The Ultimate

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Bush, Stan
Label: LA Records
Erscheinung: 2014
Laufzeit: 45:55
Wertung: 4.5/5

Das Studiowerk des renommierten amerikanischen Komponisten, Produzenten, Sängers und Multi-Instrumentalisten Stan Bush mit dem Titel »The Ultimate« könnte dem Titel nach sein letztes sein. Ein kurzer Überblick für alle, die wissen wollen, wer Stan Bush ist. Bekannt wurde er vor allem durch Stücke, die in Filmscores eingebunden wurden, darunter Dare und The Touch für den Animationsfilm »The Transformers: The Movie« aus dem Jahr 1986. Ebenfalls nicht zu überhören sind seine Songs für den Film »Kickboxer« – Never Surrender, Streets of Siam und Fight for Love –, sowie die Beiträge zur Filmmusik des Actionfilms »Bloodsport«  Fight to Survive und On My Own – Alone. Fans von House Of Lords kennen Stan Bush sicher, denn er ist der Autor von Love Don’t Lie, das er 1987 schrieb. Eine wunderbare Ballade, die 1988 zum kleinen Hit wurde, als House Of Lords sie in ihrer eigenen Version coverten und aufnahmen. Darüber hinaus hat der Mann natürlich eine ganze Reihe von Studioalben im Gepäck, die allesamt von einer feinsinnigen und ansteckenden Musikalität der Kompositionen geprägt sind, die dem Radio-Sound der Achtzigerjahre aufs Beste entsprechen. Natürlich mit einer betonten Rolle der Gitarrenarbeit. Stan Bush gilt als erstklassiger Arrangeur auf dem Feld der AOR-Musik..

Auch das Album »The Ultimate« hält die außerordentliche kreative Energie aufrecht, die von seinen Vorgängern »In This Life« (2007) und insbesondere »Dream the Dream« (2010) übertragen wurde. Offensichtlich sind Abstände von drei bis vier Jahren genau der richtige Zeitrahmen, in dem Ideen optimal reifen.

Das Album »The Ultimate« ist ein typischer Vertreter des »West Coast«-Prinzips in der AOR-Musik. Wer auf Bands wie Survivor steht, wird sich mit Stan Bushs Stil sofort anfreunden. »The Ultimate« ist vollgepackt mit außergewöhnlichen melodischen Rock-Hymnen, die auf einer typisch graduierten Entwicklung und einem wachsenden Spannungsbogen aufbauen – mit dem Höhepunkt in den Refrains! Diese sind wieder so stark, dass sie einander buchstäblich die Show stehlen. Sei es nun die fantastische Love Again, die der berühmten Love Don’t Lie kaum nachsteht – wenn überhaupt –, oder die bombastischen AOR-Hymnen Heart Of The Battle, Stand In The Fire und ganz besonders The Journey. Stan Bush ist es gelungen, ein neues, außerordentlich dynamisches und lebendiges Album mit einer warmen und sinnlichen Produktion zu schaffen. Sein Gesang, der wieder nicht geizt mit dem echten Wiedererwecken von Leidenschaft und Emotionen in den Botschaften, wird von einem Arrangement umgeben, das an die Begleitung durch ein »Mini-Orchester« erinnert. Die Gitarren sind natürlich in den Phrasen klanglich ein wenig betont, werden aber geschickt ausbalanciert durch harmonische Gesangsmelodien, die beim ersten Hören sofort ins Ohr gehen – in unglaublich ansteckenden Refrains. Die Atmosphäre wird an genau abgemessenen Stellen durch die typischen Synthesizer-Sounds kontrastiert und vertieft, die die AOR-Musik der Achtzigerjahre hervorgebracht hat.

Für dieses Album hat Bush wieder seinen alten Co-Autor-Kumpel Lenny Macaluso zur Zusammenarbeit eingeladen, mit dem er gemeinsam den großen Bush-Hit The Touch miterschaffen hat! Diesmal ist Macaluso Co-Autor des Titelstücks, und interessant ist Bushs Entscheidung, Thunder In Your Heart neu zu bearbeiten und aufzunehmen. Diese ausgezeichnete Pomp-AOR-Marschmelodie, deren Autoren Gloria Sklerov und Leny Macaluso sind, wurde 1986 in den Soundtrack des Films »Peklenska steza BMX« aufgenommen und wird im Original von John Farnham interpretiert. In Stan Bushs aktualisierter Fassung ist sie definitiv das Highlight des Albums!

Gegen Ende begegnen wir der zweiten Ballade des Albums, If I’m Not Loving You. Ein hervorragend abgestimmtes Werk mit Orchestrierungen im »Mid-Eight«. Genau an solch einem Punkt offenbart sich noch einmal in voller Pracht die Feinsinnigkeit von Stan Bushs außergewöhnlicher Gesangsinterpretation. In der Sängerrolle würden sich bei solch einem Stück meisterhaft behaupten: Jimi Jamison, der bereits erwähnte John Farnham, John Parr usw. … Das ist Komponieren auf dem Niveau von Assen wie etwa Jim Peterik. Am Ende des Albums kehren wir noch einmal zu Lenny Macaluso zurück. Er hat einen Remix für eine neue Version von The Touch beigesteuert, bei dem der Rhythmus natürlich mit zusätzlichen gesampleten Patterns unterlegt wurde und das Stück einige zusätzliche orchestrale Verzierungen bekommen hat. Das so erneuerte Stück ist natürlich ans Ende des Albums gestellt, was das Einzige ist, das Sinn ergibt, da es deutlich vom Rest des Albums abweicht.  

Das Album »The Ultimate« ist das verlorene AOR-Juwel der Achtzigerjahre. Natürlich mit der aufgewerteten klanglichen Fülle der neuen Zeit. Stan Bush bewahrt damit eine außerordentliche Kreativität und Begeisterung. Von Album zu Album wird er in seinen Arrangements und Produktionen immer verfeinerter und sophistizierter, was von der großen Reife und den reichen Erfahrungen dieses Künstlers zeugt! »The Ultimate« ist ein außergewöhnliches Werk, nach dem alle Anhänger des West-Coast-AOR-Prinzips sofort greifen werden – und ich wage zu sagen, dass es schon jetzt zur engeren Auswahl der Kandidaten für das beste AOR-Album des Jahres 2014 gehört!

Besetzung

Stan Bush – Gesang, Gitarre
Rocket Richotte – Gitarre
Holger Fath – Gitarre
Dirk Nagel – Keyboards
Lance Morisson – Bassgitarre
Matt Laug – Schlagzeug 

Produktion

Stan Bush

Tracklist

1. Something To Believe
2. The Ultimate
3. Heat Of The Battle
4. Love Again
5. Stand In The Fire
6. Unstoppable
7. Thunder In Your Heart
8. The Journey
9. The Memory Of You
10. If I’m Not Lovin‘ You
11. The Touch (Power Mix)

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