Marko Brdnik und Uroš Rakovec präsentierten das Album `Leta` (2016)

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Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik

Ort: Ljubljana / Klub Cankarjevega doma / Slowenien
Konzertdatum: 10.05.2016
Besucherzahl: 120

Uroš Rakovec und Marko Brdnik muss man eigentlich nicht erst groß vorstellen. Zwei äußerst erfahrene und genremäßig vielschichtig geschliffene Musiker (wobei die Bezeichnung Genre für sie ohnehin eine absolute Einschränkung ist) haben eine gemeinsame kreative Sprache gefunden, sich daraufhin zu einem Duett zusammengetan und ein Studio-Erstlingswerk erschaffen. Das trägt den Namen»Leta« und erschien Mitte April dieses Jahres mit kombinierter Unterstützung der Labels Pivec und ZARŠ. Akkordeon und Gitarre also. Nicht mehr, nicht weniger. Musik mit herausfordernden Inhalten, alltäglich-außergewöhnlich. Klingt vertraut, reizt aber mit den künstlerischen Zügen eines originären Inhalts ständig. Wie ein geschickt verhextes Rätsel.

Nach einer Reihe von Konzerten hat das Schicksal das Duett auch in den Cankarjev dom geführt, wo Marko und Uroš diesen Konzertauftritt für eine vertiefte Präsentation des Albums »Leta« nutzten. Die Crème der Bekannten, Freunde, Unterstützer und natürlich der »gelegentlichen« Musik-Neugierigen hatte den Klubraum des Cankarjevega doma gut gefüllt, als die beiden fünfzehn Minuten nach acht abends auf die Bühne marschierten und mit ihrem Auftritt begannen.

Die Stücke hatten sie im Repertoire gegenüber der Reihenfolge auf der Platte »Leta« durchgemischt. Das Konzert eröffneten sie mit dem Titelsong des Albums, darauf folgte eine Bearbeitung von Ennio Morricone (wenn ich es richtig aufgeschnappt habe, handelte es sich um eines der Stücke aus dem Soundtrack zu Cinema Paradiso), dann das anmutige Stück Voda, danach Esbjörn, mit dem das Duett an den schwedischen Jazzpianisten Esbjörn Svensson erinnerte, und so weiter… Das Duett präsentierte beim Konzert auch ein völlig neues Stück namens Sam, was darauf hindeutet, dass das Album »Leta« nicht nur eine von vielen Stationen auf ihrem gemeinsamen  musikalischen Weg ist, sondern dass womöglich auch eine Fortsetzung davon in Aussicht steht.

Brdnik und Rakovec stellten beim Konzert ihre außerordentliche gegenseitige Wahrnehmung unter Beweis – die chemische Wirkung einer auf die richtige Arbeitstemperatur aufgeheizten Verbindung –, was in der Darbietung eine eigenständige, herausfordernde Mischung aus weiten Panoramen der Weltmusik bot, geschickt angereichert mit neoklassizistischen Melodien, in die die beiden Meister nach Belieben solistischen Würze provokativ-experimenteller Jazzausflüge einflochten und dabei in den Zügen des gegenseitigen Interpretationsdialogs vollkommen »gleichwertig« agierten. Weder das eine noch das andere Instrument zog also in dieser musikalischen Geschichte die Aufmerksamkeit auf sich.

Die beiden würzten das Konzert auch mit anschaulichen Geschichten, die sich hinter den Stücken und ihrer Entstehung verbergen, und sorgten mit ihrem schelmischen, verschmitzt-frechen Humor durchgehend für eine heitere und unterhaltsame Atmosphäre. Dass sie das Publikum mit ihrer Feinfühligkeit und tiefer Emotionalität beim Umgang mit dem Repertoire in ihren Bann zogen, muss man wohl nicht extra betonen. Das Publikum rief das Duett nach stürmischem Applaus nur für eine Zugabe zurück (Dom De Iludir, orig. C. Veloso), da die beiden fürs Erste noch keine weiteren Stücke im Konzertrepertoire vorbereitet haben. Und ja. Das Album »Leta« ist ein ganz besonderes Album. Von abenteuerlich forschendem Geist. Ohne Einschränkungen verschmilzt es Elemente des weltmusikalischen Erbes zu einer eklektischen Mischung eines einzigartigen Bilderbuchs aus dem außergewöhnlichen symbiotischen Geflecht zweier Instrumente. Der Gitarre und des Akkordeons.

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