Randy boykottiert die Grammys
Chris Adler hatte für die Grammy-Verleihung schon vor gut einer Woche eine besondere Garderobe geplant: „einen Flicken für das Loch im Arsch dieser Jeans, die ich heute trage.“ Adler ist Drummer von Lamb Of God, der Metal-Band aus Richmond, die neben Ministry, Slayer, Stone Sour und Mastodon eine Grammy-Nominierung in der Kategorie „Best Metal Performance“ abgestaubt hat (für die phänomenale Performance und das Video zu ‚Redneck‘ von ihrem letzten Album Sacrament).
„Das hat uns komplett umgehauen, als wir gehört haben, dass wir für einen Grammy nominiert sind. Klar schmeichelt uns das, aber anfangs dachten wir ernsthaft, das wäre ein Irrtum. Die Preisverleihung war schon immer, seit wir Kinder waren, eine Show für unsere Eltern. Als ich dann ausgezogen bin, hab ich während der Verleihung meistens den Fernseher ausgemacht, weil ich diesen zuckersüßen Pop-Müll hasse. Und jetzt sind wir selbst nominiert… Ich kann mir richtig bildlich vorstellen, wie sich meine Verwandten kaputtlachen.“
Adler ist am Freitag nach Los Angeles geflogen, weil sie zum ersten Mal in ihrer Karriere im nationalen Fernsehen aufgetreten sind, worüber wir schon berichtet haben: Sie haben in der Conan O’Brien Late Night Show gespielt. Den Mitschnitt des Auftritts bzw. der Performance von ‚Pathetic‘ kannst du dir HIER ansehen. Der Großteil der Band – Mark Morton, John Campbell und Willy Adler – will auch zur Preisverleihung ins Staples Center gehen, Sänger Randy Blythe hat sich dagegen lieber für einen persönlichen Boykott der Veranstaltung entschieden. Adler dazu:
„Randy bleibt im Kopf seinen Rocker-Wurzeln treu und boykottiert die Veranstaltung. In den Proben macht er uns ständig damit an, dass wir uns verkauft hätten. Aber dem sind wir nie hinterhergelaufen. Solange wir Musik machen, sind wir zufrieden, und was andere darüber denken, ist bedeutungslos und irrelevant. Ich persönlich finde, dass wir uns nichts vorzuwerfen haben.“