Kämpfer Blaze Bayley mit seiner Crew zum zweiten Mal in der Bluesiana (2017)
Ort: Velden am Wörthersee / Bluesiana Rock Cafe / Österreich
Datum: Dienstag, 25.04.2017
Am 25.04.2017 trat im legendären Musiktempel des österreichischen Kärntens, dem Bluesiana Rock Cafe, zum zweiten Mal in seiner Karriere Herr Blaze Bayley auf. Die verehrte ehemalige Stimme der Iron Maiden, mit der der Autor dieser Reportage auf die eine oder andere Weise bereits das zweiundzwanzigste Jahr in Folge auf Konzerten zusammentrifft. Blaze präsentierte bei seinem erneuten Besuch der Bluesiana sein kürzlich erschienenes Album »Endure And Survive«, das eigentlich der zweite Teil der angekündigten Science-Fiction-Trilogie »Infinite Entanglement« ist.
Noch vor dem Konzert von Blaze Bayley heizten die Italiener Secret Rule, die aus Rom stammen, dem Publikum ein. Das Quartett angeführt von Sängerin Angela Di Vicenzo, dem außerdem angehören: Andy Menario (Gitarre), Michele Raspanti (Bassgitarre) und Andrea Miazzetto (Schlagzeug), schaffte es nicht, aus dem Publikum nennenswerte Mengen an Gegenenergie herauszuholen, doch die Heavy-Metaller präsentierten sich als hervorragend eingespieltes und kompaktes Gespann, das seinen Job mit professioneller Routine erledigt – souverän und rundum kompakt. Etwas störend war lediglich das Soundbild: die Drums waren entschieden zu laut, sodass Angela etwas schlechter zu hören war und auch die Gitarrensoli – an sich von ausgefeiltem und messerscharfem Glanz – nicht wirklich zur Geltung kamen. Die Band pflegt die klassische Form des Heavy Metal, den sie mit höllischer Geschwindigkeit spielen, und liefert gleichzeitig, ganz im Stil der italienischen Metal-Wahrnehmung, auch eine spürbare Note hochgradig ausgearbeiteter Melodiosität und Musikalität. Hut ab also! Solide, aber ohne die erderschütternden Stöße des »noch nie Gehörten«.
Einen Tag vor dem Ljubljana-Auftritt spielte Blaze Bayley mit seiner eingespielten Begleitband – Chris Appleton (Gitarre), Martin McNee (Schlagzeug) und Karl Schramm (Bassgitarre), die unter diesen Namen eigentlich als »drei Viertel« der Gruppe Absolva »firmieren« – eine hervorragende Konzertshow, auch wenn die Veranstaltung erneut »krankte« an einer geringeren Besucherzahl als erhofft. In seinem Stil als »unverbesserlicher Zungenakrobat« wandte sich Blaze kurz nach dem Betreten der Bühne ans Publikum und erklärte, es solle sich keineswegs wundern, warum diesmal etwas weniger Leute zum Konzert gekommen seien – er persönlich habe nämlich nur seinen extremsten und glühendsten Anhängern den Besuch erlaubt, allen anderen hingegen ein Konzertverbot ausgesprochen.
Trotz alledem lieferte Bayley mit einer hervorragend harmonierenden und eingespielten Musikerriege ein exzellentes Konzert ab. Wie zu erwarten. An diesem Abend war er besonders gut gelaunt, und neben seinen berühmten Ansprachen ans Publikum – die fest zum Pflichtprogramm seiner Konzerte gehören und ein essentieller Bestandteil sind, den man bei keiner seiner Shows missen sollte – lieferte er abermals eine glänzende Vorstellung. Nicht nur, dass er an diesem Abend in hervorragender Vokalform war – die gesamte Musikertruppe hatte ständig Spaß und zog auch auf eigene Kosten durch den Kakao. Einen solchen Höhepunkt lieferte die Darbietung einer ausgedehnten Version des Wolfsbane-Klassikers Man Hunt, gespielt als Zugabe, bei der der diesmal »lausbubenhafte« Blaze Bayley in all seiner heiteren Stimmung – die man von dem ewig grimmigen Engländer gar nicht gewohnt ist – nicht einmal mehr länger anhaltende Lachsalven zurückhalten konnte.
An diesem Abend spielte das Quartett eine Setlist, die etwas überraschend von den Songs der letzten beiden Alben dominiert wurde – also von der Präsentation des ersten und zweiten Teils der entstehenden Trilogie. Von den älteren Songs, also jenen aus der Zeit, als er noch unter dem Namen Blaze firmierte, genossen wir die Klassiker Silicon Messiah, Stare at the Sun und Alive, doch diesmal begnügte er sich damit, das Publikum mit nur drei Iron Maiden-Klassikern aus der Zeit zu beglücken, als er für sie sang – man kann sie auswendig aufzählen: Futureal, Clansman und Man on the Edge. Wie immer. Was du siehst, das kriegst du. Eine exzellente Show, begleitet von einem Haufen einfallsreicher Ansprachen zwischen den Songs. Im unverwechselbaren Vokalstil und mit der ansteckenden Charisma, die dieser Musiker schon immer mit vollem Herzblut auf die Bühne bringt. Bayley verkündete zum Schluss, dass er nach Velden am Wörthersee definitiv mit dem letzten, also dem dritten Teil der Trilogie zurückkommt, der noch im nächsten Jahr erscheinen soll.
Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Nataša Pišljar & Aleš Podbrežnik
Setlist:
1. Endure And Survive
2. Escape Veolocity
3. Futureal
4. Blood
5. Silicon Messiah
6. Alive
7. Eating Lies
8. Samurai
9. Human
10. Fight Back
11. The Clansman
12. Calling You Home
13. Stare at the Sun
14. Man On the Edge
15. Dark Energy 256
—Zugabe—
16. Man Hunt
17. A Thounsand Years







































