Ta tobak je sladka travca

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Autor: Aleš Podbrežnik

Interpret: Hadalin, Aleš
Label: Celinka
Erscheinungsjahr: 2015
Bewertung: 4/5

»Ta tobak je sladka travca« ist der abschließende Teil der Trilogie, in der Aleš Hadalin Volkslieder singt. 2009 erschien »Jaz mam pridno gospodinjo«, 2012 folgte die Platte »Stoji tam gora Limbarska«. Offensichtlich ist der Drei-Jahres-Abstand zwischen den Veröffentlichungen das richtige Tempo für den Volkssänger Hadalin, der in seiner Karriere auf früheren Alben – nicht ausschließlich dem Singen slowenischer Tradition gewidmet – hier und da gerne auch mal ein Volkslied »anheftete«.

Der Mann hat sich auch diesmal quer und längs durch das slowenische Gebiet bewegt und sogar wieder darüber hinaus. Von Istrien (Dajte dajte), Prekmurje  (Ne ori ne sejaj & Vüra bije, sunce mi zahaja), Porabje  (Jaz bom jene citre küpo) bis ins Gailtal (Prvi rej). Für die Interpretation der Stücke Bog je ustvaril zemljo nebo, Ko se je Noe postarou und Pa je bla ohcet u Kangalileji fand er seine Inspiration in der Bibel. Hier findet sich auch das neu bearbeitete Volkslied aus der Bela Krajina, Tri jeterve, das unter dem vollständigen Titel Tri jeterve žito žele in Hadalins Vokalbearbeitung erstmals bereits auf seinem Studioalbum »Antisong« aus dem Jahr 2005 erschienen ist. Der Titeltrack des Albums hingegen – nach dem Durchforsten von Versionen verschiedener »geografischer Herkunft« – ist eine Neuinterpretation des Volksoriginals aus dem Dörfchen Plestišče, das auf der anderen Seite der Grenze liegt, einen Steinwurf von Breginj entfernt.

Hadalin kann es sich leisten, A-cappella-Alben zu machen. Seine Stimme ist die Stimme einer Nachtigall. Die Harmonisierung der Hauptvokallinie mit seinen zusätzlichen Begleitvokalen, mit denen er die Leitmotive belebt, reicht vollkommen aus – es besteht keinerlei Gefahr, dass die Stücke trocken und/oder repetitiv klingen. Also setzt Hadalin auch diesmal im streng vokalen Arrangement erneut sehr gekonnt auf die schrittweise Stimmungssteigerung von Strophe zu Refrain und wieder zurück. In zwei Stücken (Prvi rej, Sem fantič mlad iz Šiške) kommt auch ein Akkordeon zum Einsatz – als einziger »nicht-vokaler« Moment des Albums –, und auch dieses ist letztlich nicht zu missen. Hadalin bereichert manche Vokallinien auch dadurch, dass er die Originale der slowenischen Volkspoesie nicht wörtlich »kopiert«, sondern in den Versen Wörter durch solche ersetzt, die ihm seine eigene Fantasie eingibt. Auf diese Weise amüsiert sich Hadalin bei der Interpretation vor allem selbst, was über das gesamte Album hinweg ausgesprochen sympathisch wirkt.

Hadalin kündigt zwar an, dass er mit diesem Album den letzten Akt der Trilogie seiner Volkslieder-Alben geschaffen hat. Doch hat er dabei zweifellos ein offenes Ende hinterlassen. Dem Singen der Tradition wird er auch im weiteren Verlauf seiner Karriere treu bleiben. Daran ist nicht zu zweifeln. Das Album »Ta tobak je sladka travca« ist Pflicht für alle, die die beiden Vorgängeralben haben, denn es sind die fehlenden Teile eines äußerst unterhaltsamen und schelmischen Puzzles aus dem einzigartigen Ansatz zur Interpretation slowenischer Volksfolklore, wie er nur nach dem Rezept von Aleš Hadalin existiert. Gleichzeitig ist klar, dass der Musiker  künftig eine vorübergehende künstlerische Kursänderung hin zu neuen kreativen Herausforderungen braucht, sonst besteht die Gefahr, dass er trocken und vorhersehbar wird. Bis dahin aber können wir uns an dem herzlich gesungenen Strauß slowenischer Volkslieder von Aleš Hadalin erfreuen.

Besetzung

Aleš Hadalin – Gesang

GASTMUSIKERIN:
Petra Trobec – diatonische Harmonika auf den Stücken Nr. 2 und Nr. 8 

Produktion

Aleš Hadalin & Boštjan Jurjevčič `Jurki`

Trackliste

1. Ta tobak je sladka travca
2. Prvi rej
3. Jaz bom jene citre kupu
4. Pa je bla ohcet u Kangalileji
5. To bilo je veselo
6. Ne ori ne sejaj
7. Ko se je Noe postarou
8. Sem fantič mlad iz Šiške
9. Bog je ustvaril zemljo nebo
10. Dajte, dajte
11. Tri jetrve
12. Vura bije, sunce mi zahaja

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