus Pokemon, Batman, The Simpsons, The Nightmare Before Christmas und The Flintstones.

Necrophagia

Wenn Macabre die Ersten waren, die über Serienmörder sangen, dann waren Necrophagia die Ersten, die über B-Horrorfilme sangen, und Bandgründer und Sänger Frank »Killjoy« Pucci galt als echter Kenner dieses Filmgenres. Bei Necrophagia findet man so Hommagen an Hammer-Filme, den italienischen Giallo (vor allem an die Regisseure Dario Argento, Mario Bava und Lucio Fulci) sowie an verbotene Splatterstreifen wie Cannibal Holocaust. Necrophagia gehören außerdem zu den ersten Death-Metal-Bands überhaupt, da sie ihr Debüt Season of the Dead praktisch gleichzeitig mit Scream Bloody Gore veröffentlicht haben. Leider haben Necrophagia aufgehört, weil Killjoy letzten März an einem Herzanfall starb – er hinterlässt aber ein riesiges und ewiges Vermächtnis des (musikalischen) Ekels.

1 Kommentar
  1. Hooligan sagt

    Briujiera narko kralji???!!!
    Informirajte se…

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