Discarded Existence in der Gromka! (2017)
Autor: Rok Klemše
Fotos: Aleš Podbrežnik
Ort: Ljubljana / Gromka / Slowenien
Konzertdatum: 27.04.2017
Nicht mehr nur Ljubljaner Thrasher – Panikk haben vor gut einem Monat ihr zweites Studioalbum Discarded Existence rausgebracht, und endlich war es an der Zeit, Discarded Existence auch in Ljubljana vorzustellen. Diesmal begleiteten sie die kroatischen Kollegen Speedclaw, und obwohl am selben Abend im Ort ein brutales Gemetzel mit Benighted an der Spitze stattfand, hatten sich in der Gromka trotzdem ein paar Dutzend gut gelaunte Leute eingefunden.
Als erste schlugen die Speedclaw aus Rijeka mit ihrem altschulmäßig klingendem Speed/Heavy Metal ihre Krallen rein – sie haben letztes Jahr ihre Debüt-EP Iron Speed veröffentlicht. Darauf präsentieren sie sich vor allem im Licht des NWOBHM und der frühen Metallica, und auch in Ljubljana gab’s eine ordentliche Dosis einfachem, aber schnellem und knackigem Heavy Metal. Wohin die Reise geht, verriet schon der visuelle Auftritt der Band mit engen Jeans und weißen Hi-Tops, aber Speedclaw überraschten trotz des klischeehaften Looks angenehm. In gut einer halben Stunde knallten sie eine Handvoll schneller Riffs und eine rasende Rhythmussektion raus, dazu genau richtig rauer Gesang, der dem Ganzen noch einen leicht dreckigen und rohen Beigeschmack verlieh. Speedclaw machten in Ljubljana eine richtig gute Figur und verabschiedeten sich vom Publikum, das die Band mit wohlverdientem Applaus bedachte, mit einer soliden Darbietung des Exodus-Klassikers Metal Command.
Panikk haben schon mit ihrer ersten Demo auf sich aufmerksam gemacht, noch mehr aber mit dem Debüt Unbearable Conditions, nach dessen Veröffentlichung sie jede Menge Konzertkilometer gesammelt haben. Obwohl heute als einziges Originalmitglied Gašper Flere in der Band verblieben ist und sie letzten Donnerstag sogar zum ersten Mal mit einem Session-Gitarristen aufgetreten sind (dessen Name mir leider entfallen ist), der Jaka Črešnjar ersetzte, war davon absolut nichts zu spüren. Panikk betraten die Bühne gnadenlos und erschütterten die Halle mit einem knallharten Thrash Groove, der einen wie ein Tornado aufsaugt. Man sieht und hört, dass die Gruppe das neue Album fleißig auch auf Konzertbühnen vorstellt – die Band ist in absoluter Topform. Die wuchtigen Riffs hackten wie Schrapnell, die dynamische Rhythmussektion hat die Gromka mit lebendigen Basslinien und erdbebengleichem Schlagzeug ordentlich durchgeschüttelt. Gerade Valentićs abwechslungsreiches Drumming kommt live noch deutlich mehr zur Geltung, und zusammen mit Fleres unerbittlichem und eigenwilligem vokalen Knurren klingt Panikk live dadurch noch aggressiver und brutaler. Die Jungs verabschiedeten sich nach knapp einer Stunde mit der Breitseite Eyes Don’t Lie und haben mehr als überzeugend klargemacht, dass Discarded Existence ein Muss ist – sowohl auf Platte als auch live!
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