Wipeout (EP)

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Crossfaith
Label: Mikarin Records
Erscheinungsjahr: 2018
Laufzeit: 10:45
Wertung: 3.5/5

Erinnert sich noch jemand an den fernen 20.10.2012, als Bleed From Within und Bury Tomorrow im Orto bar aufgetreten sind? Nun, die Vorband jenes weit zurückliegenden Abends waren die japanischen Crossfaith. Diese befanden sich damals mitten in der Promotion des aktuellen Albums »The Dream, The Space« (2011) und der EP »Zion« (2012). Die damals kaum bekannte japanische Metalcore/Electrocore-Band schoss sich kurz darauf – bereits auf der nächsten Tour mit Bring Me The Horizon durch Großbritannien – an die Spitze der Beliebtheit. Seitdem füllen diese Jungs Venues mit jeweils mehreren tausend Besuchern.

Was an Crossfaith interessant ist: Sie haben mehr EPs veröffentlicht als Studioalben. Angesichts ihrer Aktivitätsdauer – die Band ist seit 2006 auf dem Planeten unterwegs – ist das aktuelle »Xeno« gerade mal ihr viertes Studioalbum. Danach veröffentlichten Crossfaith zunächst eine Split-CD und reihten bis dieses Jahr noch vier EPs aneinander – die letzte davon, »Wipeout«, pünktlich gegen Ende des diesjährigen Januars.  

Angesichts der eher gemischten Gefühle, die der Inhalt des Albums »Xeno« hinterließ – auf dem sich die Band ein ordentliches Maß an Experimentieren mit programmierten Soundloops gönnte und sich dabei gelegentlich sogar in einer Hyperplasie des Klangsynthesizings erging – dreht sich das Bild mit der EP »Wipeout« wieder zugunsten einer rechtgläubigen Metalcore-Rhetorik, in der natürlich durchdringende Riff-Wände im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit donnern! Auf »Wipeout« tritt das Synthesizing so in den Hintergrund – es ist zwar noch präsent, wird im Mix aber nach hinten gedrängt. Die Band behält dabei ihre ansteckende rhythmische Kinetik bei, die den Hörer zum Bewegen zwingt – »auf die weiten Metalcore-Tanzflächen dieser Galaxis« also. Die drei Tracks sind hervorragend verpackt und besitzen alles, was qualitativ hochwertiger Metalcore verlangt. Crossfaith erfinden dabei zwar keine musikalische Revolution, bewahren mit der EP aber weiterhin ihre gesamte Wiedererkennbarkeit an künstlerischer Glaubwürdigkeit und stilistischen Eigenheiten.

Die EP wird von einer sehr guten Produktion begleitet, in der es nicht an messerscharfem, aber klanglich sattem Riff-Terror mangelt, unterstützt von kompaktem Rhythmus und dem hervorragenden Kommando des Lead-Vocals, der in seinem souveränen Auftritt die geforderte Autorität ausstrahlt. Crossfaith sind als Japaner gottseidank auch in der Metrik des Englischen geschickt, was im Vergleich mit ihren japanischen Zeitgenossen definitiv ein Vorteil ist. Von überzeugend wütendem Geschrei gibt’s in den Strophen wieder reichlich, und dieses Geschrei geht in den Refrains in melodisch klaren Gesang über! Die Kompositionen halten ihre kompakte Anziehungskraft und energetische Schärfe aufrecht!  

Eine rundum gelungene, geschickt verpackte Geschichte der neuen EP, die andeutet, dass Crossfaith mit ihrem nächsten Studioalbum wieder stärker an die Inhalte der ersten beiden Studioalben anknüpfen könnten. Das heißt: mehr Dezibel im Klangbild durch den Einsatz zugespitzter Gitarrenphrasen, die auf dieser EP wieder in den Vordergrund treten. Aber Vorsicht. Schlussfolgerungen sollte man nicht zu früh ziehen, denn Crossfaith haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass sie gerne neue Dinge in ihrer eigenen Musik ausprobieren. Bis zum neuen Album können wir uns also im akustischen Terror echter japanischer Metalcore-Blasphemie suhlen, den die drei Tracks in knapp elf Minuten auf dieser mehr als vorbildlichen EP entfesseln!

Besetzung

Kenta Koie – Gesang
Kazuki Takemura – Gitarre
Terufumi Tamano – Bassgitarre, Keyboards, Synthesizer, Programmierung, Begleitgesang
Hiroki Ikegawa – Bassgitarre
Tatsuya Amano – Schlagzeug, Percussion

Produktion

Crossfaith

Trackliste

1. Wipeout
2. Inside The Flames
3. Vermillion Gold

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