Space-Einhörner setzen den Orto bar in Brand! (2012)

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Autor: Rok Klemše
Fotos: Nina Grad

Ort: Orto bar, Ljubljana
Konzertdatum: 27.12.2012
Besucherzahl: 220
Kartenpreis: 4,00€

Der letzte Donnerstag des vergangenen Jahres gehörte der letzten frettchenhaften Kadilnica of Death im Jahr 2012. Der Weihnachtsmann flog nicht mit Rentieren in den Orto (weil ihn Metal-Väterchen Frost zu Hause festgebunden und ihm eine Kompilation slowenischer Weihnachtslieder auf »repeat« laufen ließ, während die Rentiere im Gulaschtopf landeten), dafür kamen die Einhörner auf einem Regenbogen eingeritten. Feurige Einhörner. Aus dem All. Space Unicorn on Fire ist eine frisch gebackene Band auf der heimischen Metal-Szene, der man auch den Spitznamen Supergroup verpassen könnte, denn sie besteht aus bereits bewährten und erfahrenen Namen – Rok »Tavta« Tavčar (Gesang; ex-Use Less), Jurij »Egzi« Čotar (Bass, Hintergrundgesang; Shutdown, Requiem), Matej Osredkar (Gitarre; ex-Use Less, Reflecto), Matjaž Ličar (Keyboards; ex-Zvier) und Janez Spruk (Schlagzeug; Ex-The Stroj, Reflecto).

Es war kaum zu glauben, dass es einer völlig neuen und relativ unbekannten Band gelungen ist, etwas zu schaffen, was vielen viel größeren Namen nicht gelingt. Der Saal des Orto bar war bis in den letzten Winkel vollgestopft, darin war es eigentlich schon ziemlich schwer zu atmen, und der Einhorn-Schweiß lief die Wände herunter. Angeblich wurden ganze 192 Karten verkauft, und wenn man dazu noch die Gästeliste, Journalisten und Fotografen rechnet, liegt die Zahl gut über zweihundert. War das schon eine totale Überraschung, war die größere Frage, was Space Unicorn on Fire überhaupt zu bieten haben würden. Die zuvor veröffentlichte Demo-Aufnahme von Let’s Go To Space bot aufgrund der schlechten Qualität keine konkretere Antwort, zeigte aber zumindest die Richtung an, in die das Einhorn-Horn zeigt. Space Unicorn On Fire spielen waschechten Power Metal. Power Metal vor allem der skandinavischen und italienischen Szene. Das bedeutet ausgiebiges Spielen mit langen Instrumentalpassagen, vollgepackt mit gitarren- und keyboardlastigen Soloduellen. Genau das hat die Band auch geboten, aber ich hatte insgeheim deutlich mehr erwartet. Technisch war der Auftritt – gerade weil es sich um das Debütkonzert der Band handelte – ausgezeichnet durchgeführt, und man merkt der Gruppe definitiv an, dass sie aus alten Bühnenhasen besteht. Die Band hat so gut eine Stunde Konzert ohne größere Schwierigkeiten souverän, energisch und selbstbewusst abgeliefert. Großteils vor allem wegen des Frontmanns – oder besser gesagt: gleich zweier – Tavta und Egzi haben das Publikum mit gegenseitigen Wortgefechten unterhalten und stimmlich in den zweistimmigen Refrains glänzend abgeschnitten. Aber wie gesagt wirkte die Musik selbst etwas fad, und es tut mir wirklich leid, dass eine Band mit großem Potenzial offensichtlich beim Unterhaltungsgeschäft bleiben will, das an Tobias Sammet von Edguy erinnert – nur deutlich schlechter und erheblich weniger amüsant. Vielleicht wälzt sich jemand bei Songs wie Medzvezdna mačkica, Sunny Hawaii und Sperm Song vor Lachen auf dem Boden – ich (leider) nicht. Aus dieser Perspektive war die gespielte Steel Panther-»Klassik« Asian Hooker auch eine völlig erwartbare Wahl. Deutlich besser kam dafür die herausragende »bluesy« Ballade August Blues an, bei der sich vor allem Matej mit einigen bunten Blues-»Licks« hervortat und sich damit vom schablonenhaften »Petrucci«-Solieren abhob.

Trotz kleinerer Patzer haben Space Unicorn On Fire den Debütauftritt mit Auszeichnung absolviert, und es wird interessant sein zu hören, was die Band in Zukunft zu bieten hat. Es liegt an jedem Einzelnen, ob er ein glühender Fan wird und auf Konzerte mit einem Horn auf der Stirn geht statt mit dem T-Shirt seiner Lieblingsband, oder ob er das Einhorn lieber auf dem heimischen Grill brutzelt und sich dabei etwas Brutaleres auflegt. Einen Mittelweg gibt es bei Space Unicorn On Fire meiner Meinung nach nicht. Auf jeden Fall gönne ich der Band, dass der offensichtliche Rummel so bald nicht nachlässt.

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