Sind Zgrešeni primeri wirklich verfehlt? (2008)

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Ort: Orto bar, Ljubljana
Konzertdatum: 16.05.2008
Besucherzahl: 50

Der Orto bar in Ljubljana bebte am Samstag, dem 17. Mai, wieder im Rhythmus von Punk`n`Roll – schuld daran waren zwei junge Bands aus Dolenjska, B.T.K. und Zgrešeni primeri. Obwohl Samstag war, verirrten sich vor und im Orto ziemlich wenige Leute. Wo alle waren, weiß ich nicht, denn an dem Tag gab es in Ljubljana keine größere Veranstaltung. So viel zum Thema Unterstützung für junge slowenische Bands.

Kurz nach zehn Uhr abends enterte eine junge Schüler-und-Studenten-Truppe aus Ivančna Gorica und Stična die Bühne, die den vielsagenden Namen B.T.K. trägt. Die Jungs haben im August 2006 zueinandergefunden und seitdem mehr als ein Dutzend eigene Songs geschrieben. Im Orto bar konnten wir unter anderem „Polona“, „Bobi“, „Najin raj“, „Vzem` me nazaj“, „Izjema“ … hören. Auch wenn die Jungs versuchen, ihren eigenen Stil zu finden, spürt man in ihrer Musik Einflüsse von Zablujena generacija, Zmelkoow, Blink 182, Sum 41. Aber B.T.K. müssen noch viel an ihrem Auftreten arbeiten, denn sie wirken wie vier verwirrte Jungs, denen man mit Gewalt Instrumente in die Hand gedrückt und sie auf die Bühne gestellt hat. Auch dass sie sich gegenseitig fragen „Welcher Song kommt als Nächstes?“, wirkt nicht gerade anziehend oder lustig. Jungs, schreibt euch beim nächsten Konzert lieber eine Setlist! Und noch was: Gebt bloß nie laut zu, wegen wem die Leute zum Konzert gekommen sind, so wie ihr es im Orto gemacht habt. Gebt euer Bestes, und die Leute werden euch folgen.

Der Auftritt von B.T.K. war nach etwa fünfundzwanzig Minuten vorbei. Auf die Bühne kamen Zgrešeni primeri und kündigten schon mit dem ersten Song „Adam, Eva in raj“ einen unterhaltsameren Rest des Abends an. Beim Song „Silikon bejbe“ konnten wir uns davon überzeugen, ob es darin wirklich um Blumen geht, wie Sänger Janko Rošelj vor dem Start angekündigt hatte. Der legte zwischendurch auch ein paar leicht komisch geratene Sprünge hin. Offenbar nur zum Aufwärmen. Vor „Še žov ti bo“ schickte Jani die Sazas zum Teufel. Auch wenn der Song interessant ist, erinnert er mich leicht an „Rape me“, das die Grunger von Nirvana mit Kurt Cobain an der Spitze gespielt haben. Zgrešeni primeri sind eine ziemlich frische Band, haben aber schon eine ordentliche Live-Erfahrung auf dem Buckel (unter anderem waren sie Vorband von The Drinkers, Zmelkoow, Mi2), was man auch an ihrem Auftritt merkt. Im Orto folgte dann der Song „10. rajh“. Auf dem Konzert waren nur etwa fünfzig Leute. Eine kleine Zahl, unter der es aber schön war, größtenteils wippende Köpfe zu sehen. „Več pa najmam“ ist ein Song, in dem es laut Jani um irgendeine Frau aus der Gegend geht. Wenn euch die ganze Anekdote interessiert, dann nix wie ab ins Netz und den nächsten Konzerttermin von Zgrešeni primeri suchen (HIER). Die Jungs spielten dann „Na strehi ženskega mita“ und „one more love song“ bzw. „Tadeja“. Als Jani den Song „Luzer“ ankündigte, dachte ich zuerst, es sei genau derselbe „Luzer“, den Big Foot Mama spielen (Kaj se dogaja?, 1997). Aber als die Jungs die ersten Riffs anschlugen, war ich überzeugt, dass dem nicht so ist. Die Zgrešenci kündigten mit spöttischen Worten, der nächste Song werde von Slavko Avsenik in seinen Träumen gespielt, „Enigma človeštva“ an. Endlich kamen wir auch zu ihrer ersten Single „Harmonik monik“, die ihr als Nummer sieben auf dem Debüt mit dem Titel „M.E.M.“ findet (die Platte könnt ihr HIER bestellen). Sie erschien am ersten April dieses Jahres, und nein, das ist kein Aprilscherz. Der Song „Harmonik monik“ ist eine Parodie auf den Turbofolk-„Schund“ von Atomik Harmonik, der Gehirne wäscht und ahnungslosen Hörern das Geld aus der Tasche zieht, ohne jedes Gespür für gute und hochwertige Musik.
„Prfoksa“ und „Si srečna zdaj“ waren die nächsten gespielten Songs. Auch Jani war zur Hälfte des Auftritts schon gut warm, und seine Sprünge sahen jetzt schon deutlich besser aus. Wenn beim Auftritt von B.T.K. die Leute im Publikum wie Statuen dastanden, war es bei den Zgrešenci genau umgekehrt. Die Jungs zündeten dann noch „Mi“, „Luza baluza“ und „Asskisserji“. Ihr Auftritt neigte sich langsam dem Ende zu, aber vorher fragten sie uns in ihrem Dolenjska-Dialekt noch „Kaku si kej?“. Es folgten „Heroj in – heroj avt“ und „V aparatu“. Zum Abschied noch „Puhavnik“ und bis zum nächsten Mal.

Zgrešeni primeri unterhielten uns im Orto mit ihren interessanten, provokativen und spöttischen eigenen Texten, die ihr auch auf ihrem am ersten April erschienenen Debüt M.E.M. findet. Die Jungs versprechen noch einiges, und ich empfehle jedem, sie sich mindestens einmal live anzusehen.

Text: Lea Lesar

Setlist

Zgrešeni primeri:
1. Adam, Eva in raj
2. Silikon bejbe
3. Še žov ti bo
4. 10. rajh
5. Več pa najmam
6. Na strehi ženskega mita
7. Tadeja
8. Luzer
9. Enigma človeštva
10. Harmonik monik
11. Prfoksa
12. Si srečna zdaj
13. Mi
14. Luza baluza
15. Asskisserji
16. Kaku si kej?
17. Heroj in – heroj avt
18. V aparatu
19. Puhavnik

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