Benefizfestival für `Železne stopinje` (2017)
Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik
Ort: Ljubljana / Orto bar / Slowenien
Konzertdatum: 16.03.2017
Besucherzahl: 200
Kartenpreis: 10,00€
Die Zeit ist gekommen, in der ein Dokumentarfilm über slowenischen Metal und Hard Rock gedreht wird, wie ihn die Achtziger kannten. Na ja, und auch ein Stück der Siebziger. Denis Brnčič, der mutige Träger dieses Projekts, wird es durchziehen. In jedem Fall. Egal welche Stürme kommen. Kein Rückzug.
Weil es heutzutage kaum möglich ist, sich irgendeinen wohltätigen »Taler« zu erbetteln – selbst wenn es um deinen nackten Enthusiasmus geht, der indirekt das kulturelle und künstlerische Treiben bereichert, in diesem Fall unser musikalisches, das härtere, also das »metallurgisch« gestählte und mit Eisen »beschlagene« –, kann man sich nur auf seinen Glauben, seinen Willen und seinen Mut verlassen sowie natürlich auf das offene Ohr des Mitmenschen (falls man in finanzielle Nöte gerät). Um es kurz zu machen: In der Projektkasse, so weit sie überhaupt geöffnet war, hatte sich beim Drehen des Dokumentarfilms ein finanzielles Loch aufgetan, weshalb Bands, die den slowenischen Metal und Hard Rock vertreten, Veranstalter und Promoter sowie speziell das Orto bar zusammenstanden und ein Benefizkonzert organisierten. Jeder, der an diesem Abend am »Ort der Sünde« auftauchte, steuerte zehn Euro bei, die direkt auf ein Girokonto fließen, von dem aus dann weiteres Geld für die erfolgreiche Fertigstellung der Aufnahmen und die Entstehung des Dokumentarfilms »Železne stopinje« abgerufen wird.
Die beiden Urgesteine der »slowenischen Schwermetallfront nicht gerade zarter Gerüche«, die echten »Brüder im Geiste« Črt und Matej, wählten also, neben den gewohnten Gesichtern, die im Orto bar schon lange ihren nächtlichen Wohnsitz und ihre Inventarnummern haben, eine (vor allem im Genresinne) äußerst passende und bunte Auswahl an auftretenden Bands, die auf die untere Bühne beim Raucherbereich und die obere, den gewöhnlichen Klubraum des Orto bar, aufgeteilt wurden. Acht unten, sieben oben. Mit je zwanzigminütigem Programm. Im Wechsel. Du konntest also die Auftritte aller Bands mitbekommen.
Und wer waren diese mutigen Störer der nächtlichen Ruhe und des Friedens, die an diesem Abend ins Orto bar gekommen waren, um zu donnern und zu rasseln? Inmate, Morana, Stereo Pollution, Paragrab, Big Bad Wolf, Edge Of Sins, Captain’s Morgan’s Revenge, Pyroxene, Deep Down Bellow, Partija, Sarcom, Metropolis, Tomcat, Hangar 55 und Necrotik.
Vielleicht hätte man sich mehr Publikum im Klub gewünscht, obwohl einige Bands etwas mehr Support hatten (Pyroxene, Tomcat, Metropolis) und in erster Linie die Party, die gute Stimmung und die positive Energie zählten, ohne groß darauf zu achten, wer wo und wann gepatzt hat und wie der Sound bei diesem oder jenem Gig war. Heiterkeit und gute Vibes. Abschalten bei einer ordentlichen Dosis verzerrter Dezibel der slowenischen Metal- und Rockschule, abgerundet mit der passenden Würze alkoholischer Dämpfe. Super Abend, super Crew, die üblichen Unterstützer der slowenischen Metal- und Rockszene. Die Stimme des Volkes. An einem Ort. Ein bisschen Einigkeit haben wir an diesem Abend dann doch gezeigt, auch wir Slowenen, und wenn es nötig sein wird, werden wir auch das nächste Benefizkonzert für »Železne stopinje« unterstützen.
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