Demo 2013

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Autor: Rok Klemše

Künstler: Mist
Label: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: year_month
Laufzeit: 9:08
Wertung: 4/5

Das Ljubljanaer Moor hat diesen Herbst eine Nebeldecke überzogen, wie wir sie noch nie erlebt haben. Kein gewöhnlicher Nebel, sondern ein unheilvoller, geheimnisvoller, sich langsam wälzender Nebel – die frisch gebackene heimische All-Female-Doom-Metal-Band Mist. Die Mädels erlebten ihre feurige Konzerttaufe am 30. September im Orto bar, und seitdem geht der Weg offensichtlich nur noch nach oben. Die Kunde von den schweren Riffs und dem verführerischen Gesang hat sich weit verbreitet, und Mist werden in gut einer Woche in Wien vor den bekannten britischen psychedelischen Doomern Uncle Acid & the Deadbeats spielen. Doch zuvor gebiert der Ljubljanaer Hexensabbat seinen Teufelsspross – ihr erstes Demo, das beweist, dass die Mädels Qualität und Musik über das Äußere stellen!

Der einzige wirkliche Schwachpunkt des Demos ist, dass Mist schamlos nur zwei Tracks in einer Gesamtlänge von gut neun Minuten anbieten. Der Eindruck bleibt definitiv, aber es bleibt auch der Hunger nach mehr und das Gefühl, dass der Teufel seine Klauen gerade erst in Regan MacNeill versenkt hat. Mist bleiben auf dem Demo dem traditionellen Doom und den vernichtenden Sounds treu, beeinflusst von Black Sabbath, Pentagram, Candlemass und neueren Bands wie Blood Ceremony, fügen dabei trotz der offensichtlichen Verbeugungen vor dem verderblichen Sound das richtige Maß an unheilvoller Eigenständigkeit hinzu.

Das erste der höllischen Duo, Phobia, besticht vor allem durch das vernichtende Doom-Gewicht mit massiven »Candlemass-esken« Riffs und einer zermalmenden Rhythmussektion, die gemeinsam eine hervorragende okkulte, düstere Atmosphäre aufbauen. Den fantastischen Ziegenbock aufs Pentagramm setzt der geheimnisvolle, sirenenhafte Gesang von Nina Spruk, der klingt wie die höllische Vertonung von Jessica Langes böser Figur aus American Horror Story: Coven. Das verdoppelte Flüstern über dem Refrain steigert die Finsternis und den Schrecken noch weiter, und den Rest erledigen das fantastische »Iommi-hafte« Gitarrensolo und die obligatorischen teuflischen Triolen.

The Living Dead schiebt die ältere, rockigere Seite des Doom Metal in den Vordergrund; im zweiten Track des Demos nähern sich Mist den amerikanischen Pentagram deutlich mehr an. Der zweite der beiden ist schneller, überzeugt vor allem durch das zentrale Riff und den geschickt ausgeführten Refrain, und auch das Zwischenspiel von Bass und Schlagzeug tritt in den Vordergrund – simpel, aber dennoch überzeugend. Die für ein Demo insgesamt sehr solide Produktion geriet ausgerechnet bei Bass und Schlagzeug etwas schlampig, da die Rhythmussektion etwas zu sehr dröhnt und pappkartonartig klingt.

Obwohl noch reichlich Luft nach oben bleibt – was angesichts des Gehörten mit der Zeit definitiv kommen wird – ist es Mist gelungen, ein Demo mit teuflisch vielversprechenden Aussichten aufzunehmen. Mist klingen wie das »love child« von Bobby Liebling und Messiah Marcolin, und bei ihrem ersten Demo würde sich auch Vincent Price mit größtem Vergnügen diabolisch ins Fäustchen lachen.

Besetzung

Neža Pečan – Bass
Mihaela Žitko – Schlagzeug
Nina Grizonič – Gitarre
Ema Babošek – Gitarre
Nina Spruk – Gesang

Produktion

Benjamin Kic & Mist

Trackliste

1. Phobia
2. The Living Dead

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