The Anthropocene Extinction

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Autor: Primož Novak

Interpret: Cattle Decapitation
Label: Metal Blade Records
Erscheinung: year_month
Laufzeit: 46:09
Bewertung: 4/5

Das amerikanische Death/Grind-Metal-Kollektiv Cattle Decapitation hat sich in den zwei Jahrzehnten seit seiner Gründung sehr langsam hochgearbeitet. Obwohl sie recht schnell beim renommierten Label Metal Blade landeten, erlangten sie breitere Bekanntheit erst mit dem Album Monolith of Inhumanity (2012), das mit seiner soliden Produktion und Klangbild eine größere Hörerschaft erreichte. Dazu hat natürlich auch der erfahrene Produzent Dave Otero beigetragen, dem es gelungen ist, die Band über den Durchschnitt zu heben. Logischerweise entschied man sich erneut für eine Zusammenarbeit mit ihm.

Auch auf Anthropocene Extinction zeigt Bandvokalist Travis Ryan weiterhin seinen Hass auf die Menschheit, die alles kurz und klein schlägt. Diesmal widmet er sich der ökologischen Thematik und bezieht sich dabei auf die Verschmutzung der Ozeane. Das bestätigt auch das Cover, das vor allem brutale Musik ankündigt.

Der Eröffnungstrack Manufactured Extinct kündigt hervorragend an, dass Cattle Decapitation auch diesmal kein Erbarmen zeigen werden. Die gewachsene Bekanntheit hat sie kein bisschen weichgespült. Auch das Rezept selbst hat sich offenbar nicht verändert. Die Band setzt auf starke und schnelle Death/Grind-Metal-Elemente mit gelegentlichen technischen Zusätzen, einer zerstörerischen Rhythmusfraktion und einem äußerst abwechslungsreichen Gesang. Die Songs haben jede Menge Diversität zu bieten; dazu tragen Travis Ryans Vocals und lebendige Strukturen bei, die nicht nur auf Geschwindigkeit setzen, sondern auch mal eine langsamere Passage aufweisen. Wobei diese langsamen Passagen nicht bedeuten, dass die Band einen Gang zurückschaltet. Die Intensität beruhigt sich nur bei zwei Stücken: dem instrumentalen The Burden Of Seven Billion und Ave Exitium, wo Ryan auch erstmals unverzerrten Klargesang beisteuert. Ansonsten betont Ryan neben Growls und Black-Metal-Geschrei auch vermehrt seine verzerrten Klargesangspassagen, mit denen er sogar Melodien formt und dennoch die Düsterheit betont – was für CD von zentraler Bedeutung ist. Ein herausragender Faktor sind natürlich auch die Drums. David McGraw ist das typische Beispiel eines heutigen Extremdrummers, der mit jedem Album seine unmenschliche Geschwindigkeit nur noch weiter steigern will. Kurzum: Das Album ist mehr als nur geeignet für Fans des heutigen Death Metal.

Die Band behauptet zwar, auf The Anthropocene Extinction sei ein natürlicher Fortschritt erkennbar, aber wenn wir ehrlich sind: Mit dem Vorgänger haben CD ihren Gipfel erreicht, und das aktuelle Werk bestätigt, dass sie diesen offensichtlich nicht übertreffen werden – was nicht heißt, dass das Werk deswegen weniger qualitativ hochwertig oder ausgefeilt wäre. Cattle Decapitation beweisen mit Anthropocene Extinction, das düster, gnadenlos und brutal ist, dass sie noch in Topform sind. Und wir wünschen uns, dass das noch eine Weile so bleibt (zumindest solange Dave Otero sie auf den richtigen Kurs lenken kann).

Besetzung

Travis Ryan – Gesang

Josh Elmore – Gitarre

David McGraw – Schlagzeug

Derek Engemann – Bass

Produktion

Dave Otero

Trackliste

1. Manufactured Extinct
2. The Prophets Of Loss
3. Plagueborne
4. Clandestine Ways (Krokodil Rot)
5. Circo Inhumanitas
6. The Burden Of Seven Billion
7. Mammals In Babylon
8. Mutual Assured Destruction
9. Not Suitable For Life
10. Apex Blasphemy
11. Ave Exitium
12. Pacific Grim
13. Cannibalistic Invasivorism (Bonus)
14. No Light and No Life (Bonus)

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