Christopher Owens veröffentlicht sein Solo-Debüt
Er sieht aus wie Kurt Cobain, singt wie Elliot Smith. Aber er ist weit mehr als noch eine seelenlose Kopie.
Christopher Owens wurde von einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte geprägt. Als Kind reiste er mit seiner Familie im Rahmen des ziemlich rigiden Religionskults Children of God um die Welt (ein paar Monate verbrachte er als Teenager sogar in Slowenien) und machte dabei einiges durch. Im späten Teenageralter hat er sich schließlich irgendwie losgerissen und begann seinen eigenen Weg zu bahnen – im Widerspruch zu allem, was er zuvor erlebt hatte. Heute ist er mit 33 Jahren vor allem als ehemaliger kreativer Kopf der Indie-Band Girls bekannt, die vor zwei Jahren mit dem Album Father, Son & Holy Ghost einen echten Wirbel in der Indie-Szene entfacht haben. Das Album begeisterte alle und räumte Ende des Jahres reihenweise die Spitzenplätze der „Best of“-Listen 2011 ab. Doch leider fühlte sich Owens in der Band innerlich leer. Er verlor langsam jegliche emotionale Bindung zur Band und löste sie vor einem halben Jahr endgültig auf. Die Entscheidung kam völlig unerwartet, aus heiterem Himmel. Und sorgte für den nächsten Aufruhr. Wie sollte es weitergehen? Würden wir überhaupt noch was von ihm hören? Es war nämlich bekannt, dass Owens mit einer schweren Drogensucht zu kämpfen hat, gelegentlichen Depressionen…Dazu kommt, dass er von Natur aus sehr zerbrechlich und instinktiv ist – seine Interviews gelten als die reinste Definition eines Ausbruchs an Ehrlichkeit. Aber Owens räumte schnell mit allen Gerüchten auf und kündigte eine vollständig solistische Fortführung an (dabei hatte er schon innerhalb der Band den Großteil der Songs selbst geschrieben und zuletzt auch produziert). Das Endprodukt seines solistischen Musikschaffens steht nun endlich in den “Regalen“. Das Album Lysandre kannst du dir unten auch in voller Länge anhören.
Auch wenn man seine musikalische Schöpfung in die Indie-Schublade steckt, war sein musikalischer Ausdruck innerhalb der Band Girls dem klassischen Rockverständnis nahestehend – das sich mit den Jahren aber immer stärker auf Folk stützte: viel Akustik, einprägsame Soli und melodische Akkorde. Lysandre ist in diesem Kontext die Vollendung einer musikalischen Transformation: Die Energie des Rocks wurde durch das bekenntnishafte Sentiment der Folk-Tradition ersetzt. Das hört man schon an der ersten Single mit dem Titel Here We Go. Und dennoch: Owens bleibt ein verspielter, dynamischer und ausgesprochen melodischer Musikschöpfer. Zeitweise liebäugelt er sogar mit dem Jazz und webt eine beachtliche Zahl verschiedenster Instrumente in die Klanglandschaft ein.
Das komplette Album kannst du auf seiner Seite anhören: LINK zur Seite.
Here We Go:
Trailer zum neuen Album:
Zum Abschluss noch der Song “Vomit“, der innerhalb der Band Girls für das vielgepriesene Album Father, Son & Holy Ghost entstand: