The Retinal Circus

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Künstler: Bast
Label: Aksioma
Veröffentlichung: 2007

BAST sind mit Sicherheit eine der ungewöhnlichsten und zugleich wandelbarsten Bands in Slowenien. Auf der letzten Platte The Secret Life of the Next Door Neighbour waren sie ausgeprägt elektronisch, auch wenn zahlreiche Avantgarde-Jazzer auf sie schworen, und gleichzeitig hat sie auch all jene begeistert, die in der Musik nach einer freien Ausdrucksform mit Sinn und Verstand suchen. Zu Zeiten meines früheren Jobs, als ich mit ihnen sogar beim Label zusammengearbeitet habe, ist mir klar geworden, dass ich es mit einer Truppe zu tun habe, die sehr genau weiß, was sie tut – Musik war für sie nie bloß ein Weg zum schnellen bzw. Instant-Verdienst, sondern die Sprache, mit der sie mit der Welt kommuniziert haben. Nach langen Jahren des Wartens, ständigen Wechseln in der Besetzung und spannenden Burn-Out-Abenden hat nun endlich auch ihre dritte Platte das Licht der Welt erblickt – Retinal Circus.

Und die ist gleichzeitig auch ihre letzte – das Projekt BAST hat sein Werk beendet. Warum das so ist? Die Liste der Beteiligten spricht Bände (BAST war für viele garantiert ein hervorragender Spielplatz, um ihre am tiefsten versteckten musikalischen Triebe vorzustellen und auszuleben), dazu sind unfreiwillig seltsame Informationen über einen Streit zwischen dem Projekt BAST und Zavod Aksioma… durchgesickert, kurz gesagt: Die Geschichte ist (leider) zu Ende! Aber wir trösten uns damit, dass die Sache auf dem Höhepunkt zum Stillstand gekommen ist!

Den ideellen Antrieb von BAST bildeten lange Zeit Aldo Ivančić, vor allem im instrumentalen Teil des Schaffens, und Davide Grassi als visueller Künstler. Und bei BAST reichen sich Musik und Video die Hand wie nur selten irgendwo. Zur Musik selbst und vor allem zum Auftritt auf der Bühne haben natürlich auch Matjaž Manček, Gal Gjurin, Boštjan Gombač, Tomaž Grom, Andraž Mazi, Dejan Lapanja, Igor Leonardi, Marjan Stanič, Irena Tomažin und viele andere musikalische Genies ihren Teil beigetragen.

Retinal Circus ist ein Querschnitt durch die Burn-Out-Abende, die zwischen November 2005 und Juni 2006 auf Metelkova stattfanden. Das meiste ist live aufgenommen und ordentlich improvisiert. Die Qualität der beteiligten Musiker ist unbestritten! In jedem einzelnen Stück verflechten sich unzählige spannende Einflüsse und musikalische Themen, die Soloeinlagen sind mehr als nur unberechenbar und unerwartet, der Rhythmus bricht schnell weg und verwandelt sich…

Wie soll man BAST genremäßig beschreiben? Eine Schublade gibt es nicht! Aber stellt euch Laibach, Od Franclna Možgani, The Mars Volta, Lira Vega, Bjork, The Stroj, Gal in Galeristi und… na ja, das Ganze hoch zehn vor! Und schon habt ihr BAST! Und wenn die Stücke Titel tragen wie How Loud are Your Shoes?, Back to Reality is Always Painful, Windows is Watching You, Think for Yourself – Question Authority, Eye in the Ear, dann ist schnell klar, dass man BAST in den weitesten Grenzen der eigenen musikalischen und lebensweltlichen Fantasie verstehen muss… ihre Musik als Musik und als universelle Sprache begreifen.

Stammesmusik auf urbane Art? Auf jeden Fall! BAST haben in neun Jahren (nur) drei Platten veröffentlicht, dafür aber eine ganze Reihe unvergesslicher Konzerte gespielt und sich als zeitlose Band ins kollektive Gedächtnis ihrer treuen oder zufälligen Hörer eingebrannt.

Produktion

Bast & Aksioma

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