Punkrock-Explosion in Ljubljana! (2011)
Ort: Kino Šiška / Ljubljana / Slowenien
Konzertdatum: 07.02.2011
Besucherzahl: 1000
Eintrittspreis: 20,00€ (Vorverkauf) / 22,00€ (Abendkasse)
So, auch die Hauptstadt ist endlich in den Genuss eines Konzerts der kalifornischen Punkrocker Pennywise gekommen, die seit 2010 mit Zoli Teglas am Mikro unterwegs sind – der Mann ist auch Frontmann der Hardcore/Punkrock-Band Ignite.
Das Beben des Bodens begann an diesem Tag (Montag, 7. Februar 2011) im Kino Šiška mit den Hardcore-Jungs aus Trbovlje, Kreshesh Nepitash. Das Quintett präsentierte einem noch recht ausgedünnten und statischen Publikum Tracks von beiden Alben (Life Is On The Line und A Piece Of Anger) und feierte außerdem die Premiere eines neuen Songs namens Pain. Die Jungs haben bereits eine ordentliche Wegstrecke hinter sich, was auch in ihrer Performance deutlich zu spüren war – 40 Minuten auf der Bühne, die gereicht haben, um zu beweisen, dass sie auf der heimischen Szene die Platzhirsche des Hardcore sind – fight for hardcore pride!
Fast pünktlich nach Plan marschierten nach einer kurzen Pause um 21:45 Uhr Elvis Jackson auf die Bühne – die angekündigte Überraschung, die die Veranstalter erst knapp eine Woche vor dem Konzert gelüftet hatten. Mit den ersten Schlägen und dem Geschrei von Sänger Buda verdichtete sich das Publikum, kam in Fahrt und fing an zu wogen (bzw. in den vorderen Reihen zu drücken). Auch ihr Set umfasste Songs von allen erschienenen Alben (Move Your Feet It`s One O Clock, Go Home And Practice, Summer Edition sowie Against The Gravity von 2009). Nach wie vor entfachen die Jungs im Publikum mit ihren jahrelang erprobten Aktionen den Wahnsinn (z.B. Klopapierwürfe und Konfetti, der berühmte Schwimmkurs auf einer aufgeblasenen Matratze und das Kicken eines Luftballons), und die Mischung aus Reggae, Metal, Ska und Punkrock zieht bei ihren Konzerten immer wieder Menschen verschiedenster Kulturen an. Auch diesmal durfte ein Raining Blood-Einschub nicht fehlen – das Werk der legendären Slayer – sowie die abschließende slowenische Hymne (sprich Smoke The Herb), die man mit den Elvissen jedes Mal gerne mitgrölt.
In der Pause haben flüssige Substanzen das Publikum versorgt, das Treppenhaus füllte sich, die Schlangen vor den Klos wurden kürzer und der Saal immer voller.
Mit fünf Minuten Verspätung betraten die kalifornischen Legenden Pennywise die Bühne – Fletcher Dragge an der Gitarre und den Backing Vocals, Randy Bradbury am Bass und den Backing Vocals, Byron McMackin am Schlagzeug sowie Zoli Teglas am Hauptmikro.
Die Band ist bekannt für knallharte Tracks und gesellschaftskritische Texte, die die alltäglichen Dinge des Lebens um uns herum beschreiben. Ohne Kompromisse feuerten sie mit Fight Till You Die los und trieben die Temperatur in die Höhe. Das Crowdsurfen – für Pennywise ein Symbol für Zusammenhalt und Brüderlichkeit – war von Anfang an dabei und beruhigte sich erst kurz, als auf halber Konzertlänge die Lichter angemacht und der Song Homesick unterbrochen werden mussten, weil jemand aus den vorderen Reihen hoch geflogen und hart gelandet war. Manche Dinge muss man eben ab und zu noch mal laut aussprechen (wie Sänger Zoli es tat): „Sei vorsichtig, wenn du vom Bühnenrand springst!“ und „Crowdsurfen auf eigene Gefahr!“
Mit jedem Song stieg die Energie weiter, die Temperatur ebenfalls, und es hagelte Hits von fast allen Platten (Pennywise, Unknown Road, About Time, Full Circle, Straight Ahead, Land of the Free? sowie aus der letzten Veröffentlichung Reason To Believe – nur von den Alben Fuse und From The Ashes wurde nichts gespielt), bis der absolute Höhepunkt mit Ben E. Kings Klassiker Stand By Me erreicht war, der aus ihrem langjährigen Set einfach nicht wegzudenken ist. Nach einer kurzen Pause kehrte das sichtlich ausgepowerte und verschwitzten Quartett auf die Bühne zurück, bedankte sich bei allen, die sie seit 1988 unterstützen, bedankte sich bei allen Konzertbesuchern, erinnerte noch einmal daran, wer und was sie sind (Song mit dem Titel „Pennywise“), und zum Abschluss die Bruder-Hymne (Song Bro Hymn), die wie immer auch diesmal rund 100 Leute und mehr auf die Bühne lockte.
Als Mitternacht schlug, leerte sich der sichtlich zufriedene Saal, und der Weg führte weiter zur offiziellen Afterparty, die die Gala Hala auf der Metelkova ausrichtete. Na ja, davon ein andermal…
Fotos: Martin Prezelj
Setliste
01. Fight Till You Die 02. Every Single Day 03. My Own Country 04. Can`t Believe It 05. What If I 06. Peaceful Day 07. Same Old Story 08. Living For Today 09. Greed 10. Society 11. Homesick 12. Fuck Authority 13. Straight Ahead 14. Nowhere Fast 15. Searching 16. Something To Live For 17. Alien 18. Stand By Me (Ben E. King Coverversion) 19. Pennywise 20. Bro Hymn
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