Prognoza (EP)

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Autor: Aleš Podbrežnik

Interpret: Neon
Label: Eigenverlag
Erscheinung: 2014
Laufzeit: 24:33
Bewertung: 3/5

Neon sind eine aufstrebende Alternative-Rock-Band aus dem Herzen von Goriška Brda, genauer gesagt eine Gruppe, die aus der Gegend rund um Kanal stammt. Die Band, die seit 2010 aktiv ist, hat in diesem Oktober ihr erstes Studio-Dokument das Licht der Welt erblickt, und zwar eine EP mit dem Titel »Prognoza«.

Das Quintett bietet einen unverkennbaren Klangteppich – eine typische Melodiewahrnehmung, die für das Schaffen auf der sonnigen Seite der Alpen charakteristisch ist. Die Leitmelodien sind der Hauptschöpfer des theatralischen Dramamoments in der Atmosphärenbildung, die in der zur Schau gestellten Musikalität, so wie sie die Stücke entfalten, bombastisch aufgebauscht ist, während das Album gleichzeitig eine unverkennbare slowenische Melancholie und düstere Stimmung trägt. Ein Alternative-Rock-Album also, gekreuzt mit einem spürbaren Pop-Sentiment, das den potenziellen Durchbruch unter jene slowenischen Bands anstrebt, die die Mitte oder den »Mainstream« definieren. Der Eröffnungsteil wird von pompösen Keyboards dominiert, die die Synthesizer-Soundmuster der Achtziger imitieren, und dieses Motiv kippt dann plötzlich in ein lärmendes Schieben der Gitarrenphrase, die in Kombination mit dem Verdichten der Synthesizer eine angenehme, massive Klangwand aufbaut! In dieses so geschaffene Dramatheater tritt der männliche Gesang ein, ausgerichtet auf die Bildung von Melodien mittlerer Lagen – nennen wir sie jene, die in der Interpretation mehr Männlichkeit vermitteln –, nach dem Vorbild vieler Alternative-Rock-Bands, die mit einer Pop-Prämisse den Radiofrequenzen gefallen wollen, allen voran Siddharta. Schon allein die Klänge der Nord-Keyboards, die Neon in den Arrangements einsetzen, erinnern einen mehrmals durch die EP deutlich an Siddharta, besonders in der Ära des Albums »Saga« – das grundlegende Element jedoch, das der Gruppe die dominante Haltung alternativer Inhalte verleiht, ist fraglos Deni’s Gesang.

Beim Arrangieren sind Neon mit echtem Engagement an die Arbeit herangegangen. Sie haben nämlich für eine gefällige und wirkungsvolle Ausschmückung des Leadgesangs mit zusätzlichen Vokalharmonien gesorgt, wobei besonders der letzte Track der EP heraussticht – das mini-symphonische Echo –, das von allen Stücken am meisten seinen Inspirationen bei den Werken von Siddharta verdankt. Obwohl Pertinač auf den Gitarrenphrasen mehrmals in Einklang mit seinen früheren Aktivitäten innerhalb seiner Stammband Motorfire explodiert, sind diese Eskalationen (besonders in Echo) vor allem durch den Stil der Gesangsinterpretation sowie den Kontrast mit den Keyboard-Arrangements ausbalanciert.

Neon beweisen mit dieser EP, dass es sich um eine Band handelt, die das Talent besitzt, glaubwürdig formatierte Kompositionen zu schaffen. Diese sind in den Details angenehm herausgearbeitet, auch dank des Klangbildes der Produktion, die trotz der kühlen, obskuren und gleichzeitig feierlich pompösen Atmosphäre der EP warm, voll und dynamisch wirkt. Die EP ist von den Werken renommierter Alternative-Rock- und Pop-Acts Sloweniens inspiriert, was für die Definition der künstlerischen Eigenständigkeit der Eigenwerke nicht gerade ideal ist – aber auf der anderen Seite ist »Prognoza« ein glaubwürdiger Beweis für den mutigen und souveränen musikalischen Start einer engagierten Band. Die Zeit wird zeigen, ob im Zug auf dem Weg zum kommerziellen Durchbruch in den slowenischen »Mainstream« noch ein freier Sitzplatz übrig geblieben ist oder nicht!

Besetzung

Deni Kuk – Gesang, Gitarre
Boštjan Pertinač – Gitarre
Jani Klančič – Keyboards, Hintergrundgesang
Peter Srebrnič – Bass, Hintergrundgesang
Martin Gerbec – Schlagzeug 

Produktion

Matej „Audioholik“ Srebrnič

Trackliste

1. Intro
2. Viva
3. Ripper
4. Magnis Nominis Umbra
5. Echo 

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