Tibi et Igni

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Avtor: Primož Novak

Izvajalec: Vader
Založba: Nuclear Blast
Izid: 30.07.2014
Trajanje: 42:02
Ocena: 4.5/5

Die polnischen Death-Metal-Veteranen Vader sind nach drei Jahren zurück — diesmal bereits mit ihrem elften Studioalbum. Man kann sich zunächst fragen, was Vader nach drei Jahrzehnten und unzähligen Besetzungswechseln überhaupt noch zu zeigen haben. Das einzige Originalmitglied Piotr Wiwczarek hat nämlich mehr als einmal bewiesen, dass er einem ganz eigenen Stil treu bleibt, der zweifellos zum Markenzeichen von Vader geworden ist.

Wiwczarek lässt zum Glück auch den anderen Mitgliedern Raum, Songs zu schreiben, ist also kein Diktator wie Nergal bei Behemoth. Mit Hilfe des aktuellen Gitarristen mit dem Spitznamen Spider haben Vader ohne Frage an Songvielfalt gewonnen, was sich bereits beim Vorgänger Welcome to the Morbid Reich abgezeichnet hat. Ähnliches war zu beobachten, als der langjährige Gitarrist Mauser noch dabei war (er verließ Vader 2008).

Vader präsentieren sich schon mit dem ersten Track Go To Hell von ihrer besten Seite. Nach dem Intro setzt nämlich das typische Vader-Riffing ein, das auf Geschwindigkeit basiert — also genau das, wofür Vader seit jeher bekannt sind. Doch je weiter man sich durch das Album arbeitet, desto mehr wird klar, dass Vader eine abwechslungsreiche Platte mit einigen Überraschungen abgeliefert haben. Es tauchen natürlich langsamere, thrashig gefärbte Songs auf, die regelrecht zum Headbangen einladen — etwa Triumph of Death, das auf seine eigene Art an das Album Revelations erinnert. Die größten Überraschungen stecken in Hexenkessel und The Eye Of The Abyss. Beide Tracks können mit einem atmosphärischen orchestralen Intro aufwarten, das aus einem düsteren Kriegsfilm stammen könnte. Danach entfalten Vader den Song, und Gitarrist Spider bringt zusätzlich Melodie ins Spiel — damit erreichen Vader einen Höhepunkt an Epik. Zwar haben Vader das früher schon angedeutet, aber die genannten Tracks machen hier einen echten Schritt nach vorne.

Vader zeigen in 42 Minuten mehrfach, dass sie ihrem Stil treu geblieben sind. Neben den charakteristischen Vader-Riffs und Piotrs Gesang ist auch das Schlagzeug ein starker Faktor. Drummer James Stewart lässt sich problemlos neben Doc und Daray stellen, den bisher herausragendsten Schlagzeugern bei Vader. Tibi et Igni schließt mit The End, einem langsameren Track, der sogar Doom-Metal-Elemente in sich trägt. Vader setzen damit den Schlusspunkt, was die Dynamik des Albums und die Ausgereiftheit der Songs angeht. Nicht zuletzt verdient auch der Sound selbst Lob: modern, aber nicht übermäßig poliert oder kitschig.

Die Sonderausgabe bietet zudem einen etwas experimentelleren Einblick in die Band. Besonders heraus sticht Przeklety Na Wieki (Cursed Eternally), wo auch weiblicher Gesang auf Polnisch zu hören ist. Ins eigentliche Album würde so etwas vielleicht nicht passen, als Bonus aber absolut in Ordnung.

Vader wissen nach drei Jahrzehnten immer noch zu überraschen. Tibi et Igni ist aufgrund seiner Vielfalt und Ausgereiftheit wahrscheinlich das stärkste Album der Band in den letzten zehn Jahren. Das Album wird die Fans zweifellos begeistern und dürfte auch einige neue dazugewinnen. Nuclear Blast kann mit dieser Platte jedenfalls ihr altes Motto wieder aufleben lassen: All killer, no filler.

Zasedba

Peter – vokal, kitara

Spider – kitara

James Stewart – bobni

Hal – bas

Produkcija

Wojtek Wiesławski/Sławek Wiesławski (Hertz Studio)

Seznam skladb

01. Go To Hell
02. Where Angels Weep
03. Armada On Fire
04. Triumph Of Death
05. Hexenkessel
06. Abandon All Hope
07. Worms Of Eden
08. The Eye Of The Abyss
09. Light Reaper
10. The End
Digipak Bonus:
11. Necropolis
12. Des Satans Neue Kleider
13. Przeklęty Na Wieki (Cursed Eternally) – samo na vinilu

 

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