The Hoff – Auferstehung einer Achtziger-Ikone in Graz (2019)

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Konzertort: Graz / Stadthalle / Österreich
Konzertdatum: Samstag, 12.10.2019

David Hasselhoff aka The Hoff, der legendäre Schauspieler, der durch die Serien Knight Rider und Baywatch berühmt wurde, hat sich 2019 entschieden, wieder als Sänger auf die Bühne zurückzukehren. The Hoff war nämlich während seiner gesamten Schauspielkarriere auch musikalisch aktiv. Bislang hat er bereits 14 Alben aufgenommen, und das bis heute bekannteste Werk ist Looking For Freedom aus dem Jahr 1989. Hasselhoff gibt zwar jedes Jahr Konzerte, doch in die Nähe Sloweniens verschlägt es ihn nicht oft. Diesmal hatte das Glück auf unserer Seite: The Hoff gab sich in Graz die Ehre, und das Konzert fand im großen Saal der Stadthalle statt, die mehr als achttausend Besucher fasst.

Die Halle war bis auf den letzten Winkel gefüllt. Noch bevor Hasselhoff die Bühne betrat, erklangen aus den Lautsprechern die Titelmelodien von Knight Rider und Baywatch. Die Erwartungen waren entsprechend hoch.

Als The Hoff die Bühne betrat, wirkte er alles andere als reserviert. Mit seiner Begleitband machte The Hoff sofort klar, dass er das Konzert todernst nimmt. Ihn begleitete eine Truppe erfahrener Hard Rocker, die dafür sorgten, dass manche Songs ordentlich mehr Distortion bekamen — das verlieh dem Ganzen deutlich mehr Authenzität.

The Hoff setzte beim Repertoire natürlich auf die größten Hits. Schon immer ist The Hoff dafür bekannt, dass er überwiegend Coversongs spielt, ergänzt durch eigene Nummern. Und gleich zum Auftakt fiel Here I Go Again von Whitesnake. Im ersten Konzertteil überzeugte The Hoff zweifellos mit seiner Präsenz, Charisma und Energie. Als besonders herausragende Nummern sind True Survivor, Hooked on a Feeling und It’s a Really Good Feelling zu nennen.

Das Publikum fraß Hasselhoff aus der Hand. Überraschend war dabei, dass man sowohl junge als auch ältere Fans im Saal sah. Das weibliche Publikum ließ sich mehrfach mit lautem Kreischen vernehmen, und auch der ein oder andere BH landete auf der Bühne. The Hoff bringt mit seinen 67 Jahren noch immer so manches Frauenherz zum Schmelzen. Das Konzert selbst schlug jeden Pop-Schau in den Schatten: Hasselhoff zog sich nämlich gefühlt unzählige Male um — bzw. aus. Es wirkte, als hätte er zwanzig Schichten Kleidung am Leib. Das war noch eine zusätzliche Bestätigung dafür, wie viel Aufwand The Hoff diesmal in die Show gesteckt hat.

Vom zweiten Set durfte man sich nur das Beste erwarten. Es fehlten natürlich noch viele Hits. Doch zunächst widmete sich The Hoff der Promotion seines aktuellen Albums Open Your Eyes, von dem er den Titeltrack spielte, dazu Mit 66 Jahren, wo The Hoff auf Deutsch glänzte, sowie einige weitere Tracks. Er verbeugte sich auch vor dem verstorbenen David Bowie mit einer Coverversion von Heroes. Sein Deutsch bewies The Hoff noch einmal mit Wir Zwei Allein, wobei ihm eine Sängerin zusätzlich zur Seite stand.  

Ein süßlicher Moment erlebte das Publikum mit Take Me Home, Country Roads, doch was für einen echten Ausraster sorgte, war I’m Always Here, bekannt als das Hauptthema von Baywatch. Aber damit war noch nicht Schluss. Mit Crazy For You kamen erneut die Nostalgiker auf ihre Kosten. Der zweite Set schloss mit The Limbo Dance, bei dem begeisterte Fans auf die Bühne kamen — jene, die sich eine VIP-Karte gegönnt hatten, um Hasselhoff aus der Nähe zu erleben und die Chance zu bekommen, auf der Bühne zu tanzen.

Der reguläre Teil war abgeschlossen, doch ein entscheidender Song fehlte noch. Groß bitten musste man nicht. Es fiel natürlich der legendäre Looking for Freedom. Die Euphorie im Publikum war auf dem Höhepunkt, und so spielte ihn The Hoff gleich zweimal, was ein wenig übertrieben war — aber vermutlich hat das so manchem die Freude verdoppelt. Sichtlich erschöpft verabschiedete sich Hasselhoff mit Du, doch da ließen die Kräfte schon nach, sodass er auf Playback zurückgreifen musste.

David Hasselhoff hat mit seinem Konzert in der Grazer Stadthalle mit einem rund zweieinhalb Stunden langen Auftritt überzeugt, in dem er die größten Hits seiner Karriere Revue passieren ließ und dabei jede Menge Professionalität und Frische bewies. Definitiv ein Konzert, das vielen in bester Erinnerung bleiben wird.

Autor: Denis Paradiž
Text redigiert von: Primož Novak
Fotos: Denis Paradiž

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