Billy Idol in Wien

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Billy Idol / 05.12.2005 / BA-CA Halle / Wien / Österreich

Geboren in England (Middlesex) am 30.11.1955 als William Michael Albert Broad, war Billy Idol neben Duran Duran einer der ersten Pop-Rock-Künstler, denen es in den frühen Achtzigern gelang, ganz nach oben zu klettern und massiven Erfolg einzufahren. Idol packte die Sache mit einer interessanten Formel an: Er kombinierte den Look des bösen Jungen, der mit seiner arroganten Optik aufs weibliche Geschlecht besonders verderblich anziehend wirkte,  mit den modernen Schlenkern des damaligen New Wave im Pop-Rock, streute eine passende Prise Punk-Attitüde dazu und unterfütterte das Ganze stellenweise mit verführerischen Tanzbeats.. Nach einem Jahr an der Universität Sussex war Billy offensichtlich viel zu clever, um sich dort allzu lange das Hirn waschen zu lassen. Also düste er direkt in eine Teenager-Punkband namens The Bromley Contingent. Kurz darauf nannte er sich Billy Idol und gründete die Band Chelsea, wo er für kurze Zeit auch zur Gitarre griff. Bald ließ er auch die Kumpels bei Chelsea (und die Gitarre) hinter sich und widmete sich voll und ganz dem Mikrofon. Da war er schon in der neuen Punkband Generation X, und wir schrieben das Jahr 1976. Die Band unterschrieb bei Chrysalis Records und veröffentlichte 1978 ihr selbstbetiteltes Debüt, ein Jahr später „Valley of the Dolls“ und kurz vor der Auflösung 1981 noch das dritte und letzte Album mit dem Titel „Kiss Me Deadly“.

Enttäuscht vom kläglichen Ende der Band ließ sich Idol in New York nieder und machte als Solokünstler weiter. Er tat sich mit dem Kiss-Manager Bill Aucoin zusammen und brachte noch 1981 die EP „Don’t Stop“ heraus, die eine Coverversion des Sechziger-Hits „Mony Mony“ von Tommy James enthielt. Mit der EP überzeugte er Chrysalis Records erneut und unterschrieb bei ihnen einen neuen Vertrag. Idol landete damals in der perfekten Kombination mit seinem neuen Partner Johnny Thunders, einem Gitarristen, der als Steve Stevens viel bekannter ist, und veröffentlichte 1982 sein Debüt, das schlicht „Billy Idol“ hieß. Dazu drehte er das unvergessliche Video zu White Wedding und noch eins zu Dancing With Myself, einer Neufassung eines Songs seiner ehemaligen Band Generation X. Dieses Video verhalf dem „struppigen Wasserstoffblondinen“ zu immer größerer Popularität, und sein Debüt wurde mit Gold ausgezeichnet. Alles war angerichtet für den großen kommerziellen Durchbruch, und 1983 brachte Idol die Platte „Rebel Yell“ heraus. Sie wurde das meistverkaufte Album seiner gesamten Solokarriere und erreichte doppeltes Platin. Mega-Hits wie Eyes Without A Face oder Flesh For Fantasy krönten Idol zum Star der großen Arenen und Stadien, die er mit seinen Live-Auftritten unaufhaltsam füllte. Drei Jahre später erschien „Whiplash Smile“, geprägt von den Hits Sweet Sixteen und To Be A Lover, doch das Album konnte nicht an den kommerziellen Erfolg von „Rebel Yell“ anknüpfen. Stevens haute von Idol ab und gründete seine eigene Band namens Steve Steven’s Atomic Playboys.

1987 erschien das erste Best of „Vital Idol“, zeitgleich mit massiver MTV-Dauerrotation des Hits Mony Mony. Während der Aufnahmen zum Nachfolger von „Whipash Smile“ schloss sich Idol einer Truppe klangvoller Starnamen an, die den Who-Klassiker „Tommy“ aufführten, wobei Idol die Rolle des sadistischen Cousin Kevin spielte. 1990, genau zum Erscheinen des neuen Studioalbums, wäre Billy bei einem Motorradunfall fast sein Bein losgeworden. Die Folgen dieses Unfalls sind auch im Video zu Cradle Of Love gut zu sehen, dem Aushängeschild des Multiplatin-Albums Charmed Life.

Billy Idol versuchte sich auch in einer Nebenrolle in Oliver Stones Film „The Doors“. Das fünfte Album „Cyberpunk“ erschien 1993. Doch Idol war darauf nicht mehr der „wasserstoffblonde Igel“, stattdessen wich die stachelige Frisur „Dreadlocks“, und in seiner Musik tauchten häufig Experimente mit Techno-Rhythmen auf. Das Ganze erwies sich als nicht gerade glückliche Idee, und das Album landete undankbar auf dem Müllhaufen der Rockgeschichte, denn es schaffte es in keine einzige der Verkaufscharts. Gleichzeitig steckte Idol bis zu den Knien in der Drogensucht, die ihn fast zu seinem eigenen kläglichen Ende führte, denn wegen einer Überdosis wurde er in einem Krankenhaus in Los Angeles gerade noch gerettet. Dort blieb die Rock-Ikone zur Behandlung. Bis 1998 hörte man von Idol nichts mehr. Dann tauchte er in der Komödie „The Wedding Singer“ in der Rolle seiner selbst auf, was das öffentliche Interesse an ihm neu weckte. Idol tat sich wieder mit Stevens zusammen. 2001 erschien seine zweite Best-of-Kompilation „Greatest Hits“, die allein auf dem amerikanischen Markt 500.000 Mal verkauft wurde. Der Sänger ersteht damit wieder von den Toten auf und veröffentlichte im Frühling dieses Jahres sein lang erwartetes sechstes Studioalbum „Devil’s Playground“ bei Sancturay Records. Erkennbar am guten alten Idol-Charme klingt es von all seinen Studioalben definitiv am wütendsten und arrogantesten bisher.

Mit Concert Freak, seid ihr Anfang Dezember jedenfalls zu Billys Konzert in Wien eingeladen.

Billy Idol Diskografie:
Billy Idol (1982)
Rebel Yell (1983)
Whiplash Smile (1986)
Vital Idol (1987)
Idol Songs: 11 Of The Best (1988)
Charmed Life (1990)
Cyberpunk (1993)
Greatest Hits (2001)
VH 1 Storytellers (2002)
The Essential (2003)
Devil’s Playground (2005)

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