Nova Rock Festival 2006
Ort: Nickelsdorf / Panonnia Fields / Österreich
Konzertdatum: 20.06.2006
Besucherzahl: 1506
Ticketpreis: ca. 100.000 (für drei Tage)
Sonne, 30 Grad, jede Menge gebräunte Haut und reichlich gute Mucke. Trotz der hohen Temperaturen kann man sich für ein Festival kein besseres Wetter wünschen. So ungefähr sahen die drei Tage des zweiten Nova Rock Festivals aus, das vom 15. bis 17. Juni in Österreich über die Bühne ging. Das junge Festival wird von einem hervorragenden, bewährten Team aus Veranstaltern und Promotern aus Wien auf die Beine gestellt, die die größten Bands nach Österreich holen. Dieses Jahr haben sie ordentlich große Namen aufgefahren, zum Beispiel Metallica, Guns N‘ Roses, Placebo, Tool, Motorhead, Queens Of The Stone Age…
Ich selbst war erst am letzten Tag beim Festival, und zwar vor allem, um mir das Konzert von Axl Rose und seinen neuen Guns N‘ Roses anzuschauen.
Den Samstag eröffnete um 13:00 Uhr auf der Hauptbühne eine österreichische Band mit dem ausgesprochen interessanten Namen Jesus Christ Smokes Holy Gasoline. Ein Mix aus Ska, Punk, Metal und noch einigem mehr, dazu extrem energiegeladene Jungs – sie brachten die Eifrigeren und Frühaufsteher unter den Besuchern in Bewegung, die sich trotz der Hitze dem Rhythmus der Musik hingaben.
Als Nächstes stand Sebastian Bach auf der Bühne, besser bekannt als Sänger von Skid Row. Bei 30 Grad und knallender Sonne tauchte der stattliche Sänger in Lederpants auf der Bühne auf. Schon der Anblick trieb die Temperatur gefühlt um ein paar Grad nach oben, also zog ich mich lieber in den Pressebereich zurück, wo es wenigstens ein bisschen Schatten gab. Nach ihm folgten auf der Bühne noch The Krupps, Opeth, Apocalyptica, Oomph!. In der Zwischenzeit füllte sich der Platz vor der Bühne langsam, aber stetig.
Gegen 20:00 Uhr enterten Bloodhound Gang die Hauptbühne. Sie spielten ihre Hits wie The Bad Touch, Alongs Come Mary, aber auch eine Coverversion von Depeche Mode, „Enjoy The Silence“. Es folgte die letzte Band vor Guns N‘ Roses, nämlich Tool. Das inzwischen sehr zahlreiche Publikum (angeblich waren an den drei Tagen insgesamt um die 100.000 Besucher da) erwartete nach deren Auftritt wohl mehr oder weniger skeptisch das Konzert der Headliner des Abends, Guns N‘ Roses.
Um 23.45 Uhr gingen erstaunlicherweise ziemlich pünktlich die Lichter aus, und nach dem Intro erklangen die ersten Töne ihres Hits Welcome To The Jungle. Es folgten die Songs It´s so Easy, Mr. Brownstone und Live and Let Die. Dann brachte Axl ihren Tourmanager Tom auf die Bühne, der Geburtstag feierte, und sang ihm Happy Birthday. Das Geburtstagskind machte sich danach so schnell wie möglich von der Bühne aus dem Staub. Es folgte ein Song vom lange in Arbeit befindlichen neuen Album Madagascar.
Und dann ging’s los…Robin Finck spielte das erste Solo des Abends. Ich glaube, es war gar nicht mal so lang. Jede überflüssige Minute oder fünf nutzte Axl für einen Outfitwechsel und führte uns einige seiner schönen bunten Jacken vor. Es folgte das allseits bekannte Intro zu einem der größten Hits, Sweet Child O´ Mine. Das klang irgendwie nicht authentisch. Na ja, es hätte definitiv besser sein können. Bald folgte das Solo von Keyboarder Dizzy Reed. Ein unglaublicher Virtuose, aber nach 5 Minuten fangen die Zuhörer an, sich zu langweilen, und die richtige Stimmung ist weg. Es folgte der Song The Blues. Und Überraschung, danach noch ein Solo! Diesmal von Gitarrist Richard Fortus. Das ging über in ein Gitarrenduo mit Finck, und die beiden spielten Beautiful von Christine Aguilere. Dann folgten noch ein paar Songs: Knockin On Heaven´s Door, Don´t Cry ( gespielt von Ron Thal aka. Bumblefoot mit seiner berühmten Gitarre). Danach holte Axl Sebastian Bach auf die Bühne. Bevor die beiden My Michelle ( klang richtig super) sangen, erlebte auch Dizzy Reed seinen Geburtstagsmoment. Beim gesungenen Geburtstagsständchen stimmte neben Axl und Sebastian auch das Publikum ein. Es folgte noch ein besonderer Gast, nämlich Izzy Stradlin, Mitglied der früheren Guns N‘ Roses in ihren besten Jahren. Zusammen spielten sie Think About You, Used To Love Her, Patience und Nightrain. Die Bandmitglieder verschwanden hinter der Bühne und kamen kurz darauf mit Wucht für die letzten zwei Erfolgsnummern zurück. Meine liebste Rocket Queen und zum Schluss noch ein hervorragendes Paradise City. Axl und Kompanie verabschiedeten sich gut gelaunt von ihren Fans. Die Band war den ganzen Abend überraschend gut drauf. Axl tobte auf der Bühne rauf und runter, hatte ein paar witzige Sprüche parat, offenbar liegen ihm die späten Stunden… Sein Gesang ist zwar nicht mehr der von früher, aber für sein Alter hält er sich ganz ordentlich.
Kurz gesagt: Das Konzert wurde sehr souverän durchgezogen, wenn man die viel zu ausgewalzten Soli mal abzieht.
Mein Eindruck ist jedenfalls ganz sicher positiv, denn ich habe auf der Bühne auch gar nicht nach Slash oder Duff gesucht und mich ohne irgendwelche Vorurteile gegenüber Axl lieber der wirklich hervorragenden Musik gewidmet. Das Nova Rock 2006 war damit offiziell zu Ende. Ein Feuerwerk erhellte den Himmel, und an der Straße warteten auf die Besucher Schilder mit der Aufschrift „Wir sehen uns beim Nova Rock 07“.
Setlist von Guns N‘ Roses:
1. Welcome To The Jungle
2. It’s So Easy
3. Mr. Brownstone
4. Live and Let Die
5. Madagascar
6. Robin Finck Solo
7. Sweet Child O‘ Mine
8. Blues Jam
9. Dizzy Reed Solo
10. The Blues
11. Richard Fortus Solo
12. Richard and Robin „Beautiful“ Solo
13. You Could Be Mine
14. Knockin‘ on Heaven’s Door
15. Better
16. Jam Session
17. November Rain
18. Ron Thal Solo
19. Out Ta Get Me
20. My Michelle (w/ Sebastian Bach)
21. Think About You (w/ Izzy Stradlin)
22. Used To Love Her (w/ Izzy Stradlin)
23. I.R.S.
24. Patience (w/ Izzy Stradlin)
25. Ron Thal Solo
26. Nightrain (w/ Izzy Stradlin)
—Zugabe—
27. Rocket Queen
28. Paradise City
Autorin des Beitrags: Živa Viviana Doria
Setlist
Guns N‘ Roses Tool Bloodhound Gang Oomph! Apocalyptica Opeth Die Krupps Sebastian Bach Jesus Christ Smokes Holy Gasoline
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