Wildfire

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Autor: Rok Klemše

Interpret: Deströyer 666
Label: Season Of Mist
Erschienen: year_month
Laufzeit: 39:17
Wertung: 4/5

Was kann dich in Australien alles umbringen? Haie, Quallen, Krokodile, Dutzende giftige Schlangen- und Spinnenarten, wahrscheinlich aber auch hungrige Dingos, wütende Kängurus, Crocodile Dundee und tollwütige Koalas. Umbringen tun dich aber auch die australischen Black/Thrash-Veteranen Deströyer 666. Ok, Hand aufs Herz: Deströyer 666 sind heute genauso australisch wie AC/DC (ursprünglich natürlich Schotten), denn sie leben und wirken seit mehreren Jahren in Europa, aber das macht sie nicht weniger giftig. Der Vernichter kehrt nach satten sieben Jahren, die seit dem Erscheinen des Albums Defiance (2009) vergangen sind, mit dem neuen Toxin Wildfire zurück – und das ist auf gewisse Weise wohl das wegweisendste Album ihrer Karriere.

Denn vor knapp vier Jahren verließ der langjährige Gitarrist Shrapnel die Band – der Hauptschuldige hinter dem unerbittlichen Barrage an Black/Thrash-Riffs – und die Frage war, ob es der Band gelingen würde, sich nach dem Abgang eines ihrer wichtigsten Autoren aufzurappeln. Das ist ihnen in einem solchen Ausmaß gelungen, dass man Shrapnel von den ersten Momenten des Albums an überhaupt nicht vermisst.

Wildfire ist im Vergleich zu früheren Werken ein deutlich saubereres und poliertes Produkt, was aber nicht bedeutet, dass es irgendwie weniger roh, brutal und aggressiv wäre. Noch immer sind alle unverzichtbaren Elemente von Deströyer 666 da – zerfetzende Thrash-Riffs, eingängige Melodien und der charakteristische »Hook«, der sie von genretypisch ähnlichen, aber primitiveren Bands unterscheidet – nur dass diesmal noch stärker als zuvor K.K. Warsluts Liebe zum klassischen Heavy Metal durch das gesamte Album strömt und sich kanalisiert. Was schon nach dem ersten mörderischen Falsett-Schrei im Opener Traitor selbst dem Taubsten klar wird.

Deströyer 666 rasen durch Wildfire gnadenlos wie alle vier Reiter der Apokalypse in einem und hinterlassen dahinter nur eine karge Wüste, die ein dichtes Gewölk feuriger Soli, unerbittlicher Riffgewalt und erstklassiger »Sing-a-long-Refrains« durchzieht. Vom eröffnenden Killer Traitor an reihen sich die Höhepunkte aneinander, denn schon Live And Burn beißt, sticht und vergiftet mit seiner Energie wie das gesamte oben genannte Getier. Das instrumentale Artiglio del Diavolo ist nur eine kurze Heavy-Metal-Einleitung für den besten Track des Albums und zweifellos einen der besten Songs der Band überhaupt – Hounds At Ya Back, der vor allem durch seine schlagartig ansteigende Intensität und einen außergewöhnlichen Refrain besticht, der unbedingt zum festen Konzertbestandteil werden müsste. In der zweiten Hälfte schwächeln zwar das nicht ganz treffsichere Hymn to Dionysus und Die You Fucking Pig! etwas, doch den Geschmack retten der Titeltrack Wildfire, das Motörhead-mäßige White Line Fever und der epische Abschluss Tamam Shud.

Deströyer 666 sind auf Wildfire das, was Pratchetts Tod ist – sie sprechen (und spielen) laut, dröhnend und IN GROSSBUCHSTABEN! Mehr als Grund genug, Wildfire morgen, 14.4.2016, nicht im Channel Zeru zu verpassen!

Besetzung

KK – Gesang, Gitarre
Perra – Schlagzeug
Felipe – Bass, Gesang
Ro – Gitarre

Produktion

Mersus und Laurent Teubl

Trackliste

1. Traitor
2. Live And Burn
3. Artiglio del Diavolo
4. Hounds At Ya Back
5. Hymn of Dionysus
6. Wildfire
7. White Line Fever
8. Die You Fucking Pig!
9. Tamam Shud

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