Waiting For The End To Come

0 8

Autor: Primož Novak

Künstler: Kataklysm
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 2013
Laufzeit: 45:04
Wertung: 3.5/5

Die kanadischen »Hyperblaster« Kataklysm melden sich nach drei Jahren mit einem neuen Werk zurück – ein Jahr mehr als sonst, was man durchaus als positives Zeichen werten könnte. Die Hoffnung war nämlich da, dass sich die Band mehr Zeit für das Album genommen und alles nochmal überdacht hat, denn die letzten Alben waren nicht besonders herausragend, sondern ließen sich trotz einiger Lichtblicke bestenfalls als generisch bezeichnen.

Schon im Vorfeld lässt sich erahnen, dass Kataklysm nicht in die brutalen unterirdischen Extreme abgleiten werden, wie es noch auf Sorcery und Temple of Knowledge der Fall war. Mit Prophecy (2000) führten Kataklysm Melodie und Groove ein, womit sie ein breiteres Publikum für sich gewinnen konnten. Sie sind nach wie vor brutal, doch andererseits stecken sie voller Klischees, die sich in eingängigen Refrains mit simplen Texten bemerkbar machen.

Kataklysm gehören außerdem zu jenen Bands, die bei jedem Album behaupten, das neue sei ihr bestes Werk. Und auch diesmal hieß es: »Ja, wir wissen, dass wir das jedes Mal sagen, aber diesmal ist es wirklich unser bestes Album!« Kurz gesagt: Die Erwartungen waren hoch – doch ein langjähriger Fan der Band wird eine solche Aussage mit einem gewissen Vorbehalt aufnehmen.

Das Album eröffnet mit Fire, dessen Intro black-metalisch klingt, bevor der Song in Death-Metal-Getümmel explodiert, in dem natürlich Maurizio Iaconos charakteristischer Gesang und das schnelle Schlagzeug hervorstechen. Schon beim ersten Track wird klar: Kataklysm sind nach wie vor eine gut produzierte Band – dafür hat der Gitarrist der Band gesorgt, und für den druckvollen Sound zeichnet Zeuss verantwortlich, von dem man weiß, was man zu erwarten hat, wenn man z. B. Hatebreed oder Shadows Fall verfolgt. Waiting For The End To Come verkörpert alles, was man von Kataklysm erwarten kann: Brutalität, Melodie, Groove, auch Melancholie sowie eine herausstechende Rhythmusfraktion. Es hieß, das Album sei auch technischer als die Vorgänger – doch allzu Auffallendes lässt sich in dieser Hinsicht nicht ausmachen. 

Ein positiver Aspekt des Albums ist unter anderem das Schlagzeugspiel von Olivier Beaudoin, der sich zuvor in der technischen Death-Metal-Formation Neuraxis bewiesen hat. Dank Olivier, der den eher uninspirierten Max Duhamel sowohl im Studio als auch live abgelöst hat, klingen Kataklysm dynamischer und in manchen Momenten sogar technischer. Leider gibt es aber auch Schwachstellen. Einige Songs ziehen sich in die Länge, wie etwa Kill the Elite. Klar wird das Ganze spätestens bei Dead & Buried: Die ständige Wiederholung einer eingängigen Melodie zeigt, dass die Band auf breite Massen zielt – was einen stark an das Amon-Amarth-Syndrom erinnert. Die kommerzielle Ausrichtung bestätigt sich endgültig mit dem Abschlusssong Elevate, der mit einer markanten melancholischen Melodie aufwartet. Man spürt, dass die Band auf größere Hallen zielt – eigentlich auf Festivalbühnen.

Das kanadische Quartett  hat ein Album abgeliefert, das zeigt, dass die Band einem gewissen Qualitätsniveau treu bleibt, ohne dabei Außergewöhnliches zu erreichen. Kataklysm halten sich seit mehr als einem Jahrzehnt an ihre eingeschlagenen Gleise und verzichten auf Experimente – das Album wird die Fans aber zweifellos zufriedenstellen.

Besetzung

Maurizio Iacono – Gesang
Jean-François Dagenais – Gitarre
Stephane Barbe – Bass
Oli Beaudoin – Schlagzeug

Produktion

Jean-François Dagenais, Zeuss

Trackliste

01. Fire
02. If I Was God – I’d Burn It All
03. Like Animals
04. Kill The Elite
05. Under Lawless Skies
06. Dead & Buried
07. The Darkest Days of Slumber
08. Real Blood – Real Scars
09. The Promise
10. Empire Of Dirt
11. Elevate

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Cookies, um Online-Dienste, Werbesysteme und Funktionen bereitzustellen, die ohne Cookies nicht angeboten werden könnten. Mit dem Besuch und der Nutzung der Website stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Akzeptieren Mehr erfahren

Datenschutz & Cookies