Mike Sponza & Central European Orchestra

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Sponza, Mike
Label: Epops Music
Erscheinungsjahr: 2014
Laufzeit: 77:10
Bewertung: 4.5/5

Was lässt sich über die Aktivitäten des stets voll ausgelasteten und hyperaktiven Triesters Bluesman Mike Sponza sagen? Ein Mann, dessen Karriere seit jeher eng mit der Zusammenarbeit mit slowenischen Musikern verknüpft ist und der gleichzeitig ein alter Bekannter auf den Bühnen Sloweniens ist. Oft sieht man ihn in Begleitung von Primož Grašič, seinem alten Freund und einem der technisch versiertesten Musiker, die Slowenien je gesehen hat – wenn nicht sogar der ersten slowenischen Jazz-Gitarre überhaupt. Grašič, der seit vielen Jahren auch beim Orchester Big Bend RTV Slovenija seinen Lebensunterhalt verdient, ist ein Mann, der dessen Funktionsweise  im kleinen Finger hat. Sponza kam auf die Idee, eine orchestrale Komponente in seine eigenen Nummern einzubauen. Unterstützung fand er natürlich bei Primož, der durch die Schaffung aller orchestralen Arrangements in Sponzas kompositorisches Schaffen genau das einbrachte, wonach Sponza gesucht hatte.

Das Ambiente des zentralen Platzes von Triest, des Platzes der vereinten Italiens (Piazza Unita ‚dItalia), wirkt mehr als ideal für größere Konzertspektakel. Eines solchen plante auch Mike Sponza mit seiner regulären Begleitband. Das zentrale Herzstück dieses Spektakels war die Präsentation von Sponzas eigenen Kompositionen, eingekleidet in frische Arrangements, die das vielseitige musikalische Genie Primož Grašič den Songs mitgegeben hat. Letzterer dirigierte an diesem Abend auch das 40-köpfige Orchester slowenischer Musiker namens Central European Orchestra, weshalb er keine Gelegenheit hatte, zur Gitarre zu greifen und sich Sponza anzuschließen – wie es bei den gemeinsamen Bühnenauftritten der beiden Musiker in kleineren Clubräumen sonst üblich ist, denen wir beiwohnen dürfen.

Da Sponza das Wesen eines solchen Spektakels kennt, lud er als Stargäste zwei faszinierende Soul-Blues-Sängerinnen für den Lead-Gesang ein: Lara Barruco und Lela Kaplowitz. Als besonderer Star des Abends erschien als dritter Gastvokal kein Geringerer als Ian Siegal höchstpersönlich – britischer Superstar und einer der Helden des modernen britischen Blues, mit dem Sponza ebenfalls seit vielen Jahren befreundet ist und musikalisch zusammenarbeitet. Gemeinsam nahmen sie sich des Songs Fire an, den beide 2008 zusammen schufen, als Sponza durch London streifte, und der eigentlich als ihr erstes offiziell aufgenommenes gemeinsames Studiowerk gilt.

Sponza ist klar, dass er dieses Projekt ohne Grašič unmöglich hätte umsetzen können. Primož hat Sponzas eigenem Material mit unglaublichem Witz eine völlig neue Dimension eingehaucht. In seiner Konzertmanifestation im Rahmen des Festivals »Barcolana Music«, vom 10.10.2013, mitten in Triest, gewinnt es durch jazzige Variationen und auch einen Schuss Neoklassizismus noch mehr Schwung, klangliche Breite und Feuer. In der Perfektion, die die außerordentlich ausgefeilten Details der Veredelung von Sponzas Nummern verkörpern, blitzt das unglaubliche musikalische Genie Grašičs auf – von dem man sagen kann, dass es auf slowenischem Boden immer wieder zu Unrecht übersehen, ignoriert und bei Weitem zu wenig gewürdigt wird. Natürlich tragen auch die Solisten in den einzelnen Nummern ihre besondere Note bei, allen voran das Tenorsaxofon von Matej Kužel, die Perkussion von Goran Moskovski und das Piano von Neven Frangeš. Interessant ist, dass Sponzas Gitarrensoli irgendwie in den Hintergrund treten – eben wegen der außerordentlichen Lebendigkeit der vielschichtigen orchestralen Arrangements. Ganz klar ist aber durchgehend, dass Sponza die zentrale Figur des Spektakels ist, denn vor allem seine wunderschöne, angenehme und warm-sinnliche  Stimme tritt in den Vordergrund – und sorgfältig verpackt steckt darin auch ein Stückchen des erotischen Tom Jones.

Das 77-minütige Konzerterlebnis ist vollgepackt mit außergewöhnlicher Darbietungsglut, Leidenschaft und Emotionen, die der gefühlvolle Sponza in den Pausen zwischen den Songs mit längeren Moderationen nur noch intensiviert. Das Bühneneinvernehmen zwischen dem kraftvollen Blues-Rock-Quartett unter Sponzas Kommando und der Reaktionsfähigkeit des Orchesters, das der erfahrene Grašič mit dem Taktstock lenkt, ist außergewöhnlich. Der CD liegt auch eine Konzert-DVD bei – was besonders all jene freuen dürfte, die an diesem Abend vielleicht live dabei waren und diesem einzigartigen Konzertspektakel beiwohnten. Mike Sponza, als einer der wichtigsten Visionäre und Botschafter des klingenden modernen europäischen Blues, festigt mit diesem außerordentlich reifen und ambitionierten Dokument  seinen Ruf als einer der angesehensten Blues-Musiker des alten Kontinents.

Besetzung

Mike Sponza – Gitarre, Gesang
Matej Kužel – Tenorsaxofon
Mauro Tolot – Bassgitarre
Moreno Buttinar – Schlagzeug

&

Central European Orchestra geleitet und dirigiert von Primož Grašič

GASTMUSIKER:
Lara Barucca – Gesang auf Track Nr. 4
Ian Siegal – Gesang auf Track Nr. 7
Lela Kaplowitz – Gesang auf Track Nr. 8 

Produktion

Primož Grašič & Moreno Buttinar

Trackliste

1. Is This the Love (7:36)
2. Running On Empty (4:49 )
3. You (7:08)
4. Rather Than Being Free (6:55)
5. Kakanic Blues (7:22)
6. It’s Hard to Be On the Road (4:52)
7. Fire (5:12)
8. I Came to Hear You Saying Goodbye (4:10)
9. Innocent Criminal (4:40)
10. S.G.W. (5:18)
11. Out of My Mind (4:51)
12. Anxiety (2:48)
13. Lighthouse Keeper (7:54)

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