Poor Man’s Heaven
Künstler: Lakeman, Seth
Label: EMI Records
Erscheinungsjahr: 2008
Seth Lakeman ist ein britischer Multi-Instrumentalist, der Musik im Folk-Rock-Stil spielt. Der Typ kommt aus einer Musikerfamilie und ist in Großbritannien schon ein ziemlich etablierter Name. Poor Man’s Heaven ist sein viertes Studioalbum. Neben seinen Solo-Projekten arbeitet er auch mit anderen etablierten Namen zusammen, außerdem war er Mitglied der Band Equation, mit der er vier Alben veröffentlichte.
Die größte Unterstützung auf dem Album Poor Man’s Heaven kommt von Bruder Sean, ebenfalls ein familieneigener Multi-Instrumentalist, der ihm auch bei der Produktion hilft. Seth hat alle Tracks selbst geschrieben, nur bei dreien half ihm Steve Knightley, der auf dem Album als zusätzlicher Sänger zu hören ist, und ein weiterer Song ist eine Bearbeitung traditioneller Folk-Melodien (Sound of A Drum).
Mit Poor Man’s Heaven hat Seth Lakeman ein ziemlich gut hörbares Album aufgenommen, vollgepackt mit Melodien, die sich unter die Haut schleichen und die du dir schon nach ein paar Durchläufen merkst. Auf Dauer kann man der Melodik zwar ein bisschen überdrüssig werden, aber als Unterhaltung sind sie durchaus ansprechend und sympathisch. Vielleicht hätte man von einem Folk-Rock-Album etwas mehr Energie erwartet, aber Lakeman greift oft zu schwermütigeren Motiven, die für Melancholiker zwar gut sind, aber manchmal will man eben etwas Dynamischeres.
Seth Lakemans größter Trumpf ist seine Melodiösität auf allen Instrumenten und eine gerade noch ausreichende technische Vielfalt. Hin und wieder wäre etwas mehr Virtuosität wünschenswert, aber auch Tracks, die von starken Melodien leben, können erfolgreich sein. Auf dem Album hilft Lakeman natürlich ein Haufen guter Musiker, die ihn oft aus der Klemme ziehen, wenn ihm die Ideen ausgehen. Neben den Streichern und der Mandoline des Bruders gibt es noch eine Reihe traditioneller keltischer Instrumente (Zupfinstrumente), die der Platte viel hinzufügen. Also: Lakemans Trumpf ist die hohe melodische Qualität, seine Schwäche hingegen ist seine Stimme, die manchmal zu weinerlich und traurig klingt, aber auch poppig und schmalzig. Für Ständchen an irgendwelche hübschen Dorfmädels mag das reichen, aber für mehr Bekanntheit muss er auch auf diesem Gebiet noch nachlegen (vielleicht käme ein Duett mit einer Sängerin gelegen).
Trotz kleinerer Schwächen ist Poor Man’s Heaven ein wirklich angenehmes und gut hörbares Werk, das sich dank seiner guten Melodien ins Gedächtnis einbrennt. Auch die Texte sind ganz solide, in der Tradition echter keltischer Troubadoure. Kein Songwriter mit so tiefgründigen Ideen wie Bob Dylan, aber Seth Lakeman ist auf diesem Gebiet mehr als zufriedenstellend. Das Album wird definitiv allen Fans keltischer Folk-Musik mit einem leichten Rock-Einschlag gefallen. Frohes Reinhören!
Besetzung
Seth Lakeman – Gesang, Violine, Tenorgitarre, Viola
Sean Lakeman – Gitarre, Mandoline, Harmonium
Ben Nicholls – Kontrabass, Bassgitarre, Banjo, Mundharmonika, Mandoline
Andy Tween – Schlagzeug, Perkussion
Gäste:
Ged Lynch – Schlagzeug, Perkussion (2, 3, 5 und 6)
Steve Knightley – Gesang (1, 7 und 8)
David Rhodes – Gesang (1, 7 und 8)
Cormac Byrne – Zupfinstrumente (2, 5, 6 und 11)
Richard Evans – Slide-Gitarre (2), Akustikgitarre (3)
Kathryn Roberts – Gesang (3 und 6)
Jake Watson – Hurdy-Gurdy (4)
DBG – Gesang (4 und 8)
Produktion
Seth und Sean Lakeman
Trackliste
1. The Hurlers
2. Feather In A Storm
3. Crimson Dawn
4. Blood Red Sky
5. Solomon Browne
6. Cherry Red Girl
7. I’ll Haunt You
8. Race To Be King
9. Poor Man’s Heaven
10. Greed And Gold
11. Sound Of A Drum