The Shadow Theory

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Autor: Peter Podbrežnik

Künstler: Kamelot
Label: Napalm Records
Erscheinung: 2018
Laufzeit: 52:13
Wertung: 3.5/5

Die europäisch-amerikanischen Power/Prog-Metal-Mannen Kamelot sind mit ihrem zwölften Studioalbum »The Shadow Theory« zurück, das eine wichtige Neuerung mit sich bringt: Das langjährige Bandmitglied Casey Grillo hat sich verabschiedet, und sein Nachfolger ist der belgische Schlagzeuger Johan Nunez (Firewind, ex-Nightrage). Auch auf »The Shadow Theory« klammern sich Kamelot an ihr bewährtes, seit Langem vorhersehbares Symphonic-Metal-Rezept, das in den letzten fünfzehn Jahren durch die Präsenz gastierender weiblicher Begleitvokale geprägt wird – natürlich nur auf bestimmten Kompositionen.

Diesmal übernahmen Jennifer Haben (Beyond the Black) als ‚Schönheit‘ und Lauren Hart (Once Human), die mit ihrem Growling die ‚weibliche Bestie‘ gibt, die Gastvokalistenrollen auf drei Songs – darunter »Phantom Divine (Shadow Empire)« und »MindFall Remedy«. Alle wesentlichen Kamelot-Zutaten sind noch vorhanden: der melodisch-epische Gesangsansatz von Tommy Karevik, der mit den schwedischen Prog-Metal-Recken Seventh Wonder im Oktober dieses Jahres das Album »Tiara« veröffentlichen wird, die scharfen, schnellen Gitarrenpassagen von Thomas Youngblood, die mächtigen orchestralen Arrangements von Oliver Palotai sowie das solide Rhythmusgespann aus Nunez und Sean Tibbetts. Für die ziemlich generische Produktion hat einmal mehr niemand anderes als Sascha Paeth gesorgt, einer der wichtigsten Mäzene des modernen Power Metal. Die Texte sind, wie immer, eine Mischung aus gotischen Fantasien und erotischen Sehnsüchten, während auch das ausgesprochen generische Cover mit einer Femme fatale im gotischen ‚Kokon‘ nicht fehlt.

»The Shadow Theory« ist als Ganzes also ein typisches Kamelot-Album und wird als solches mit seiner epischen und dramatischen Energie, die auf dem Großteil der Stücke dominiert, alle langjährigen Fans begeistern – auch wenn es nicht ohne Ausrutscher ist. Das ansonsten sehr solide »Burns to Embrace« etwa wird durch einen billigen Schluss erheblich getrübt, der aufgekratzte, völlig fehl am Platz wirkende weibliche Mehrstimmigkeit enthält. Haben glänzt im Vokalduo mit Karevik auf der Ballade »In Twilight Hours«, die trotz eines hervorragenden Gitarrensolos eine ziemlich klischeebeladene Power-Metal-Ballade ist – von denen Kamelot mittlerweile eine ganze Reihe aneinandergereiht hat. Obwohl »The Shadow Theory« dreizehn Songs enthält, ähneln sich diese so sehr, dass kaum einer von ihnen länger als ein paar Minuten im Gedächtnis bleibt. »Stories Embrace« könnte auf jedem beliebigen Kamelot-Album stehen, während »Vespertine (My Crimson Bride)« etwas barocke symphonische Arrangements enthält, die für einen Bruchteil einer Sekunde die Assoziation zu den Symphonic-Metal-Kameraden Rhapsody of Fire wecken – ohne aber ’neues Eis zu brechen‘.

Kamelot halten sich auch auf »The Shadow Theory« konsequent an ihr langjähriges, bewährtes und erfolgreiches Symphonic-Metal-Rezept und weichen davon keinen Millimeter ab – was natürlich den meisten langjährigen Fans gefallen wird, denn es handelt sich abermals um ein sehr solides Album ganz nach ihrem Geschmack. Trotzdem sollte man die Hoffnung aufgeben, dass die Band zu den Standards ihrer besten Zeiten zurückgekehrt ist – allen voran dem unvergesslichen Höhepunkt »The Black Halo« (2005). Gut, dass Kamelot mittlerweile keine Alben mehr jedes Jahr oder jedes zweite Jahr veröffentlichen – sonst würden auch die treuesten Power/Prog-Metal-Fans irgendwann gesättigt sein von dem chronischen Mangel an innovativen Ideen, der bei Weitem nicht nur ihre Lieblinge plagt, sondern für viele verwandte Bands zum Problem wird, sobald sie einen bestimmten kreativen Punkt erreicht haben und bereits mehr als zehn Studioalben aufgenommen haben.

Besetzung

Tommy Karevik – Gesang
Thomas Youngblood – Gitarre
Sean Tibbetts – Bassgitarre
Oliver Palotai – Keyboards
Johan Nunez – Schlagzeug, Perkussion

GASTVOKALISTINNEN:
Lauren Hart – Gastgesang (2.9)
Jennifer Haben – Gastgesang (6)
Sascha Paeth – Produktion, Gitarre, Keyboards, Gastgesang (12)

Produktion

Sascha Paeth und Kamelot

Tracklist

1. The Mission
2. Phanto Divine (Shadow Empire)
3. RavenLight
4. Amnesiac
5. Burns To Embrace
6. In Twilight Hours
7. Kevlar Skin
8. Static
9. MindFall Remedy
10. Stories Unheard
11. Vespertine (My Crimson Bride)
12. The Proud and The Broken
13. Ministrium (Shadow Key)

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