Robert Johnson’s Tombstone

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Künstler: Thunder
Label: Frontiers Records
Release: 2006
Bewertung: 3.5/5

Thunder. Eine Band, die mit ihrem Debüt „Laughing On Judgement Day“ die breite Öffentlichkeit auf sich aufmerksam gemacht hat. Das brachte ein paar Hits, danach reihte sie ein paar durchaus kompakte, aber ziemlich vorhersehbare Alben aneinander.

Wie sich schon am Albumtitel ‚Robert Johnson’s Tombstone‘ ablesen lässt, ist das wieder ein klassisches Hardrock-Album, durchzogen von Einflüssen aus den Blues-Wurzeln und Zutaten, die sich oft ganz offen am Hardrock der Siebziger orientieren. Wie auf den Vorgängern sind wieder alle typischen Thunder-Zutaten am Start. Die einzelnen Songs reichen von klassischen, halbakustisch vorgetragenen Balladen über schlicht gestrickte, aber giftig ansteckende Riffs und durchweg großartiges Gitarrenspiel, mit dem das grundlegende Riffing-Material der Platte aufgefüllt und ausgeschmückt wird, bis hin zu entsprechend feiner Melodik, und gewürzt wird das Ganze natürlich mit dem hingebungsvollen, sinnlichen Gesang von Danny Bowes! Typisch Engländer eben. Bei denen ist in der Rockmusik einfach alles echt, egal welches Genre sie angehen! Auch wenn es nur um ein weiteres Klischee geht….

Herausragend auf dem Album ist der Song Last Man Standing, der Thunder von ihrer härtesten Seite des ganzen Albums zeigt. Er hat einen epischen Aufbau, und so wächst das Album an dieser Stelle beeindruckend, was die Atmosphäre angeht. Genau dieser Schuss epischer Melodik hebt den Song von den ansonsten sehr vorhersehbaren Nummern des Großteils der Platte ab. Schlicht: Die ausgewählten Riffs, die du fast alle der Reihe nach hörst, klingen so, als hättest du sie schon mal vor langer Zeit in einer anderen Inszenierung gehört. In einer anderen, aber natürlich authentischeren. Es sind durchaus ausdrucksstarke Riffs, die dich mal an AC/DC erinnern, mal an Free, mal an Led Zeppelin. Die Riffs der Songs sind abwechslungsreich. Schön, oder? Aber vorhersehbar und schon gehört. Und obendrein überzeugend umgesetzt, aber leider schon erfunden.

Das Album belohnt alle, die unbelastet vom Erbe der erwähnten Bands sind, auf deren Riffs Thunder auch auf „Robert Johnson’s Tombstone“ zurückgreifen. Johnson wird jedenfalls prima wiederbelebt, mit dem verbissen verknöcherten Oldschool-Riffing, das die Platte bietet! Es fällt wirklich nicht schwer, sich eine Theke voller Whiskeygläser vorzustellen, Räume voller Zigarettenqualm, abgewrackte Kerle, die spät in der Nacht die Wirtinnen belästigen, Massenschlägereien in Saloons, kurz: all die Beschäftigungen, die aus Langeweile, öden Gedanken und „Bluesen“ von Tresen zu Tresen entstehen – die Thunder-Platte hat also eine sinnvolle Essenz, einen klaren Beat, den Sinn des Aufbegehrens der Rockmusik!

Mit dem neuen Album werden Thunder nicht viele neue Fans gewinnen, wahrscheinlich nicht mal einen. „Robert Johnson’s Tombstone“ werden eben die Liebhaber des Klassikers und die Fans der Band abgreifen. Die einzige Schwäche ist wieder mal die Antithese einer These, die in ihrer Negation Rockerhirne eher anknabbern kann, statt sie zu befreien. Sie lautet: „Ehrlich, aber Klischee.“ Das heißt aber nicht, dass sich die neuen Thunder nicht wenigstens einen flüchtigen Test im CD-Player verdient hätten.

Besetzung

Danny Bowes – Gesang
Ben Matthews – Gitarre, Keyboards
Luke Morley – Gitarre
Chris Childs – Bass
Harry James – Schlagzeug

Produktion

Luke Morley

Tracklist

1. Robert Johnson’s Tombstone
2. Dirty Dream
3. Million Faces
4. Don’t Wanna Talk About Love
5. Devil Made Me Do It
6. Last Man Standing
7. My Darkest Hour
8. Andy Warhol Said
9. What A Beautiful Day
10. It’s All About You
11. Stubborn Kinda Love

Spieldauer: 52.45

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