The Darkness : One Way Ticket To Hell… And Back

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Label: Atlantic Records
Veröffentlichung: 2005
Produktion: Roy Thomas Baker
Spielzeit: 35.04 min
Genre: Hard Rock


Vor allem die tollwütigen „Kritiker“ haben sehnsüchtig auf das zweite Album der Glam-Rocker The Darkness gewartet. Natürlich in der Hoffnung, es genüsslich verreißen zu können.Die Jungs aus dem Norden Englands haben die wütenden Kritiker auch diesmal nicht enttäuscht. Die Jungs der Band denken sich sowieso „scheiß auf die Kritiker“ und machen, worauf sie Bock haben. Und genau so ist es auch richtig! Bravo, Jungs! Was The Darkness auf diesem Album hingelegt haben, ist durch und durch lobenswert.

Vom ersten Koks-Schnupfen (mir doch scheißegal, was die Presse schreibt) bis hin zur letzten, typisch Queen-artigen Ballade ist das Album nicht zu stoppen. Eröffnet wird es mit einem waschechten AC/DC-Def-Leppard-Riff im Titelsong One Way Ticket To Hell…And Back. Die Drums und die ganze Rhythmusgruppe hauen rein wie bei den Irren und poltern wie ein eingespanntes Maultier. Nach so einem Opener hält die Jungs natürlich keiner mehr auf. Dinner Lady Arms ist locker die nächste, dritte Single (die zweite Single Is It Just Me erscheint am 20. Februar 2006). Der Song erinnert, vor allem in den Gitarrenparts, ziemlich stark an einen Track aus dem Repertoire ihrer Kumpels von Def Leppard, für die The Darkness vor drei Jahren auf der Großbritannien-Tour das Publikum angeheizt haben.

Seemed Like A Good Idea At The Time wird wegen der ständigen Wiederholung der Titelzeile am Ende ein bisschen langweilig, ganz im Gegensatz zum fröhlichen schottischen Highland-Gedudel in Hazel Eyes. Hervorragend! Wie heftig sich Dudelsack und Gitarren da verflechten, das ist einfach eine Freude. Hut ab, Jungs. Danach folgt mit Bald eine ernstere Nummer, in der sich Justin im Text offenbar mit dem Älterwerden herumschlägt. Nach der kurzen Verschnaufpause im Song davor setzt Girlfriend den Trend zu gutgelaunten Riffs fort. Das Eröffnungsriff könnte man glatt in die Status-Quo-Grundschule des Riffs einordnen. Und natürlich hört der Spaßtrend bei diesem Song nicht auf, sondern die Jungs führen ihn in English Country Garden noch fröhlicher und noch hüpfender weiter. Das Album, das gut eine halbe Stunde dauert und im Grunde wie eine Vinyl-LP aufgebaut ist, schließen sie mit einer mehr als offensichtlichen Verbeugung vor ihren Idolen ab: Queen.

Ich bin mir sicher, dass die meisten Kritiker das Album genüsslich verrissen haben, aber siehe da: Das renommierte britische Magazin Classic Rock hat es glatt zum Album des Jahres erklärt. The Darkness haben den Rock tatsächlich noch einmal gerettet und ihm eine ordentliche Ladung Adrenalin verpasst.

Autor: Bojan Horvat
Bewertung: 8.5 / 10

Trackliste:
1. One Way Ticket
2. Knockers
3. Is It Just Me
4. Dinner Lady Arms
5. Seemed Like A Good Idea At The Time
6. Hazel Eyes
7. Bald
8. Girlfriend
9. English Country Garden
10. Blind Man

Besetzung:
Justin Hawkins – Gesang, Gitarren, Sitar, Klavier, Hammomd, Mini-Moog, Synthesizer
Dan Hawkins – Gitarren, Bassgitarre, Marschtrommeln, Röhrenglocken, Tamburin, Triangel, Gesang
Ed Graham – Schlagzeug
Richie Edwards – Bassgitarre, Gesang

Stuart Cassells – Dudelsack
Fredy Gomez – Panflöte

The Darkness – One Way Ticket (offizielles Video)
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