The Magic Numbers
Interpret: Magic Numbers, The
Label: EMI Records
Veröffentlichung: 2005
The Magic Numbers haben mit der Veröffentlichung ihres Debüts ordentlich Staub aufgewirbelt, und als der sich gelegt hatte, war klar: Die Spitzen der Charts verkündeten der Welt fast einstimmig, dass das the next best thing ist! Und die Erwartungen, was diesem Phänomen folgen würde, gingen los.
Was bietet das selbstbetitelte Album von The Magic Numbers also? Zunächst die Tatsache, dass die Geschwister Romeo und Michele (Stodart) sowie ebenfalls die Geschwister Sean und Angela (Gannon) tatsächlich bis zu einem gewissen Grad eine Art Kombination magischer Zahlen bilden, die jede Menge Ohrenschmaus liefern. Vor allem für alle, die sich gern warmen, langen, fast meditativen Klängen voller Optimismus und kindlicher Ausgelassenheit hingeben. Der Song This Love steigert sich geradezu hypnotisch und wächst aus einem kleinen, leisen Stück zu einer echten Elegie. Einen Großteil des Verdienstes daran hat die einzige Gastmusikerin auf dem Album, die Geigerin Angharad Davies, die mit ihrem Spiel die Zügel der Melodie übernimmt und sie in Weiten führt, die sonst ziemlich unerreichbar wirken. Später in Try driften sie ganz ähnlich in eine leicht verträumte Umgebung, mit einem weiteren rein akustischen Instrument, der Melodika. Und genau dieses Gefühl der Verträumtheit, oder besser: das Gefühl angenehmer Entrücktheit, bekommen sie immer irgendwie am besten hin, und da klingen sie am echtesten. Heimelig.
Die Musik ist ausgereift und durchgehend aufgespannt zwischen frühlingshafter Weichheit und bedingter Schärfe innerer Unruhen, die allerdings nur selten auftauchen, eher als Warnung, was alles passieren kann. Was dieses symbiotische Stillleben etwas kontrastarm macht, sind vielleicht vor allem die gelegentlich etwas langgezogenen Arrangements, die ahnen lassen, dass sie zu viel auf einmal wollen. Einen gewissen Reiz hätten sie noch erreichen können, wenn sie den Gesang von Michele und Angela stärker in den Vordergrund gestellt hätten.
Die beiden verstecken sich so eher in den Begleitharmonien, hätten aber, zumindest stellenweise, den etwas monotonen Gesang von Romeo problemlos wettmachen können. Auch bei den Texten ließe sich einiges machen, die nicht selten wirken, als wären sie noch in der Mittelschule geschrieben worden, und zwar bevor sie die großen Literaten, deren Schreiben und ebenso deren Umgang mit Ideen und Fantasie kennengelernt hatten. Na ja, daran wäre grundsätzlich nichts auszusetzen, passt aber nicht immer zum Ernst und zur Erwachsenheit, zu denen sie grundsätzlich tendieren.
Trotz dessen, dass sie klanglich ziemlich weit von anderen zeitgenössischen Bands entfernt sind, ist die Zahlenkombination immer noch nicht so gut, dass sie magisch sein könnte. Nicht so sehr The Next Best Thing, eher The New Kids In Town.
Besetzung
Romeo Stodart – Gitarre, Banjo, Klavier und Gesang
Angela Gannon – Melodika, Percussion und Gesang
Michele Stodart – Bassgitarre, Keyboards, Percussion und Gesang
Sean Gannon – Schlagzeug
GASTMUSIKERIN:
Angharad Davies – Violine (#9)
Produktion
Craig Silvey & Romeo Stodart
Tracklist
01. Mornings Eleven
02. Forever Lost
03. The Mule
04. Long Legs
05. Love Me Like You
06. Which Way To Happy
07. I See You, You See Me
08. Don’t Give Up The Fight
09. This Love
10. Wheels On Fire
11. Love’s A Game
12. Try
13. Hymn For Her
Spieldauer: 64:37