Rock and Roll Hall of Fame hat neue Mitglieder aufgenommen!
Am Donnerstag bekam die Rock and Roll Hall of Fame bei einer feierlichen Veranstaltung in Los Angeles neue Mitglieder.
Die Regeln schreiben vor, dass nur Künstler aufgenommen werden können, bei denen die Veröffentlichung der ersten Studiosingle mindestens 25 Jahre zurückliegt – das Auswahlkriterium richtet sich nach dem Einfluss des Künstlers und seinem nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung des Rock’n’Roll.
Jedes Jahr findet eine Handvoll Künstler einen Ehrenplatz in der Institution; bei der gestrigen, bereits 28. Veranstaltung wurden die amerikanischen Pop-/Rock-Größen Heart, der verstorbene Blues-Urgestein Albert King, Singer-Songwriter Randy Newman, die klassischen Hip-Hopper Public Enemy, die kanadischen Prog-Rock-Giganten Rush und die im vergangenen Jahr verstorbene Disco-Königin Donna Summer aufgenommen. Neben den Musikern nimmt die Institution in Cleveland auch andere Persönlichkeiten auf, die die Entwicklung der Rockmusik maßgeblich beeinflusst haben – gestern landeten Lou Adler und Quincy Jones ganz oben auf dieser Liste. Die gesamte Aufnahmezeremonie ist am 18. Mai dieses Jahres im Fernsehprogramm von HBO zu sehen.
Heart (auf dem Foto oben) wurden von Chris Cornell (Soundgarden) aufgenommen. Diese Ehre ereilte die Gruppe nach 40 Jahren kontinuierlicher Arbeit und über 30 Millionen verkauften Alben; bei der Veranstaltung spielten sie die Songs Crazy on You, Dreamboat Annie und Barracuda. Damit das Ganze noch exklusiver wurde, traten sie zum ersten Mal seit 1979, als Gründungsgitarrist Roger Fischer die Band verließ, in der Originalbesetzung auf!
Heart ist eine altgediente amerikanische Rockband, die von den Schwestern Ann und Nancy Wilson angeführt wird. Ihre ersten Erfolge feierte Heart bereits Mitte der Siebziger; es folgten Jahre der Flaute, ehe sie ein Jahrzehnt später mit einer Reihe von radiofreundlichen Power-Rock-Balladen erneut auf sich aufmerksam machten. Die Band gehört zu den ersten Gruppen, bei denen zwei Frauen das kreative Zentrum bildeten – was Ende der Siebziger vielen ihrer Nachfolgerinnen die Türen zur Musikindustrie öffnete, etwa Lita Ford, Pat Benatar oder Joan Jett.

Es geschah auch das, was noch vor einigen Jahren undenkbar schien – in die ehrwürdige Institution wurden Rush aufgenommen, das legendäre Power-Rock-Trio aus Kanada. Ihre aus kommerzieller Sicht weitgehend übersehene Karriere fasste ihr Gastgeber Dave Grohl (Nirvana, Foo Fighters), der sie vorstellte, in einem Satz zusammen und stellte dem versammelten Publikum eine rhetorische Frage: „Wann zum Teufel sind Rush eigentlich berühmt geworden?“ Bekannt ist nämlich, dass Rush trotz erfolgreicher Karriere, Kultstatus und selbst nach all den Jahren noch immer ausverkaufter Konzerthallen nie die Gunst der einflussreichen amerikanischen Medien genossen haben – die ignorierten sie jahrelang schlicht zu Unrecht. Damit ist nun Schluss: Berichten von der gestrigen Veranstaltung zufolge bekamen Rush stehende Ovationen im Staples Center von Los Angeles.

Den amerikanischen Singer-Songwriter, Komponisten und Pianisten Randy Newman, der Ende des Jahres 70 wird, nahm Don Henley (Eagles) in die Clevelander Institution auf. Auf der Bühne gesellten sich Tom Petty, John Fogerty und Jackson Browne zu Newman, als er seinen Hit I Love L.A. aus dem Jahr 1983 spielte – alle drei ständige Bewohner der Stadt der Engel.
Neben den drei oben genannten Künstlern, die bei der Gelegenheit jeweils einige ihrer repräsentativsten Songs spielten, gönnten sich auch Public Enemy den Auftritt (in der Rockwelt vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit Anthrax Anfang der Neunziger bekannt), sowie die bereits verstorbenen Musiklegenden Albert King und Donna Summer. Neben den Musikern nimmt die Institution auch andere bedeutende Persönlichkeiten auf, die auf irgendeine Weise an der Mitgestaltung der Musikindustrie und des Rock’n’Roll beteiligt waren – in diesem Jahr fiel diese Ehre dem Produzenten und Manager Lou Adler sowie dem Produzenten, Arrangeur und Komponisten Quincy Jones zu (am bekanntesten für seine Arbeit mit Michael Jackson an dessen megaerfolgreichem Album „Thriller“).