Arena: Live

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Autor: Peter Podbrežnik

Künstler: Arena
Label: Verglas Records
Erscheinung: 2013
Bewertung: 4.5/5

»Arena: Live« ist das erste Konzertalbum der kultigen Neoprog-Rock-Helden Arena seit 2004 und zugleich ihr erstes Dokument dieser Art mit dem neuen Sänger Paul Manzi in der Besetzung. Aufgenommen wurde es während der Tournee in den Jahren 2011 und 2012, als Arena live das Material ihres damals aktuellen Studioalbums »The Seventh Degree of Separation« (2011) präsentierten und natürlich auch langjährige Favoriten sowie weniger bekannte Stücke aus ihrem reichen Fundus spielten. Die neueste Konzertvideo enthält zwei Discs, vollgepackt mit einigen der besten Momente der genannten Konzerttournee, sodass alle Fans der englischen Neoprog-Helden beim Hören auf ihre Kosten kommen werden. Jede Konzertaufnahme stammt von einem anderen Aufnahmeort, was sich vor allem bei den kurzen Ansagen ans Publikum bemerkbar macht, während die Produktion auf beiden Discs ausgezeichnet ist — bei Arena schon fast Tradition.  

Manzi hatte viele Arena-Fans bereits mit seinem Debüt »The Seventh Degree of Separation« als die richtige Sängerwahl überzeugen können, doch viele waren mehr als gespannt, wie er sich beim Singen des älteren Materials schlagen würde, das seine drei Gesangsvorgänger geprägt hatten. Manzi, der von allen bisherigen Arena-Sängern vielleicht den dunkelsten Vokal besitzt, beweist sich jedenfalls auch live erwartungsgemäß und bewältigt die langjährigen Standards souverän — auch wenn er in die vokale Interpretation älterer Werke nicht ganz so viel Emotion steckt wie sein unvergesslicher Vorgänger Rob Sowden.

Die Hauptqualität von Manzis Gesang liegt darin, dass er einige der besten Eigenschaften seiner Vorgänger in sich vereint (Carsons Pompösität, Wrightsons Theatralik und Sowdens Emotionalität). Auch seine Instrumentalkollegen waren auf dieser Tournee in bestechender Form, was bei jeder einzelnen »Arena: Live«-Aufnahme zu hören ist — sei es Nolans grenzenlose Keyboardspielereien, Mitchells lebhafte Gitarren-Variationen, Jowitts dynamische Basslinien oder Pointers zermalmende Schlagzeugattacken. Die Backing-Vocals von Nolan und Mitchell sitzen genau dort, wo sie sitzen sollen, während die Konzertatmosphäre mitsamt dem lebhaften Publikumsgeschehen durchgehend auf hohem Niveau bleibt.

Arena haben über die einzelnen Aufnahmen auf »Arena: Live« sämtliche Phasen ihrer Karriere abgedeckt — vom Debüt »Songs From The Lions Cage« (1995) bis zu »The Seventh Degree of Separation«. Von letzterem wurden erwartungsgemäß die meisten Stücke gespielt, wobei auch die beiden anderen konzeptuellen Meisterwerke »The Visitor« (1998) und »Contagion« (2003) angemessen vertreten sind. Einzelne Höhepunkte dieses doppelten Konzertzuckers herauszupicken fällt schwer, denn jede Darbietung älterer wie neuerer Stücke ist erstklassig — bei Musikern wie Arena fast schon selbstverständlich. Dennoch seien das postapokalyptische Drama »Ascension«, das mystische Epos »Solomon« sowie der abschließende Konzertklimax mit der Darbietung des phantasmagorischen Meisterwerks »The Visitor« besonders hervorgehoben. Zu den Überraschungen — also Stücken, die nicht selbstverständlich ins Arena-Konzertrepertoire wandern — zählen »Valley of the Kings«, »The Eyes of Lara Moon«, »Ghost in the Firewall« und »Crying For Help IV«, bei denen Manzi endgültig beweist, dass man mit ihm den richtigen Nachfolger für eine großartige Gesangstradition gefunden hat.

»Arena: Live« ist das ultimative Konzerterlebnis für alle Fans der neuesten Version der kultigen Neoprog-Ikonen. Da es wohl noch eine Weile dauern wird, bis das nächste Arena-Studioalbum erscheint, lässt sich die Wartezeit mit diesem ausgezeichneten Doppelkonzertdokument deutlich leichter überbrücken. Arena gehören zu jenen Prog-Bands, die man live nur schwer zu Gesicht bekommt, es sei denn, man wohnt zufällig in Nord- oder Westeuropa — daher ist dieses Album ein echter Trost für alle, die sie während der »The Seventh Degree of Separation«-Tournee verpasst haben. Natürlich werden manche Arena-Fans auf »Arena: Live« bestimmte langjährige Favoriten wie »Witch Hunt«, »Chosen«, »Jericho«, »Medusa«, »The Hanging Tree« und »Enemy Without« vermissen, die diesmal überraschenderweise nicht im Repertoire waren — aber dass die Band nicht stur an den bekanntesten Stücken klebt wie die meisten Rock-Acts, kann man ihnen wirklich nicht als Minuspunkt anrechnen.

Besetzung

Paul Manzi – Gesang
John Mitchell – Gitarre
Clive Nolan – Keyboards
John Jowitt – Bass
Mick Pointer – Schlagzeug

Produktion

Karl Groom und Mick Pointer

Tracklist

CD1:
1. The Great Escape (4:36)
2. Bedlam Fayre (6:04)
3. A Crack in the Ice (4:43)
4. (Don’t Forget To) Breathe (5:07)
5. Rapture (4:30)
6. The Ghost Walks (3:18)
7. One Last Au Revoir (5:14)
8. What If (4:11)
9. Burning Down (4:29)
10. Serenity (2:21)
11. Ascension (5:18)

CD2:
1. Valley of the Kings (10:22)
2. The Eyes of Lara Moon (4:33)
3. Ghost in the Firewall (4:03)
4. Crying For Help IV (5:51)
5. The City of Lanterns (1:26)
6. Riding the Tide (4:34)
7. The Tinder Box (3:51)
8. Solomon (13:55)
9. Crying For Help VII (4:32)
10. The Visitor (7:04)

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