Shadow World
Autor: Primož Novak
Künstler: Wolfheart
Label: Spinefarm Records
Veröffentlichung: year_month
Spielzeit: 46:30
Bewertung: 4/5
Tuomas Saukkonen war schon in einer ganzen Reihe von Bands und Projekten unterwegs. Zu den bekannteren gehörten Before the Dawn und Black Sun Aeon. Anfang 2013 beschloss Tuomas, mit allen Bands und Projekten Schluss zu machen, und gründete Wolfheart, von denen er anfangs behauptete, dass er darin alles zusammengeführt habe. Wirft man einen Blick auf die beiden genannten Bands, sollen Wolfheart eine Mischung aus melodischem Death Metal, Doom, Black und Gothic Metal sein.
Auf dem Debütalbum war die Mischung aus Saukkonens früheren Bands zwar bis zu einem gewissen Grad zu hören, aber am stärksten im Vordergrund stand der melodische Death Metal. Mit dem zweiten Album hat sich nicht wirklich viel geändert, auch wenn Saukkonen versuchte, Wolfheart zu erweitern, indem er klarmachte, dass die Band nicht nur das Projekt eines einzelnen Mannes ist, und weitere Musiker zur Mitarbeit einlud.
Shadow World beginnt mit einem schönen Klavierintro, auf das ein aggressiver Umschwung im eher Death-Metal-lastigen Stil folgt, der sich auch mit Blastbeats schmückt. Mehr als deutlich: Saukkonen wollte die aggressive Seite von Before The Dawn beibehalten, die sich am besten auf dem letzten Album, Rise of the Phoenix, gezeigt hat. Ähnlich geht es mit dem nächsten Song Zero Gravity weiter, der genau wie der Opener noch den einen oder anderen Black-Metal-Kniff einsetzt. Anfangs wirkt es zwar, als würde das Album ziemlich kompromisslos aggressiv und trotzdem mit reichlich Melodik daherkommen, aber mit ein paar ruhigeren Nummern im mittleren Tempo wie Last Of All Winters, wo auch die Akustikgitarre eine wichtige Rolle spielt, bekommt das ganze Album mehr Vielfalt. Unvorhersehbar bleibt es bis zum Schluss, wenn das Album mit dem langsamen, doomig angehauchten Veri ausklingt, und das zeigt, dass Saukkonen die langsamen und atmosphärischen Songs nicht aufgegeben hat. Hier kommt natürlich die Assoziation mit Black Sun Aeon oder sogar den finnischen Doom-Größen Swallow The Sun auf, allein schon wegen der Melodik.
In gut 46 Minuten versucht Saukkonen zu beweisen, dass melodischer Death Metal durchaus etwas ziemlich Episches haben kann. Dem Kitsch, wie man ihn von Wintersun kennt, ist er aus dem Weg gegangen. Wolfheart zeigen ihre epische Seite in schönen Passagen, in denen das Klavier oder die Akustikgitarre die Hauptrolle übernimmt. Ansonsten ist die Mmucke angenehm melodisch und wirkt nicht zuckersüß. Manche Passagen erinnern ziemlich stark an Insomnium und auch an Amorphis, zumindest bei den Songs, die nicht im schnellen Tempo gehalten sind. Passend zum Albumtitel wirkt das Ganze düster, auch wenn einige Melodien ziemlich fröhlich klingen.
Saukkonen hat gut daran getan, weitere Mitglieder zur Mitarbeit einzuladen. Das Schlagzeug ist dynamischer und auch schneller, und für reichlich Soli ist ebenfalls gesorgt. Sonst sind andere Einflüsse allerdings kaum auszumachen. Tuomas‘ Gesang klingt kraftvoll und gut erhalten, ist aber wie schon früher ziemlich eintönig.
Wolfheart präsentieren mit Shadow World melodischen Death Metal, der entweder in Vergessenheit geraten ist oder nie existiert hat. Auf jeden Fall wirkt Saukkonen nach einer ganzen Menge Bands und Alben, die er in der Vergangenheit geschaffen hat, nicht ausgebrannt, und das macht noch viel Hoffnung für die Zukunft.
Besetzung
Lauri Silvonen – Bass, Backing Vocals
Produktion
Tuomas Saukkonen, Jens Bogren (Postproduktion)
Tracklist
01. Aeon of Cold
02. Zero Gravity
03. Storm Centre
04. Last of All Winters
05. Nemesis
06. Abyss
07. Resistance
08. Veri