Sacred Ground

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Autor: Aleš Podbrežnik

Interpret: Dare
Label: Legend Records
VÖ: 2016
Wertung: 4/5

Dare, die Band, die in den Achtzigern vom britischen Musiker Darren Wharton gegründet wurde — bekannt durch seine Mitgliedschaft bei den irischen Rock-Legenden Thin Lizzy —, melden sich nach sieben Jahren mit einem neuen Studioalbum zurück: »Sacred Ground«. Sieben Jahre also, nachdem der Vorgänger »Arc of the Dawn« erschienen ist, sind Dare wieder da. Mit insgesamt dem siebten Studioalbum. Rasend schnell bei der Veröffentlichung neuer Alben waren sie nie.

»Sacred Ground« ist endlich eine Rückkehr in die musikalischen Gewässer, mit denen Dare in den Achtzigern sehr bekannt wurden und in denen sie bis heute in Kennerkreisen der AOR-Liebhaber noch immer als eine der angesehensten Bands des Genres gelten. Ich kann also gleich festhalten: »Sacred Ground« knüpft weitaus stärker an die Tradition der klassischen Dare-Alben an — also an »Blood From Stone«, »Out of the Silence«  und »Calm Before the Storm« — als an die letzten beiden Dare-Alben, sprich »Beneath The Shining Water« und das bereits erwähnte  »Arc Of The Dawn«. Bei diesen beiden waren kreative Reserven deutlich zu spüren.

Neben der langen Schaffensphase für das neue Material ist der noch wichtigere Faktor, der Dare in die Zeiten des AOR-Purismus der Achtziger zurückversetzt, die Rückkehr des außergewöhnlichen Gitarren-Zauberers Vinnie Burns in die Stammbesetzung. Seine gitarristischen Künste bringen wieder jene echte Rock-Direktheit und energische Schlagkraft zurück, die AOR-Musik braucht, um wirklich »zuzupacken«. Dementsprechend klingen die Songs soundmäßig wieder »schärfer«, und das Album ist insgesamt — auch im rhythmischen Grundgerüst der einzelnen Songs — erheblich schneller und dynamischer als die beiden Vorgänger.

Darren Wharton hat erneut für eine brillante Produktion gesorgt, bei der die große Organik trotz der satten Klangfülle, die durch viele übereinandergelegte Instrumental- und Vokallinien entsteht, unschwer herauszuhören ist. Das gilt vor allem wieder für die üppigen Vokalharmonien, die Whartons Stimme umgeben und den Kern jener Pompösität bilden, die jedes ordentliche AOR-Album braucht. Whartons Gesang gilt als einer der repräsentativsten AOR-Vocals aller Zeiten, und wer mit diesem Genre in Berührung kommt, wird früher oder später auf das Debüt der Band stoßen — das Album »Out of the Silence«, das heute völlig zu Recht als eines der besten Alben der gesamten AOR-Ära gilt. Darin liegt ein gewisses Pech für Dare: All ihre späteren Werke stehen im Schatten dieses brillanten Studioerstlings. Zum Glück kommt »Sacred  Ground« ihm klanglich und stilistisch sehr würdig nahe — und glaubt mir: Wäre dieses neue Material vor 30 Jahren entstanden, hätte es ohne Weiteres mitgeholfen, das künstlerische Bild von »Out of the Silence« mitzuprägen.

Elf Songs in bester Dare-Tradition, vollgepackt mit brillanten Soli und den filigranen Gitarrenornamentiken eines Vinne Burns in Höchstform — mit hohem musikalischem Wert, der in ansteckend eingängigen Refrains voll aufblüht. Ein Album, auf dem Epik und Bombast wieder in den Vordergrund rücken, getragen von der garantierten Mystik und dem Geheimnis des keltischen Melos, das unter den Kompositionen noch immer glimmt.

»Sacred Ground« ist die große Rückkehr von Dare. Zurück in die Gewässer des klassischen AOR — natürlich unter Berücksichtigung des 30-jährigen Zeitabstands zur goldenen Ära des Genres! Bleibt zu hoffen, dass das Gespann Burns/Wharton Bestand hat, denn es garantiert nicht nur, sondern bringt jene Klasse zurück, mit der Dare uns einst verwöhnt haben und die wir so »tief unter der Haut« von Dare immer einfordern. »Sacred Ground« liefert, beflügelt vom nostalgischen AOR-Sentiment, wieder das, was wir bei Dare lange vermisst haben.

Dare traten am 14.07.2016 im Rahmen der 21. Ausgabe des Bang Your Head!!! Festivals im deutschen Balingen auf. Wie sie sich beim Konzert geschlagen haben, könnt ihr HIER nachlesen!

Besetzung

Darren Wharton – Gesang, Gitarre, Keyboards, Hintergrundgesang
Vinnie Burns – Gitarre 
Marc Roberts – Keyboards
Nigel Cutterbuck – Bassgitarre
Kevin Whitehead – Schlagzeug 

Produktion

Darren Wharton

Trackliste

1. Home (4:44)
2. I’ll Hear You Pray (4:20)
3. Strength (4:16)
4. Every Time We Say Goodbye (4:01)
5. Days of Summer (3:44)
6. On My Own (3:15)
7. Until (3:58)
8. All Our Brass Was Gold (3:48)
9. You Carried Me (4:11)
10. Like the First Time (4:18)
11. Along the Heather (4:01)

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