Monumentum

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Autor: Aleš Podbrežnik

Interpret: Eclipse
Label: Frontiers Records
Erscheinungsjahr: 2017
Laufzeit: 41:57
Bewertung: 4/5

Zwei Jahre sind vergangen und es ist Zeit für ein neues Eclipse-Album. Die schwedischen Melodic-Rock-Revivalisten Eclipse schlagen also zum vierten Mal zu. Diesmal mit einem Album, dem sie den Titel »Monumentum« gegeben haben. Zwar handelt es sich dabei nicht um ein musikalisches Monument, doch ist es definitiv ein neues, außerordentlich gutes Album, das einmal mehr bestätigt, dass die Band die kreative Energie erhalten und äußerst effektiv vom wunderschönen Vorgänger »Armaggedonize« auf das neue Studioalbum übertragen hat.

Erik Mårtensson, erster Texter, Komponist, Produzent, Gitarrist (um nicht gleich Multi-Instrumentalist zu sagen) und natürlich Sänger, ist trotz seiner Einbindung in zahlreiche Projekte voll und ganz auf seine Stammband fokussiert. Eclipse bekommt von Mårtensson also stets das Beste. Die besten Ideen, den besten Sound, exzellenten vokalen Input. Schwedischer Perfektionismus ohne Gleichen. In all dem bleibt Mårtenssons Talent nach wie vor aller Bewunderung würdig. So hyperproduktive Musiker gibt es heute nicht viele. Schon gar nicht in der jüngeren Generation, der Erik angehört.

Auch »Monumentum« bewahrt die ultramelodische Verführungskraft, die für den Namen Eclipse typisch ist. Das ist jene sinnliche Finesse, die seit den Zeiten von ABBA aus Skandinavien kommt und sich in einer Reihe von unverkennbaren Chorus-Melodien innerhalb vielfältiger Genre-Formen musikalischer Magie manifestiert.

»Monumentum« hat alles. Vielerlei Stimmungslagen. Die Songs entwickeln sich in unterschiedlichen Zeitmaßen. Die Albumeröffnung ist erwartungsgemäß aufgeputscht mit dem Song Vertigo und Mårtenssons aggressivem vokalen Ansatz, der anfangs durchaus überrascht. Die hohe Dynamik des Geschehens hält auf diesem Niveau das äußerst verführerische Never Look Back aufrecht, das zweifellos zum Konzertfavoriten der Fans avancieren und so ins eiserne Konzertrepertoire der Band übergehen wird. Das Album schwenkt weiter ins düster-dramatische, mystische und feierliche The Downfall of Eden (die Leitmotivik trägt einen Hauch folk-keltischen Einschlags), beruhigt sich ein wenig bei der sehnsuchtsvoll-eingängigen Ballade Hurt und kehrt wieder zurück zur Suche nach musikalisch griffiger Eingängigkeit mit Born to Lead, das etwas vom Intro-Theater des stählernen Hits Wake Me Up trägt. Der Dezibelpegel steigt im weiteren Verlauf erneut an, wenn sich die Band bis zu einem der zugespitztesten Songs des Albums, No Way Back, durcharbeitet. Auch diese beiden, also Born to Lead und No Way Back, müssen unbedingt einen Platz im Konzertrepertoire der künftigen Auftritte der Band finden. 

Eine Besonderheit von Eclipse bleibt die Produktion, die im Vergleich zu dem, was man beim Melodic Rock im Allgemeinen gewohnt ist, den Hörer unglaublich direkt anspricht, da sie entschieden in den Vordergrund geschobenen Gitarren den Vorrang gibt. Die Riffs packen extrem effektiv zu. Sie tragen kompositorische und ideelle Durchschlagskraft, und damit verbunden ein Paket von elf neuen Songs, die keine schwachen Momente haben. Gleichzeitig sorgt die Band auch für einen atmosphärischen Vorhang aus Synthesizerklängen, der kaum wahrnehmbar, aber umso wichtiger zur Schaffung von Pomp und Bombast beiträgt.

Mårtensson wird von Album zu Album ein besserer Sänger. Auch diesmal hat sein Gesang in Sachen Durchschlagskraft nochmals zugelegt, seine Musikalität und Autorität bleiben unbestreitbar. Durch die Songs hindurch ist die außerordentliche Wirkung der Arbeitschemie des Quartetts spürbar. Außergewöhnliches Zusammenspiel und Herzblut bei der Umsetzung des Materials. Die Begeisterung und das Engagement des Quartetts spürt man besonders in den Übergangsteilen, wo das Schlagzeug reichlich abwechslungsreich arbeitet und durchgehend effektiv den verfügbaren Raum für die Implantation dynamisch abwechslungsreicher Übergangs-Fills nutzt. Dabei muss man nicht eigens betonen, dass Magnus Henrikssons Arbeit ein erneuter Ausflug in die Welt kühner und extravaganter Gitarren-Abenteuer ist, denen es nicht an Dynamit mangelt. Ein Meister bleibt ein Meister.

»Monumentum« ist ein Album, das sich im Nu dreht — so hoch ist seine Dynamik, und auch der theatralische Gehalt der lebhaften Stimmungslagen, die die Schweden den Songs so erfolgreich einhauchen. Nicht nur der mindestens ebenbürtige Nachfolger des Albums »Armaggedonize«, sondern in künstlerisch-kompositorischer Hinsicht sogar eine Spur reifer und in musikalischer Invasivität erneut stärker, dem Album »Bleed And Scream« (2012) nahestehend. Die ungezügelte Eruption der musikalischen Evolution der Band soll also andauern und andauern. »Monumentum« ist also ein neues, außerordentlich gutes Album der Band, das die Fans im Nu für sich vereinnahmen werden. 

Eclipse – Never Look Back (Offizielles Video):

Besetzung

Erik Mårtensson – Gesang, Gitarre
Magnus Henriksson – Gitarre
Philip Crusner – Schlagzeug
Magnus Ulfstedt – Bassgitarre

Produktion

Erik Mårtensson

Trackliste

1. Vertigo
2. Never Look Back
3. Killing Me
4. The Downfall of Eden
5. Hurt
6. Jaded
7. Born To Lead
8. For Better or for Worse
9. No Way Back
10. Night Comes Crawling
11. Black Rain

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