Transformation

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Autor: Rok Klemše

Künstler: Sonne Adam
Label: Century Media
Erschienen: 2011
Laufzeit: 41:44
Wertung: 3.5/5

Es kommt nicht allzu oft vor, dass der Werbeaufkleber auf dem CD-Cover, der die Musik darin (üblicherweise) mit viel größeren und bekannteren Namen vergleicht, tatsächlich der Wahrheit entspricht. Wenn man auf einer Platte schlechten Power Metal mit einem kreischenden Sänger und bescheuerten Texten über Zwerge, Elfen, Einhörner und anderen Fantasy-Kram hört, bedeutet das noch lange nicht, dass diese Band für Fans von Blind Guardian unbedingt lebensnotwendig ist, wie es auf solchen Aufklebern gewöhnlich in Großbuchstaben steht. Im Fall des Debüts der israelischen Band Sonne Adam stimmt mal ausnahmsweise, was der Aufkleber behauptet – für Fans von Morbid Angel, Asphyx und dem frühen Paradise Lost.

Das israelische Duo Sonne Adam bietet auf dem Album Transformation nämlich genau das, was wir bei der Erwähnung dieser drei legendären Metal-Namen erwarten: rohen, dreckigen Death Metal geimpft mit einer ordentlichen Dosis morbider, langsamer und wälzender Doom-Metal-Passagen. Sonne Adam, was grob übersetzt „Die Menschheit hassen“ bedeutet, klingt auch genau so: menschenfeindlich, düster und dämonisch. Die Platte ist ein völlig direkter, brutaler Angriff von Old-School-Death-Metal, der klingt, als wäre er irgendwo tief unter der Erde, in weiter Finsternis und Einsamkeit aufgenommen worden. Die Gitarrenriffs haben einen so tiefen, dreckigen und rohen Sound, dass das alles klingt wie ein dumpfer Schrei größter Wut gegen alles, was nach Menschlichem riecht. Sonne Adam sind blasphemisch wie Morbid Angel, roh-doomig wie das frühe Paradise Lost, und obendrein rollen sie dich langsam mit Panzerketten und einem donnernden Sound platt, der an Asphyx erinnert. Die Atmosphäre, die die dumpf und fett klingenden, extrem tief gestimmten Gitarren erzeugen, ist höllisch! Die einfachen, stark verhallten Riffs rollen langsam einer nach dem anderen dahin, und Davidov belebt die zeitweise ziemlich eintönige Musik hin und wieder mit unwirklich klingenden Soli, die nachhallen wie unheilvolle Schritte in der Dunkelheit. Das Schlagzeug bildet ein erdbebenartiges Fundament für die Riffs und ist verdammt abwechslungsreich, was für Old-School-Death/Doom-Metal ziemlich überraschend ist. Gerade das Schlagzeug treibt die Musik gelegentlich ordentlich voran, wenn es in einen seiner Ausflüge und lebhaften Übergänge verfällt. Davidov, der sämtliche Instrumente eingespielt hat, hat seinen Job wirklich ausgezeichnet gemacht. Dennoch gelingt es Sonne Adam nicht, eine Death/Doom-Atmosphäre zu erschaffen, der man jederzeit lauschen könnte, wie es Asphyx beherrschen. Im Gegenteil, Transformation ist eine extrem schwere Platte, für die man in der richtigen Stimmung sein muss. Das größte Minus sind die Gitarrenpassagen, die sich manchmal echt unverschämt eintönig dahinziehen können, wie herausgerissenes Gedärm. Zum Glück belebt der tiefe, brutale und böse Gesang von Dahan das langsame Geriffe – er klingt wie eine Mischung aus David Vincent (Morbid Angel) und Martin Van Drunen (Asphyx). Obwohl sein verderbtes Klagen zeitweise etwas monoton wirkt, überrascht der hypnotische Charakter des Gesangs sowie die Klarheit und Verständlichkeit der Vokallinien.

Transformation ist keineswegs ein leichter musikalischer Happen, denn um ihn zu hören, muss man in der richtigen Stimmung sein. Die Songs kommen keineswegs schnell ins Ohr, sondern kriechen langsam hinein wie ein Parasit, der seinen Wirt nach und nach vollständig übernimmt. Sonne Adam haben mit ihrem Debüt ein düsteres, tiefgründiges Atmosphäre-Album geschaffen, aus dem nach allen Seiten diabolisches Böses trieft. Und als solches funktioniert es.

Besetzung

Davidov – alle Instrumente
Dahan – Gesang

Produktion

Eli Pikover und Sonne Adam

Tracklist

1. We Who Worship the Black
2. I Sing His Words
3. Sonne Adam
4. Solitude in Death
5. Take Me Back To Where I Belong
6. Shine
7. I Claim My Birth in Blood
8. Transformation
9. Apocalypse

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