Privilege Of Approval EP

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Autor: Sandi Sadar Šoba

Künstler: Privilege Of Approval
Label: Eigenveröffentlichung
Erschienen: 2010
Laufzeit: 14:53
Wertung: 2/5

Die Oberkrainer Musikwelt war nie etwas, dem ich meine Ohren zugewandt oder wonach meine Hörerseele leidenschaftlich gelechzt hätte, denn österreichischer Metal ist etwa so exotisch wie Kegeln oder Boccia im Altersheim. Einfallslos und zweitklassig, das würde ich zu prophezeien wagen – und doch findet sich in der Masse mittelmäßiger Freizeitversuche auch das eine oder andere außergewöhnliche Exemplar. Eines davon ist auch der Rottenmann-steirische Bend Privilege Of Approval.

Schon beim ersten Hören wird klar, dass es sich bei diesen österreichischen Youngsters um eine Symbiose aus altehrwürdiger Death-Metal-Melodie und modernen Deathcore-Ansätzen handelt, die überzeugend funktioniert und trotz eher durchschnittlicher, ad-hoc-Produktion ziemlich voll klingt. Die Band präsentiert ein höllisches Quintett, das aus Sänger Phil, den Gitarrenroutiniers Patsch und Luksa, Bassist Mosh und Schlagzeugoperateur Greg besteht. Privilege Of Approval sind eine Unbekannte – aber man muss kein Atomphysiker sein, um die Haupttrümpfe ihres ersten Studioausflugs zu erkennen: Melodie, Breaks und brutale Vocals. Schon mal gehört, schon mal gesehen? Auch beim Artwork lässt sich einiges sagen. Zum Beispiel, dass es nicht im Einklang mit dem Klangangriff steht. Metalcore und Deathcore sind die abgedroschenen und bereits gründlich vermieften Huren der modernen Musikwelt, könnte man sagen. Es ist eben schwer, innovativ und eigenständig zu sein, wenn sich Musiker in ihrem Perfektionismus und ihrer Kraftbündelung für Abkürzungen und bewährte Rezepturen bereits „verbogener“ Alben und erprobter Künstler entscheiden. Das Ergebnis kann nur eine gute Kopie und ein plastischer Klang sein, dem ein eigenes Paar Eier fehlt. Privilege Of Approval haben zwar ein unterhaltsames und humorvolles Geflecht aus drei hochoktanigen Tracks hingelegt, die sich auf der EP tendenziös auf ein gekünsteltes Klavier-Intro und -Outro stützen – aber alles dazwischen ist pure Form. Die obersteirische Kombination aus Thrash und Death Metal auf Core-Art ist zwar ein sehr positiver und lobenswerter Versuch, der aber auf dem Formgerüst kaum eigenes Fleisch verbirgt. Der Sound ist scharf geschliffen, doch es fehlt eine eigene Wirbelsäule oder noch ein paar mehr Tracks, um mühelos ein Qualitätszertifikat ausstellen oder die Jungs als zweitklassige Imitatoren abschreiben zu können. One Day Left ist ein sehr core-lastiger Versuch der Napalm-Death-Ästhetik auf Thrash-Art, dem es an nichts mangelt – wenn ihr vorher noch nie Killswitch Engage, As I Lay Dying oder Unearth gehört habt. Die sind nämlich, sagen wir, erste Liga. Wenn aber Copy-Paste die Methode ist, ein Paar bereits ausgetretene Schuhe zu verkaufen, kann man ihnen von Herzen alles Gute wünschen und die Hoffnung aussprechen, dass ihnen nur unwissende Massen begegnen. Die Unterhaltung ist ohnehin kurzlebig, das Leiden von Ohren und Seele ebenso, und der Galopp des musikalischen Moments auch gar nicht so störend. Sie werden ihre Texte noch überarbeiten und peinlicher Selbstblamage entgehen, indem sie Tracktitel wie Huibu oder Now We Are Really In The Soup meiden – und vielleicht blitzt dann in den zerebralen Gewässern und im Kontakt der Gehirnhälften doch mal eine eigenständige, bemerkenswertere Idee auf. Der aktuelle Versuch ist nämlich mittelmäßig, aber zu imitatorisch, um die Musikwelt zu erschüttern und einen erwähnenswerten Krater oder ein Zeichen seiner Existenz zu hinterlassen!

Besetzung

Philipp Haidler – Gesang
Patrick Zach – Gitarre
Lukas Born – Gitarre
Gregor Grießer – Bass
Gregor Halsmayer – Schlagzeug

Produktion

Privilege Of Approval

Trackliste

1. Intro
2. One Day Left
3. Huibu
4. Now We Are Really In The Soup
5. Outro

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