Tide präsentieren Album Regeneration (2009) live im Sub Sub

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Fotos: Aleš Podbrežnik

Ort: Ljubljana, Sub Sub
Konzertdatum: 13.11.2009
Besucherzahl: 150
Eintritt: 7 €

In dem Lokal unter der Tivoli-Halle, das früher Palma hieß und heute in leicht renovierter Gestalt auf den Namen Sub Sub hört, haben uns die Primorje-Band Tide ihre dritte Platte vorgestellt. So meldete sich die Gruppe nach einer längeren Konzertpause, die durch Besetzungswechsel verursacht wurde und während der Kevin Koradin das Album Regeneration größtenteils im Alleingang in den Niederlanden aufgenommen hatte, wieder auf Ljubljaner Bühnen zurück. Das neue Album ist etwas ruhiger als die Vorgänger, dafür sind die verschiedenen Quellen des musikalischen Einflusses, aus denen der Autor geschöpft hat, deutlich erkennbarer – sie reichen von Joy Division und New Order bis hin zu den Giganten U2 und den Beatles. Regeneration ist also ein durchaus ansprechendes, eklektisches Album, das mit seiner Poetik in der Vergangenheit verankert bleibt, während Produktion und der (etwas übertriebene) Einsatz von Samples es in den Rahmen des modernen Rocks einbetten, der sich irgendwo zwischen Alternative und Mainstream bewegt. Die Rockline-Rezension des Albums könnt ihr übrigens hier nachlesen:

Die Show begann um 22.30 Uhr, eröffnet von den synthetischen Drums des ersten Stücks Regeneration, zu deren Begleitung Koradin und Kompanie die bescheidene, aber nicht minder legendäre Bühne des Kultlokals einnahmen. In knapp anderthalb Stunden boten sie uns neben neuen Stücken, von denen einige bereits im Inlandsradio zu hören sind, auch eine Auswahl an Coverversionen und älteren Eigenkompositionen. So rauschten an uns vorbei: Waste no time, Release my gun, Best friend, Reptiles, Love train, Evolution, Waiting for the rain und das Lennon-McCartney’sche Let me sleep. Das ansprechendste Kapitel des neuen Albums ist die Single Adieu, die sich allerdings wieder viel zu sehr an die Lyrik von Andrew Eldritch und den düsteren Sisters of Mercy anlehnt, um wirklich überzeugend und glaubwürdig zu klingen. Ansonsten hat Tide den Auftritt mit Bravour gemeistert, und für ein paar akrobatische Einlagen sorgte auch Koradin in den Momenten, in denen er seine Gitarre abgelegt hatte – das war man von dem hageren Kerl mit den ungewöhnlich langen Armen bisher nicht gewohnt. Auch der Sound war trotz des kleinen Raums solide, weswegen man Sub Sub in jene überschaubare Kategorie angenehmer und angemessen ausgestatteter Ljubljaner Lokale mit Bühne einordnen kann, zu der auch das etwas etabliertere Orto gehört. Nach der obligatorischen Zugabe und der Bandvorstellung bedankte sich die Gruppe beim verhältnismäßig zahlreichen Publikum, unter dem sich auch einige bekannte Gesichter aus der Unterhaltungsbranche befanden, und zog sich nach der Ankündigung, noch eine Weile im Club für Interviews und Gespräche zur Verfügung zu stehen, hinter die Bühne zurück.

Regeneration ist also in den Läden. Für unsere Verhältnisse auf jeden Fall ein überdurchschnittliches Album, das sich leicht durch die Ohren bewegt und uns nicht kalt lässt. Wenn die Jungs in diesem Tempo weitermachen und weiterhin den eingeschlagenen Kurs halten, müssen sie sich um ihre Zukunft in Slowenien keine Sorgen machen. Natürlich verraten die englischen Texte, die all ihre Platten prägen, den Wunsch nach dem Durchbruch im Ausland – was aber, wie auch weit klangvollere heimische Namen zu berichten wissen, noch mal eine ganz andere Sache ist.

Fotos: Tina Gačnik

Setlist

1. Regeneration 2. Waste no time 3. Release my gun 4. Like it slow 5. All the things 6. You 7. Best friend 8. Let me sleep 9. Reptiles 10. Guns in the sky 11. To be your lover 12. Love train 13. The urge 14. Don’t lose yourself 15. Adieu

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