Shattered

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Seven
Label: Escape Music
Erschienen: 2016
Spielzeit: 53:25
Wertung: 4/5

Unter dem Dach von Escape Music Records haben die britischen Rocker Seven ihre Wiedergeburt nach dem Comeback-Album »7« weiter ausgebaut. Es handelt sich um eine Band, die 1989 aus den Trümmern der südafrikanischen Gruppe Face To Face hervorging, nach Großbritannien übersiedelte und in Bournemouth ansässig wurde, und 1990 zwei Singles veröffentlichte, mit denen sie erfolgreich auf sich aufmerksam machte. Das öffnete ihr die Türen zu Konzertauftritten vor einem breiteren Publikum – in Gesellschaft von Magnum, Little Angels, aber auch Richard Marx, Brother Beyond, Jason Donovan und The Monkeeys. Angesichts dessen, wie sich die Geschichte bis zu diesem Punkt entwickelt, lässt sich schließen, dass die Band in den Achtzigern radiogängigen Rock entwickelte. Das ist natürlich das Terrain des damals populären AOR-Genres. Doch die Neunziger standen vor der Tür und für solche Musik gab es kein Gehör mehr. Nun, 2014 veröffentlichte die Band schließlich ihr erstes echtes Studioalbum – und das in der Originalbesetzung.  Aufgrund des Erfolgs verlängerten die Jungs ihre Zusammenarbeit und begannen, neues Material zu schaffen. Doch das Schicksal wollte es so, dass von den Originalmitgliedern in der Seven-Besetzung nur noch Sänger Mick Devine übrig blieb (Simon LeFevre und Keith McFarlane kehrten nach Südafrika zurück), dem für das neue Studioalbum jedoch erstklassige – größtenteils skandinavische – Musiker zur Seite sprangen. Ihnen sind die Begriffe AOR und Melodic Rock mehr als vertraut (und klingen angenehm heimelig), denn sie haben in beiden Genres jede Menge Erfahrung und Erfolge aufzuweisen.

Die Schar exzellenter Musiker, angeführt von Produzent Lars Chriss, der auch die Rolle des Hauptgitarristen übernahm (dieser Mann hat bereits das Album »7« produziert) – zu ihnen gesellen sich noch die Namen Fredrik Bergh (Street Talk, Rob Moratti), Andy Loos (Lion’s Share, Glory, Chris Ousey), Kay Backlund (Lion’s Share, Niva) und Jeff Paris (Mr. Big, Y&T, Vixen, Radioactive) –, half Devine dabei, das Material, das er gemeinsam mit LeFevre geschaffen hatte, bis ins letzte Detail zu verfeinern. Ebenso brachte dieses aufgefrischte Team eine Reihe neuer eigener Ideen ein und war so aktiv an der Entwicklung neuer Kompositionen beteiligt.

Genau diese ständige Einbindung der zuvor genannten Musiker in die aktuellen Sphären des Melodic Rock, die unentwegt innerhalb verschiedener Musikprojekte zusammenarbeiten, bringt das entscheidende Element mit sich, das es erlaubt, das Album »Shattered« als außerordentlich gelungenes und qualitativ hochwertiges Album mit typischen AOR/Melodic-Rock-Merkmalen zu bezeichnen – verpackt in eine moderne Produktion der neuen Zeit. Das bedeutet einen zumindest »sanften« bis hin zu einem entschiedener herausgestellten Klang der Gitarrenphrasen in der Produktion, die in der Folge das größte Volumen des Klangbildes erzeugen. Da wir aber über AOR-Musik sprechen, ist natürlich der Gesang von Mick Devine – der bei all seiner charismatischen Ausdruckskraft eine unglaublich hohe musikalische Qualität der Hauptmelodien bewahrt – die zentrale Figur der ganzen Geschichte. Er ist der Generator hochmelodischer Verführungskraft, der – begleitet vom üblichen Format druckvoller Gitarrenphrasen – schon beim ersten Hören dieses Albums sofort in Beschlag nimmt. Die Refrains sind ausnahmslos detailgenau ausgefeilt, entwickeln effektiv das bombastische Crescendo hinreißender Stimmungslagen innerhalb der Songs – damit ist das Kernprinzip eines solchen AOR-Albums erfüllt. Wirkung auf Anhieb. Die Refrains schwanken qualitativ nicht untereinander, dasselbe gilt für die Kompositionen als Ganzes – eure Lieblingstracks auf dem Album werdet ihr selbst aussuchen.

Natürlich bringt Seven Musik, die in groben Zügen einen weiteren Kreis an Liebhabern von AOR-Musik und Melodic Rock ansprechen wird, worunter man auch den Namen Foreigner einreihen kann. Neben der (enger betrachtet) britischen Phalanx der guten alten Alben von FM, Stangeways, Heartland – natürlich mit dem melodischen Purismus des Einflusses skandinavischer Ansätze in diesem Genre (Stret Talk).

Kurzum: »Shattered« ist die künstlerische Weiterentwicklung des Debüts »7« – produktionstechnisch wie arrangementtechnisch. Das Ergebnis: mehr Bombast, mehr melodische Ansteckungsgefahr. Ein Album wie gemacht für alle überlebenden Liebhaber der Musik des »AOR- und Melodic-Rock-Untergrunds« der neuen Zeit.  Ein Album, das die Position der neu erweckten Band festigt, von der man hoffen darf, dass sie sich irgendwann auch auf Konzertbühnen begibt – und dabei natürlich die mit »Shattered« eingeschlagene Kreativität beibehält. 

Seven – Fight (offizielles Video):

Besetzung

Mick Devine – Gesang
Lars Chriss – Gitarre, Schlagzeug
Andy Loos – Bassgitarre
Fredrik Bergh – Keyboards
Kay Backlund – Keyboards

Produktion

Lars Chriss

Trackliste

01. Light Of 1000 Eyes
02. A Better Life
03. Fight
04. Shattered
05. Live This Life
06. Pieces Of You
07. Broken Dream
08. High Hopes
09. I Needed Time
10. Taking Over
11. Last Illusion
12. World Of Make Believe*

*….Bonustrack

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