2068

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Imperij
Label: Dallas Records
Erschienen: 2017
Laufzeit: 40:26
Bewertung: 2.5/5

Beim Blick auf das Cover des Albums »2068« bekommt man das Gefühl, einer Band voller unvermittelter und ungezügelter aufständischer Wut zuzuhören, die all ihre Galle zumindest wegen der Ungerechtigkeiten herausschleudert, die der kleine Mann schlucken muss, wenn er für eine Handvoll gut versorgter Schergen schuftet – das sind im Jahr 2017 gelinde gesagt Zerstörer von allem Guten. Zwar wieder ein schwarz-weißes und graues Cover, wie sie in Slowenien zuhauf vorkommen, mit einem weiteren 3D-Trick, doch erinnert die zerfetzte Flagge sogar flüchtig an das Cover des letzten Thin Lizzy-Albums »Renegade« (1981). Dazu riecht der Albumtitel nach Postapokalypse, ähnlich wie der Titel von Orwells Roman »1984«, aus dem bereits viele Musiker ihre Inspiration schöpften.

Nichts davon. Über das A&R-Personal von Dallas Records und deren interne Politik bei der Auswahl slowenischer Künstler, die unter ihr Dach kommen, werden wir uns nicht auslassen (nun, in letzter Zeit sind Prismojeni profesorji bluesa einer der wenigen Lichtblicke – »also eine Schwalbe, die aber noch keinen Sommer macht«), aber Imperij ist eine Band, die leichten und archaischen Pop-Rock spielt. Vorhersehbare Liedchen mit simplen drei, vier bis fünf Akkordfiguren, mit einem von vornherein berechenbaren Verlauf der Hauptmelodien, die wir im Laufe der Geschichte des slowenischen Schlagers schon unzählige Male gehört haben. Sofort einprägsame Melodien, die auf Anhieb unter die Haut gehen und beim ersten Hören zünden sollen.

Über die Qualität der einzelnen Mitglieder des Quartetts braucht man kein Wort zu verlieren. Die ist da. Auch das grundsätzliche Arrangieren der Kompositionen hält vollkommen stand. Nur ist es vorhersehbar und schon unzählige Male durchgekaut und erprobt. Zugleich hätte die Band für den Gesangspart jemanden mit einem durchdringenderen, farbigeren Vokalcharakter aufbieten sollen, woran der männliche Lead-Gesang chronisch hinkt. Nicht nur talentierter, sondern auch technisch ausgefeilter müsste er sein.

Die Produktion hingegen ist sehr solide. Sie ist warm, organisch, lebendig und besitzt die richtige Platzierung der Bausteine, die die Klanglandschaft der Songs formen. Auch die Gitarrensoli zeigen den geforderten ausdrucksstarken Mut und die Kühnheit, was etwa im Abschlusssolo des Titelstücks spürbar ist.

»2068« ist in erster Linie ein sehr vorsichtiges Album. Es tastet die Gunst des Mittelwellen-Musikumfelds in Slowenien und dessen Akzeptanz ab. Es versucht, den Radiofrequenzen zu gefallen. Schön und gut. Aber stilistisch werden Imperij mit dem Album »2068« beim Publikum und den Hörern nicht landen. Ganz einfach. Den Stil, den sie spielen, hat die Zeit überrollt. Er war in den Achtzigern aktuell. Für die Zukunft würde ich mir von der Band mehr greifbare musikalische Charisma und Ausdruckskühnheit wünschen, aus der dann auch musikalische Eigenständigkeit hervorbrechen würde! 

Imperij – Ne vem (offizielles Video):

Besetzung

Jure Salobir – Gesang, Gitarre
Pewter Horvat – Gitarre
Katarina Kurtjak – Keyboards, Backgroundgesang
Julij Klemenc – Schlagzeug

MITWIRKENDE MUSIKER:
Cveto Polak – Bassgitarre
Jernej Kirbiš – Keyboards auf Track Nr. 8

Produktion

Drago Popovič & Toni Jurij

Trackliste

1. Odmislim vse
2. Ona
3. 2068
4. Pomladni dan
5. Milena
6. Ona daje
7. Odvzen
8. Ne vem
9. Drevored
10. Odhajam

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