Thrash Speed Burn

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Interpret: Exciter
Label: Massacre Records
Veröffentlichung: 2008
Laufzeit: 45:38
Wertung: 4/5

Exciter sind legendäre kanadische Thrash/Speed-Metaller, und ihre ersten drei Alben sind das wahre Pionier-ABC des genannten Heavy-Metal-Genres! Nach acht Jahren, die sich seit dem Erscheinen von „Blood Of Tyrants“ (2000) rasend schnell gedreht haben, ist endlich ihr neues Album da! „Thrash Speed Burn“, so heißt das Ding, sagt klipp und klar, dass Exciter ihren Wurzeln treu bleiben und auch nach genau 30 Jahren ihres Bestehens nicht daran denken, den Sattel des höchsten Gangs ihres legendären extremen Heavy-Metal-Galopps zu verlassen.

Bei Exciter kamen und gingen die Leute über all die Jahre. Nur ein Name blieb immer gleich. John Ricci. Der unermüdliche und ungezügelte Gitarrist hält Exciter durch und durch am Laufen! „Thrash Speed Burn“ ist das neue Exciter-Monument, das unnachgiebig beißt, tritt, reißt und brüllt – in aller erdenklichen Aggression extremer Spitzen, die Heavy Metal in seiner primordialen Haltung überhaupt zu produzieren vermag. Die Jungs sind nicht mehr in den rosigen Jahren, aber sie beruhigen sich nicht. Na, ich lüge. Die Ankunft von Kenny Winter am Mikro und Rob „Clammy“ Cohen an der Bassgitarre hat die Band definitiv verjüngt. Eine hervorragende Kombination für Ricci und Schlagzeuger Rik Charron in diesem Fall. Winter ist der absolut adäquate neue Sänger der Band, der mühelos Jacques Belanger oder den „großen“ Beehler ersetzt. Cohen ist ein wildes Biest, das kaum warten kann, bis Lärm sein Alibi für bassgetriebenes Rumoren wird. Also: frisches, beweishungriges Blut in der Band!

Was also macht auch „Thrash Speed Burn“ schlechthin faszinierend und einzigartig wiedererkennbar als neues Exciter-Album? Das Spielen ohne Wenn und Aber, ohne Zwischenkalkulationen. Laut und gleichzeitig schnell jenseits aller Grenzen sein. Natürlich ist die Basis von allem die simple, aber äußerst penetrante Gitarrenfrase – und die wächst auf John Riccis Acker zum Glück in rauen Mengen. Die Riffs sind also „exciterisiert“, simpel und tragen diese direkte Invasivität, die dich hypnotisch und unaufhaltsam in eine wilde Orgie aus Nackenknicken und Zertrümmern der Körperextremitäten zieht. Auch auf „Thrash Speed Burn“ ist alles in einer einzigen (kompositorisch-kreativen) Metal-Frequenz abgehackt, begrenzt auf das schmale kreativ-existenzielle Intervall typischer musikalischer Spezialisten, die einen Moment, der einem musikalischen Experiment unterworfen wäre, in ihrem musikalischen Ausdruck kaum tolerieren – oder besser gesagt: überhaupt nicht ertragen.

Es ist das erste Exciter-Album, das digital aufgenommen wurde, hat aber dennoch das Markenzeichen außerordentlicher Produktions-Rauheit nicht verloren, die die Band auch diesmal so präsentiert, als würden sie ein echtes Konzert im Studio spielen. Durch das Album hindurch wirst du von der berühmten, schweren Decke extremer Klangwände aus Riccis Gitarrenriffs eingehüllt, die edel „thrashend“ vampirisiert sind und mit denen der Gitarrist die Tracks giftig bestückt – und zwar so, als hätte er eine Maschinenpistole in den Händen und keine Gitarre. Dazu kommen Rik Charrons vernichtendes Gepolter mit dem typisch faszinierenden Einweben der Doppelbass-Pedale in aggressiven Übergängen, und ein weiterer siegreicher Schritt für Exciter ist gesichert.

Die Riffs der neuen Tracks klingen frisch und ungezähmt. Exciter halten mit dem neuen Album weiterhin die Formel von „Blood Of Tyrants“ aufrecht. Die Frische garantiert ihnen Riccis Genialität, auch nach 30 Jahren einen Riff aus sich herauszuholen, der den Hörer im ersten Moment der Begegnung damit effektiv entwaffnet. Die Tracks Massacre Mountain, Thrash Speed Burn, In Mortal Fear (mit einem der markantesten Riffs des Albums), Crucifixtion (fast sechseinhalb Minuten lang, was bei Exctiter schon eine echte epische Suite ist), Demon’s Eye, Hangman, Evil Omen,… lassen in der Intensität der extremen Metal-Fahrt nicht nach und strahlen stolz die große Charisma dieser Band aus! Die Refrains von hypnotischer Schlagkraft sind oft mit tiefer intonierten Schreien von Horden bestückt, die sich in Winters souverän hochfliegenden Gesang einmischen – mit dem der Typ in extremen Höhenlagen buchstäblich die Sterne vom Himmel holt.

Es ist ein wunderschönes Gefühl, wenn ein Album einer legendären Band vor dir liegt, die auch nach drei Jahrzehnten ihres Handwerks ein Album abliefern kann, das jugendlich, beweishungrig, unbeschwert, ehrlich und – was am wichtigsten ist – einzigartig und unverwechselbar wirkt! Exciter spielen darauf verbissen und unnachgiebig, als wäre es der letzte Tag der Menschheitsära!

Besetzung

Kenny „MetalMouth“ Winter – Gesang
John Ricci – Gitarre
Rob „Clammy“ Cohen – Bassgitarre
Rik Charron – Schlagzeug

Produktion

Charles Fairfield & Exciter

Tracklist

1. Massacre Mountain
2. Thrash Speed Burn
3. In Mortal Fear
4. Crucifixion
5. Demon’s Gate
6. Hangman
7. Evil Omen
8. Betrayal
9. The Punisher
10. Rot The Devil King

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