Sleep
Künstler: Masterstroke
Label: Dynamic Arts Records
Veröffentlichung: 2007
Spielzeit: 41.58
Wertung: 3.5/5
Das zweite Studioalbum der finnischen Melodic-Metal-Band Masterstroke ist eine Präsentation des düsteren Ansatzes im melodischen Heavy Metal, der meilenweit entfernt ist von den Power-Metal-Reitern hellerer Stimmungsnuancen à la Stratovarius und Sonata Arctica. Sie besitzen eine deutlich lebendigere Produktion, die sich an rohem, „in your face“-Riffing orientiert und alles andere als ein kontrolliertes Toben des rhythmischen Gerüsts zulässt. Der Gesang ist in der Färbung ein wenig dem hohl-gedämpften Blaze Bayley ähnlich, kommt aber weitaus kehliger rüber. Solch ein Gesang ist einer der wichtigsten Bausteine, die zur Schaffung der düsteren Atmosphäre beitragen, die Masterstroke entwickeln.
Vorrang vor allem hat wieder die Melodie und die Erschaffung hochgradig eingängiger Melodien, gehüllt in dramatisches, skandinavisches Ambiente und eine lebendige Produktion, die effektiv – sprich: authentisch – wirkt. Besonders in die Refrainmelodien schleicht sich gern ein Hauch von Keyboards, der den melancholischen Melos der Gruppe unterstreicht und das Grundspektrum des Klangbilds von Masterstroke auffüllt.
Erwähnen sollte ich, dass Masterstroke keine Rally-Solisten sind und ein Kreuzfeuer zwischen Gitarren- und Keyboardsoli wird man auf dem Album vergeblich suchen. Die Band hält in den Songs zwar mittlere Instrumentalteile aufrecht, die jedoch ausschließlich auf Gitarrensoli beschränkt sind. Die Initiative und Aufmerksamkeit übernimmt auf dem Album aber der Aufbau einer düsteren Atmosphäre auf einem voluminösen Riff-Vorhang, mit dem einerseits der selbstbewusste, starke und entschlossene Gesang überaus geschmackvoll kommuniziert und dem andererseits die „aufgebohrte“ Rhythmuslinie eine solide Stütze gibt. In technischer Hinsicht haben wir es also mit versierten Musikern bei Masterstroke zu tun, deren wichtigstes Ziel derzeit sein muss, als aufstrebende Band einen möglichst hohen Wiedererkennungswert zu erreichen. Die Taktik ist gut: hohe Eingängigkeit mit dem richtigen Maß an Aggression und der immer populärer werdenden „ausweglosen“ Pathetik zu verbinden.
Für alle, die in den Gefilden von Morgane Lefay, sogar Pagan’s Mind, Tad Morose oder den altbewährten deutschen Angel Dust unterwegs sind, dürften auch Masterstroke interessant sein. Das bedeutet, dass auch Masterstroke von Zeit zu Zeit ein bestimmtes Riff thrash-artig anziehen, dabei aber durchgehend eine sanftere melodische „Old-School“-Komponente in den Riffs bewahren, die sie im Power-Metal-Bereich hält. Nennen wir es düsterer „Power Metal“. Auch die Songs unterscheiden sich in ihren Grundmotiven jeweils ausreichend voneinander, und das Album verfällt nicht der Repetitivität. Es lässt sich jedoch schnell erschließen, da es einige generische Elemente vereint, die im Gesamtbild der Songs auf „Sleep“ nicht überraschen. Ein schönes und gutes Album, aber ohne herausragende Highlights. „Sleep“ ist eine gute Ansage, denn die Jungs verbergen auf dem Album ihre Potenziale nicht durch einen musikalischen Ausdruck, der bei so klar vorgezeichneten Richtungen definitiv in Zukunft reifen wird.
Besetzung
Niko Rauhala – Gesang, Gitarre
Markus Kekoni – Gitarre
Jussi Kulomaa – Keyboards
Marko Kolehmainen – Bassgitarre
Janne Juutinen – Schlagzeug
Produktion
Annto Nikolai Tuomainen
Tracklist
1. Transition
2. Killing Creatures
3. Turn Away
4. Under Our Command
5. Another Failure
6. The Circle
7. Being Me
8. Sleep
9. Silent
10. Final Journey