Back In The Ring

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Künstler: Vengeance
Label: MTM Records
Veröffentlichung: 2006
Bewertung: 3.5/5

Vengeance, die Band, die 1983 von Gitarrist Arjen Anthony Lucassen gegründet wurde (heute Boss der Progressive-Rock-Truppe Ayreon), meldet sich mit ihrer „Heavy-Rock’n’Roll“-Platte zurück, echte traditionelle Old School aus den Achtzigern. Dabei liefert die Band 11 Songs, die kaum mal nach links oder rechts ausscheren, sondern beim Grundrezept bleiben: volle Kanne draufhauen, ganz ohne Kompromisse. Es geht auf den Schienen der klassischen Krokus entlang, mit dem frechen, ungezähmten Hauch von Wildheit à la AC/DC und der „heavy-metallischen“ Wut und Sprengkraft von Accept (Song Mind Over Matter). Einer der Hauptschuldigen für dieses Plattenergebnis ist neben dem typischen Gitarren-„Riffing“ von Vengeance wieder einmal der rau-kratzige, hemmungslos ungezähmte Gesang von Leon Goewie, der ganz in den Fußstapfen des guten alten, verstorbenen Bon Scott (Ex-AC/DC) wandelt.

Für die Produktion zeichnet Michael Voss verantwortlich, Gitarrist bei Mad Max, Casanova, Silver, der auch etwas Material beigesteuert hat, dazu Keyboards, die er als Sample über die Platte streut, und Gitarren! Die Produktion ist dick und voluminös, dass es nur so kracht! Roh und typisch deutsch. Beim Hören stellen sich einem die Nackenhaare auf wie nix. Die Gitarren-„Riffs“ sind herrlich druckvoll nach vorn geschoben, und man kann buchstäblich nicht stillstehen, sobald man auf „Play“ drückt. Hymnische Refrains, schlichte Strickmuster, aber genau diese Songs packen dich gierig an der Kehle und hauen dir eine zwischen die Augen. Bombe um Bombe. Kurz: Vengeance bleiben die edle niederländische Dynamitfaust, und das Cover könnte nicht besser zur Musik passen, die sie pflegen! Die Jungs packen jede Menge ausgezeichneten Humor in die Texte, der perfekt zu dieser Art von Musik passt, vor allem die Songs Back In The Ring, Holy Water, Bad Attitude und Cowboy Style sind besonders teuflisch gut!

Auf diesem Album versammelt sich ein All-Star-Team. Das beweist, dass Vengeance Perfektionisten sind, trotz der schlicht abgefeilten elf Brecher dieses Albums, die komplett vorhersehbar einer nach dem anderen abgespult werden. Co-Autor des Songs Captain Midnight ist Paul Sabu, was sich in der leicht AOR-gewürzten Melodie niederschlägt, für die Sabu verantwortlich ist, während Arjen Lucassen der ultimative Sünder für das Computer-Sample ist, das ins Grundgerüst des Songs eingewoben wurde. Auf ein ähnliches AOR-Syndrom stößt man auch im Song Now And Then, wo typische „Eighties“-Keyboards überraschen, die sich in den Sound des Songs einschleichen, dazu stellenweise in den Übergängen absichtlich eingestreute Drum-Verzierungen, die bewusst „glamourös“ klingen.

Für so eine Musik brauchst du echt keinen Doktortitel. Das ist reines „Holzsägen“ und unaufhaltsames Zubeißen über die gesamte Spielzeit des Albums, das garantiert alle Fans simpler Rock’n’Roll-Randale zufriedenstellen wird, und natürlich alle von euch, die ihr dieser Tage ungeduldig auf das neue AC/DC-Album wartet und euch das Warten mit dem neuen Vengeance-Album wirksam verkürzen könnt. Vengeance haben im Ring wieder perfekt zu sich gefunden! Sie teilen aus, dass die Fetzen fliegen, hauen vernichtend zu und boxen nach den edlen Regeln des Rock’n’Roll, ohne einen einzigen unerlaubten Tiefschlag. Ein Erlebnis, das du nur dann bekommst, wenn dir der Blitz aus heiterem Himmel direkt in den Schädel einschlägt!

Besetzung

Leon Goewie – Gesang
Peter “Slash” Bourbon – Gitarre
Barend Courbois – Bass
Hans In’T Zandt – Schlagzeug

GASTMUSIKER:
Michael Voss – Gitarre, Keyboards, Backing Vocals
Michael Eurich – Schlagzeug bei “Rip It Off”
Wolf Hoffmann – Gitarrensolo bei “Mind Over Matter”
Arjen Lucassen – Gitarrensolo bei “Captain Moonlight”
Mat Sinner – Backing Vocals

Produktion

Michael Voss

Trackliste

1. Back In The Ring
2. No Mercy
3. Mind Over Matter
4. Captain Moonlight
5. Holy Water
6. Bad Attitude
7. Had Enough
8. Now And Then
9. Cowboy Song
10. Rip It Off
11. Evelyn

Spielzeit:49.07

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